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Zu viel Salz schwächt das Immunsystem

Wer zu viel Salz isst, schadet offenbar seiner Immunabwehr. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter Leitung der Universität Bonn.

Zu viel Salz hemmt Abwehrzellen

Salz braucht der Mensch. Wer zu viel davon isst, treibt seinen Blutdruck in die Höhe. Aber offensichtlich nicht nur das: Schon ein paar Gramm mehr am Tag als die empfohlene Tagesdosis scheint die Abwehrzellen im Körper zu schwächen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher vom Institut für Experimentelle Immunologie der Universität Bonn.

Die Wissenschaftler hatten Mäusen und auch Menschen gezielt eine salzreiche Kost verabreicht und danach überprüft, wie sich die Immunzellen im Blut verhielten. Ergebnis: Bei den salzreich ernährten Mäusen zeigte sich, dass sich Bakterien deutlich vermehrten und Infektionen schwerer verliefen als bei einer salzarmen Kost. Auch bei Blutproben der menschlichen Probanden wurde sichtbar, dass bestimmte ((wichtige)) Abwehrzellen des Körpers, die Granulozyten, schlechter mit Bakterien fertig wurden als bei einer geringeren Salzzufuhr.

Ein Grund dafür: Salz wird überwiegend über die Nieren ausgeschieden. Dabei entstehen sogenannte Glukokortikoide wie Kortison. Diese sorgen im Körper dafür, dass Entzündungen durch ein Herunterfahren der Immunabwehr unterdrückt werden. Bei einer Schwächung des Immunsystems haben aber Krankheitserreger ein leichteres Spiel.

Wie viel Salz am Tag?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen einen täglichen Salzkonsum von maximal fünf Gramm. Das ist etwa ein gestrichener Teelöffel voll. Salz („Natriumchlorid“) ist an vielen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt. Es hilft unter anderem bei der Reizweiterleitung in den Nervenbahnen oder der Steuerung der Muskulatur. Salz ist also lebenswichtig. Tatsächlich aber essen die Deutschen deutlich mehr Salz täglich als von der WHO empfohlen: Durchschnittlich nehmen Frauen mehr als acht Gramm, Männer mehr als zehn Gramm Salz zu sich.