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MTB-Anfänger: Mit der richtigen Ausrüstung ins Gelände

Was braucht man alles zum Mountainbike fahren? Wann ist ein Fully angesagt? Und was kostet das? Mit unseren Tipps kommst du als MTB-Anfänger gut auf den Trail.

1. Welcher Mountainbike-Typ bin ich?

Bevor du dich auf die Suche nach dem passenden Bike machst, überleg dir, welche Strecken du fahren willst und für welche Zwecke du das Mountainbike brauchst. Sollen es am Wochenende nur ein paar Stunden im Grünen sein, willst du rasante Abfahrten runter brettern oder möchtest du lange Touren mit ordentlich Höhenmetern fahren? Je nach sportlichen Ambitionen und Gelände gibt es verschiedene Bikes auf dem Markt:

  • Hardtail: Ist ein leichtes Bike und eignet sich deshalb besonders für schnelle Fahrten und konditionell anspruchsvolle Touren im bergigen Gelände oder Gebirge. Ideal für gemäßigte Trails und Schotterwege.
  • Fully: Das vollgefederte Mountainbike punktet in unebenem Gelände und dämpft Stöße durch Steine und Wurzeln ab. Bietet deutlich mehr Komfort für längere Touren als ein Hardtail.
  • All Mountain- oder Trial-Bike: Guter Allrounder für Steigungen und Abfahrten, schmale Pfade im Gelände und kleine Sprünge sind damit möglich. Ideal für lange Touren in jeglichem Gelände.
  • Enduro-Bike: Dieses Bike ist auf bergab fahren ausgelegt, ideal für Sprünge und technische Abfahrten.
  • Downhill-Bike: Gemacht für Bikeparks und Downhill-Strecken. Damit geht’s nur abwärts, ideal um möglichst schnell und ruppig den Berg runterzufahren. Hohes Gewicht – nicht für Bergauffahrten geeignet.

2. Welche Ausstattung sollte das Bike haben?

„Grundsätzlich ist der Einsatzzweck wichtig. Dazu muss die Ausstattung passen“, sagt Fabian Arzberger, Mountainbike-Trainer und Geschäftsführer der MTB-Fahrtechnikschule Ridingstyle.

Zur Grundausstattung sollten aber definitiv eine Federgabel gehören, um die Unebenheiten im Gelände abzufedern, sowie eine hydraulische Scheibenbremse. Arzberger: „Diese hat bei nassem und trockenem Wetter eine bessere Bremsleistung als mechanische Bremsen und bietet dadurch mehr Sicherheit im Gelände.“

Bei den Pedalen rät der Profi zu Flat Pedalen für den Einstieg: „Auch damit hat man einen guten Grip auf dem Pedal, hängt aber nicht fest wie bei einem Klick-Pedal, wenn es mal brenzlig wird. Zudem lässt sich mit einem Flat Pedal von Anfang an die Fahrtechnik besser schulen.“

Der Rahmen des Bikes muss nicht aus Carbon sein. Aluminium reicht für MTB-Anfänger aus und ist deutlich preisgünstiger.

Bei Griffen und Sattel testest du am besten verschiedene Modelle aus, damit du in Zukunft ohne Schmerzen auf dem Bike unterwegs bist.

Schutzbleche, Gepäckträger und Fahrradständer sind hingegen nicht notwendig. „Das ist Equipment, das man nur auf der Straße braucht, im Gelände beschwert es nur unnötig“, so Arzberger.

3. Was kostet ein gutes Mountainbike?

Pauschal gibt es darauf keine Antwort. Der Preis ist in der Regel davon abhängig, für welchen Zweck dein Bike sein soll. Am günstigsten sind Räder mit geringer Federung. Ein gutes Hardtail für den Einstieg kostet im Handel zwischen 1.000 und 1.500 Euro. All Mountain Bikes gibt es ab 2.300 Euro, Fullys ab 2.500 Euro.

4. Online kaufen oder beim Fachhändler?

Wer ein Schnäppchen machen will, wird online sicherlich fündig. Für MTB-Anfänger empfiehlt sich aber der Kauf beim Fachhändler. Denn der Fachmann hat einen Blick für Ergonomie. Sattel, Griffe, Pedalposition und Haltung sind bei jedem Menschen verschieden und sollten individuell angepasst werden. Auch die passende Rahmenhöhe kann der Fachhändler ermitteln und bei der Auswahl der Reifengröße beraten. Zudem solltest du das Rad vor dem Kauf zur Probe fahren. Einige Kilometer sollten es mindestens sein, um ein Gefühl für das Bike zu bekommen. Idealerweise kannst du dir das Rad für einen Test im Gelände ausleihen.

