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Sicherheit am Badesee: So gehst du gefahrlos schwimmen

Ob Badeurlaub in Deutschland oder nur ein kurzes Badevergnügen zwischendurch: unzählige Badeseen sorgen hierzulande für Abkühlung an heißen Sommertagen. Aber Vorsicht, natürliche Gewässer haben ihre Tücken. Das sind unsere Sicherheitstipps, damit das Schwimmen im Badesee purer Badespaß bleibt.

Corona und die Badesaison 2020

Aufgrund der Corona-Pandemie haben Freibäder aktuell nur eingeschränkt oder gar nicht geöffnet. Die Gefahr beim Baden an Covid-19 zu erkranken ist allerdings sehr gering. Laut Umweltbundesamt ist eine Übertragung des Corona-Virus über das Wasser äußerst unwahrscheinlich. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bisher keine Belege für eine Übertragbarkeit des Virus über den Wasserweg. Dennoch gilt im Freibad oder am Badesee: Auch im Wasser Abstand halten, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren.

Verhaltenstipps für mehr Sicherheit am Badesee

Ab ins kühle Nass: In Deutschland gibt es über 2.200 naturbelassene Badegewässer, die im Sommer zum Baden und Schwimmen einladen. Viele Menschen ziehen Badeseen dem gechlorten Wasser in Freibädern vor. Aber natürliche Gewässer bergen auch Gefahren, vor allem wenn sie unbewacht sind. Mit Vorsicht und dem richtigen Verhalten steht dem sommerlichen Badespaß jedoch nichts im Weg.

Das gilt es am Badesee zu beachten:

  1. Achte auf Sicherheitshinweise, auf steile Ufer oder Strömungen. Diese sind für Schwimmer gefährlich. Wenn das Baden verboten ist, dann geh nicht ins Wasser.
  2. Kühle dich vorm Schwimmen ab. Wer überhitzt ins Wasser springt, riskiert Krämpfe und Kreislaufprobleme.
  3. Gehe weder mit vollem Magen noch hungrig baden. In beiden Fällen steht der Muskulatur nicht ausreichend Energie zur Verfügung, die du zum Schwimmen brauchst.
  4. Schätzt du dich selbst als schlechten Schwimmer ein, dann solltest du niemals im tiefen Wasser schwimmen. Nichtschwimmer sollten höchstens bis zum Bauch ins Wasser gehen.
  5. Schwimme nicht zu weit raus, sondern besser am Ufer entlang. So kannst du dich im Notfall allein ans Ufer retten.
  6. Aufblasbare Schwimmhilfen wie Luftmatratzen und Autoreifen bieten keine Sicherheit. Sie können abtreiben oder untergehen und sind damit vor allem für Nichtschwimmer absolut ungeeignet.
  7. Verlasse bei Gewitter sofort das Wasser. Ein Blitzeinschlag ins Wasser ist lebensbedrohlich. Auch flache, baumlose Ufer bieten keinen Schutz. Der beste Gewitterschutz ist ein Gebäude.

Ungetrübter Badespaß: Top-Wasserqualität in deutschen Badeseen

Junge Leute springen vom Steg in einen Badesee.
Quelle: wdv | Jan Lauer
Zwei Paare beim Standup Paddling auf einem Badesee.
Quelle: wdv | Jan Lauer
Junger Mann springt mit einer Rolle rückwärts vom Steg in einen Badesee.
Quelle: wdv | Jan Lauer
Junge Frau spielt Frisbee am Ufer eines Badesees.
Quelle: wdv | Jan Lauer

Junge Leute grillen am Ufer eines Badesees.
Quelle: wdv | Jan Lauer

Die Wasserqualität der deutschen Badeseen ist gut bis sehr gut. Die Umwelt- und Gesundheitsbehörden der einzelnen Bundesländer untersuchen diese regelmäßig. Abrufen kannst du die Daten bequem im Internet beim Bundesumweltamt.

So erfährst du, ob Badeseen freigegeben oder gesperrt sind. Ist ein See gesperrt, solltest du dort definitiv nicht ins Wasser gehen. Denn dann ist der See meistens durch giftige Algen, Bakterien oder Viren belastet. Diese Verunreinigungen können zu Hautreizungen, Darmreizungen, Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen führen.

Typische Gefahren bei Naturgewässern

Baden in Flüssen

Flüsse und Kanäle zählen in Deutschland zu den gefährlichsten Badestellen. Typische Gefahrenquellen sind Wasserbauwerke wie Buhnen, der Schiffsverkehr, Strudel und starke Strömungen. In großen Flüssen kann die Strömung sogar so stark sein, dass selbst ein geübter Schwimmer nicht dagegen ankommt. Zu deiner eigenen Sicherheit solltest du deshalb nur an bewachten Flussabschnitten baden gehen.

Baden in unbekannten Gewässern

Ist ein See nicht als Badesee freigegeben, dann such dir eine andere Bademöglichkeit. In unbekannten Gewässern lauern Gefahren wie Felsen, Baumstümpfe oder Müll, der ins Wasser geworfen wurde. In Baggerseen kann das Ufer abrutschen. Auch ein schlammiger Boden oder ein starkes Algenwachstum sind gefährlich, denn sie können Panik auslösen und zum Ertrinken führen.

Baden im Meer

Ungleichmäßige Strömungen, starker Wellengang und eine nicht kalkulierbare Brandung machen das Baden selbst in flachem Wasser zu einem Risiko. Deshalb gilt: nur an bewachten Badestellen ins Wasser gehen und niemals bei gehisster roter Flagge baden. Übrigens: Eine gelb-rote Flagge am Strand bedeutet, dass das Baden sicher ist und Rettungskräfte im Einsatz sind.

Baden in der Nähe von Schifffahrtsrouten

Egal, ob in Flüssen oder Seen, das Schwimmen in der Nähe von Schifffahrtsrouten oder Wasserfahrzeugen ist ein absolutes No-Go. Schwimmer können von Sportbooten, Ausflugsdampfern und Berufsschiffen leicht übersehen werden. Zudem lassen sich große Wasserfahrzeuge schwer abbremsen. Auch die Wassermengen, die vor allem von großen Schiffen verdrängt werden, sind enorm. Der dadurch entstehende Sog ist eine große Gefahr für Schwimmer.

Kindersicherheit beim Baden

Laut Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) sind allein 2019 in Deutschland 25 Kinder beim Baden ums Leben gekommen. Die meisten Badeunfälle passieren, weil Kinder nicht oder nur unzureichend schwimmen können. Aber auch fahrlässiges Verhalten von Eltern führt zu Badeunfällen. Zudem schätzen Eltern die Schwimmfähigkeiten ihres Kindes oft falsch ein. So ist zum Beispiel das Seepferdchen-Abzeichen keine Auszeichnung für einen sicheren Schwimmer. Es zeigt lediglich, dass sich das Kind unter Aufsicht angstfrei im Wasser bewegen kann.

Um Badeunfälle zu vermeiden, sollten Kinder nur unter Aufsicht am Wasser spielen oder ins Wasser gehen. Die DLRG warnt zudem vorm Baden und Spielen an großen Flüssen. Die dort auftretenden Strudel und die starke Strömung sind eine tödliche Gefahr für Kinder.