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Tore im Fußball – alles nur Zufall?

Das Warten hat ein Ende. Ab heute ist ganz Europa wieder im Fußballfieber. Pünktlich zum EM-Start zeigt eine Studie der Sporthochschule Köln: Fast die Hälfte aller Treffer könnte vom Zufall beeinflusst sein.

Zufall macht Tore

Als Zufall gelten im Fußball Spielaktionen, die nicht planbar und somit auch nur schwer trainierbar sind. Hierzu zählen abgefälschte Schüsse, Bälle, die vom Pfosten zum Torschützen abprallen oder Tore, die unabsichtlich von einem Abwehrspieler vorbereitet werden. Viele Tore fallen beim Fußball vollkomend überraschend. Wenn man die Spielaktion anschließend analysiert, wird deutlich: Das war so gar nicht planbar. Der Schuss war abgefälscht und seine Flugbahn von einem Mitspieler oder dem Aluminium des Torgestänges so abgelenkt, dass der Tormann keine Chance hatte das vorauszusehen und gezielt zu reagieren.

Bei diesem Vorgang sind physikalisch gesehen unterschiedliche Materialen beteiligt. Weiche Materialien wie Trikots oder menschliche Haut federn den Schuss beispielseweise ab. Harte Gegenstände geben den Impuls des Balles ungebremst weiter. Hinzu kommt: Spieler bewegen sich forwährend zum Ball hin oder von ihm weg. Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel, das lernt man in Physik in der Schule. Aber wer möchte all diese Effekte in Sekundenbruchteilen berechnen?

Studie zum Zufall

Während sich die Forschung im Fußball überwiegend auf die Analyse von Erfolgsfaktoren konzentriert, wird die Rolle des Zufalls oftmals vernachlässigt, weil er durchs Training als nicht beeinflussbar gilt. Wissenschaftler um Professor Dr. Daniel Memmert von der Sporthochschule Köln analysierten insgesamt 7.263 Tore der englischen Premier League in den Saisons 2012/13 bis 2018/19. Heraus kam die bislang größte Big-Data-Studie zum Faktor Zufall im Profifußball, nachzulesen in der Zeitschrift Journal of Sports Sciences.

Warum ein Tor fällt

Als grundlegende Variablen wurden für die wissenschaftliche Studie der Torentstehung folgende Kategorien definiert: Abstaubertore, Distanzschüsse, abgefälschte Schüsse oder Tore, die durch Abwehrfehler entstehen wie etwa Eigentore. Zusätzlich wurden Variablen definiert, unter anderem Saison, Spieltag, Spielort, Spielsituation, Toranzahl oder Teamstärke. Die im Rahmen der Untersuchung betrachteten 7.263 Tore wurden auf die Variablen hin überprüft.

„Die Ergebnisse unterstreichen die wesentliche Rolle des Zufalls, da fast jedes zweite Tor durch glückliche Umstände begünstigt wurde“, fasst Fabian Wunderlich, Erstautor der Studie, zusammen. Interessant sei auch, dass der Anteil an Zufallstoren über die sieben ausgewerteten Jahre von 50 Prozent auf 44 Prozent gesunken seien. Dies könne damit zusammenhängen, dass in der Spielvorbereitung immer professioneller und datenbasierter vorgegangen werde und Spieler technisch und taktisch immer besser ausgebildet seien. Und das schlägt den Zufall, in gewissem Rahmen.

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