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Ängste überwinden mit Yoga

Bestimmte Übungen aus dem Yoga können gute Angstlöser sein und Ängste überwinden helfen. Ihre Wirksamkeit ist nicht ganz so hoch wie bei einer Verhaltenstherapie. Aber sie haben einen Vorteil: Auf einen Therapieplatz muss man meist länger warten. Yoga-Übungen kann man überall und sofort machen.

Angststörungen nehmen zu

Angststörungen sind psychische Erkrankungen, bei der die Betroffenen unter einem ständigen Gefühl von Besorgtheit und Anspannung in Bezug auf alltägliche Ereignisse und Probleme leiden. Sie können nicht bestimmte Ängste überwinden, was für Außenstehende meist nicht nachvollziehbar erscheint.

Laut Fachleuten erkranken fünf von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens einmal an Angststörungen. Die Zahl der Angstpatienten hat in den letzten Jahren zugenommen. Auch während der Corona-Pandemie leiden vermehrt Menschen unter Ängsten.

Die Gate-Studie (2020) liefert für Patienten mit Angststörungen nun ein interessantes Ergebnis. Wer Ängste überwinden möchte, sollte demnach auch mal Yoga-Übungen ausprobieren. Yoga gegen Angst ist vor allem dann zu empfehlen, wenn man länger auf einen Therapieplatz warten muss.

Ängste überwinden: Verhaltenstherapie und Yoga helfen

Die 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie – alle unter allgemeinen Angststörungen leidend – wurden nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe durchlief eine klassische kognitive Verhaltenstherapie, die zweite nahm zwölf Wochen lang regelmäßig an Yoga-Übungen des Kundalini teil und die dritte Gruppe wurde umfassend über Entstehung und Auswirkungen von Stress informiert.

Das Ergebnis: Vorträge zum Stressmanagement zeigten eine minimale Verbesserung. Bei über 50 Prozent der Teilnehmer milderte Yoga die Angstzustände. Am erfolgreichsten war die kognitive Verhaltenstherapie.

Yoga gegen Angst: gute Alternative zur Psychotherapie

Nach der Statistik leiden 25 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben unter einer Angststörung. Doch viele Patienten befinden sich nicht in ärztlicher Betreuung, weil sie zu lange auf der Warteliste stehen oder in ländlichen Gebieten keinen geeigneten Psychologen finden. Hier können Übungen, wie beispielsweise Kundalini-Yoga eine Alternative sein.

Entsprechende Kurse werden von privaten Lehrern, aber auch von vielen Bildungseinrichtungen angeboten. Ein besonderer Vorteil: Nach kurzer Zeit können die Betroffenen die Übungen jederzeit zu Hause durchführen. Denn Kundalini zielt nicht auf körperliche Fitness, sondern besteht in erster Linie aus einer festgelegten Serie von Atemübungen und Meditation, die Entspannung und achtsames Umgehen mit sich selbst trainieren sollen.

Ängste überwinden: Mann schaut nachdenklich aus dem Fenster.
Quelle: istockphoto.com | Marjan_Apostolovic

Wie entstehen Angststörungen?

Eine Angststörung entwickelt sich in der Regel dann, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen, beispielsweise eine genetische Veranlagung, ein ängstlicher Erziehungsstil der Eltern, Verlusterfahrungen in der Kindheit etc. Angststörungen können jederzeit und ganz plötzlich auftreten. Am häufigsten sind 35- bis 45-Jährige betroffen, Frauen doppelt so häufig wie Männer. Der Auslöser für generalisierte Angststörungen ist häufig ein stark belastendes Ereignis in der Gegenwart, beispielsweise der Unfall eines nahestehenden Verwandten.

Welche Symptome treten bei Angststörungen auf?

Die Betroffenen leiden unter körperlichen Symptomen wie Hitzewallungen, Herzrasen oder Schwindel. Häufig haben sie zusätzlich auch noch psychische Beschwerden wie Schlafstörungen, Ruhelosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit oder die Angst vor der Angst. In vielen Fällen gehen Angststörungen mit Depressionen einher.

Was hilft gegen Angst?

Die beste Methode ist, sich mit psychologischer Unterstützung – am besten mit Verhaltenstherapie – den angstauslösenden Situationen zu stellen, um sie so allmählich zu überwinden. Aber auch regelmäßige Yoga-Übungen vermitteln eine positive Lebenseinstellung und helfen dabei, bestimmte Ereignisse einfacher anzunehmen und achtsamer mit sich selbst umzugehen. Betroffene können dadurch Ängste überwinden.

Wie wirkt Yoga?

Die körperlichen Übungen (Asanas), Meditations- und Atemtechniken (Pranayama) können sich positiv auf Körper, Geist und Wohlbefinden auswirken. Es wurde beispielsweise festgestellt, dass Yoga die Menge der Antioxidantien im Blut erhöht und so zellschädigenden Prozessen vorbeugt. Unter anderem ist die Entspannungstechnik gut für das Herz-Kreislauf-System. Außerdem stärken bestimmte Übungen das Muskelsystem und wirken Rückenschmerzen entgegen. Beim therapeutischen Einsatz ist es aber wichtig, dass du einen guten Lehrer auswählst, der die Übungen auf deine persönlichen Bedürfnisse abstimmt.

Wie hilft Yoga gegen Stress?

Bei regelmäßigem ausgewogenen Yogatraining schüttet das Gehirn den Botenstoff Gamma-Aminobuttersäure (GABA) aus. Gleichzeitig werden Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol abgebaut. Dadurch kommt es zur Muskelentspannung. Stress, Spannung, Angst- und Panikgefühle werden gemildert.

Was hilft bei Panikattacken?

Flache Atmung? Engegefühl? Anspannung? In gewissem Rahmen kann man selbst kleine Übungen machen, um aufsteigende Panik zu mildern und wieder Zutrauen zum eigenen Körper zu gewinnen.

  1. Denke einfach an einen schönen Moment in deinem Leben. So vernichtest du die negativen Angstgefühle und ersetzt sie durch positive Erlebnisse.
  2. Erinner dich an Momente, in denen du die Angst besiegt hast. Das vermittelt Zuversicht und gibt dir die Kontrolle zurück.
  3. Möglichst tief in den Bauch atmen. Danach langsam und bewusst wieder ausatmen. Führe die Bauchatmung so lange durch, bis du wieder ruhiger wirst.
  4. Regelmäßige Meditation unter Anleitung
  5. Bestimmte Asanas, beispielsweise die Katze, der Fisch, der Bogen. Aber auch hier ist es wichtig, dass die einzelnen Übungen korrekt ausgeführt werden.
  6. Meist ist während einer Panikattacke Nacken und Rücken verspannt. 5 Übungen, die helfen.