5. Helm, Schutzbrille, Protektoren: Was ist sinnvoll?

Ein CE-geprüfter Helm ist Pflicht, denn die Sturzgefahr beim Mountainbiken ist hoch. Ganzflächige Handschuhe schützen die Hände bei Stürzen besser als Handschuhe mit offenen Fingerkuppen. Eine Sportbrille hält Insekten, Äste und kleine Steine von den Augen fern. Wer für längere Touren unterwegs ist, braucht eine gepolsterte Radhose.

Eine Schutzausrüstung empfiehlt Mountainbike-Trainer Arzberger vor allem für Mountainbiker, die bergab unterwegs sind: „Protektoren für Knie-, Ellbogen- und Rücken oder ein Protektoren-Rucksack sind vor allem für Enduro- und Downhill-Biker sinnvoll. Wer hingegen lange Touren und bergauf fährt, muss sich mit diesem zusätzlichen Gewicht nicht belasten.“

6. Brauche ich als MTB-Anfänger einen Fahrtechnikkurs?

Grundsätzlich hilft ein Kurs, um sicher und kontrolliert im Gelände unterwegs zu sein. MTB-Anfänger, die ohne die Tipps vom Profi starten, sollten sich dennoch vor der ersten Tour mit den wichtigsten Fahrtechniken vertraut machen. In unserem Video zeigt dir Mountainbike-Profi Fabian Arzberger typische MTB-Basics wie Grundposition, Brems- und Kurventechnik. Auch wie man kleine Hindernisse überwindet, erfährst du hier:

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7. Worauf muss ich bei den ersten Touren achten?

„Das Wichtigste ist, sich nicht zu überschätzen“, rät Arzberger. MTB-Anfänger sollten deshalb mit kleinen Ausfahrten starten, um Kondition aufzubauen und an der Technik zu feilen. Am besten lässt du dich von jemanden begleiten, der die Trails schon kennt. Bist du hingegen alleine unterwegs, dann fahre zu Beginn nur leichte Trails. Arzberger: „Es ist auch nicht schlimm einfach mal vom Rad abzusteigen, wenn es schwierig wird. Denn das Wichtigste ist, heil und gesund wieder zu Hause anzukommen.“

8. Ist ein Mountainbike eigentlich verkehrstauglich?

Nein, ein Mountainbike ist ein Sportgerät fürs Gelände. Wer damit im Straßenverkehr unterwegs sein möchte, muss entsprechend nachrüsten. Laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) braucht dein Rad dann:

  • eine Klingel
  • ein Vorderlicht mit weißem Abblendlicht
  • einen weißen Rückstrahler für vorn
  • ein Rücklicht mit rotem Licht
  • einen roten Rückstrahler
  • jeweils zwei gelbe Rückstrahler pro Pedal
  • jeweils zwei seitliche Rückstrahler im Vorder- und Hinterrad

Kleine Fahrradkunde: Welches Rad für welche Strecken?

Fahrräder erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Gut so! Wer sich ein neues Bike zulegen will, sollte vorher wissen, wie er es nutzen möchte:

  • Wer viel Strecke machen möchte, setzt sich aufs Rennrad.
  • Wer lieber im Wald ist, braucht ein geländefähiges Mountainbike. Auch dabei gibt’s unterschiedliche Ausführungen für weitere Strecken, Bergtouren oder Abfahrten.
  • Für den Straßenverkehr, längere Touren durch leichtes Gelände eignet sich am besten das Trekkingrad.
  • Mit dem Cityrad bewegst du dich entspannt durch die Stadt oder machst kleine Ausflüge.
  • Wer sich gern auf Sand, Schlamm und Schnee fortbewegt, für den ist ein Fatbike mit breiten Reifen genau das Richtige.
  • Single-Speed-Räder sehen hingegen nur stylisch aus. Mit nur einem Gang ist das Vorankommen nur für die Stadt relevant.
  • Wer Tretunterstützung braucht, setzt auf ein E-Bike. Für lange Strecken und Bergtouren hilft der Elektro-Anschub, wenn die Kondition nicht mehr ganz mitspielt.

Wichtig für Familien: Nicht alle Räder sind für Anhänger und Kindersitze geeignet. Die Montage oder das zulässige Gesamtgewicht können Probleme bereiten. Am besten beim Händler beraten lassen.