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Wie Corona die Welt verändert – so sehen das Jugendliche

Wie Corona die Welt verändert? Das ist für Jugendliche offensichtlich: Schutzmasken tragen, Abstand zu anderen Menschen halten, Einschränkungen in Clubs: Mit dieser neuen Normalität rechnen Jugendliche und sind überwiegend bereit, sich daran zu halten. Das ist ein Ergebnis der aktuellen SINUS-Jugendstudie.

Corona ändert Alltag und macht verantwortlich

Viele Befragte betonen, dass sie selbst verantwortlich dafür sind, die empfohlenen Schutzmaßnahmen umzusetzen, um ihre eigene Gesundheit und die ihrer Mitmenschen zu schützen. Auch die Veranstaltungsverbote und die Maskenpflicht stoßen in der Befragung auf breite Zustimmung. Die Jugendlichen sehen all das als Preis dafür, wie Corona die Welt verändert.

Die Kontaktbeschränkungen sehen die 50 Befragten zwischen 14 und 17 Jahren kritischer. Sie empfinden sie als psychisch belastend. Die allermeisten fühlen sich jedoch verantwortliche für (ältere) Familienangehörige und wollen auch Fremde nicht gefährden. Viele berichten jedoch, dass Abstand und Kontaktbeschränkungen, vor allem in der Schule oder während der Ausbildung schwierig umzusetzen seien.

Lockdown und andere Corona-Schutzmaßnahmen

Die meisten Jugendlichen bewerten die im Lockdown getroffenen Maßnahmen als sinnvoll, obwohl sie einschneidend waren. Sie sind überwiegend der Ansicht, dass schnell das Notwendige getan wurde, um die Gesundheit aller zu schützen. Kritischer sehen die Befragten die vergleichsweise frühe Öffnung der Schulen und die je nach Bundesland uneinheitlichen Anti-Corona-Regeln.

Sorge, andere anzustecken

Die für die SINUS-Studie ausgewählten Jugendlichen assoziieren auf die Frage: „Wie Corona die Welt verändert“ erwartungsgemäß spontan hauptsächlich negative Begriffe und Gefühle mit der Pandemie. Emotionen wie „Einschränkung der persönlichen Freiheit“, „Soziale Isolation“ und „Unsicherheit/Angst“ dominieren. Einzig der Gedanke an eine schulfreie Zeit und die Hoffnung auf Solidarität in Krisenzeiten sind positive Zuschreibungen.

Vor allem machen sich die Jugendlichen Sorgen um die Gesundheit von Freunden und Angehörigen. 60 Prozent nennen diesen Punkt. Die Jugendlichen haben dabei allerdings wenig Sorge, sich selbst mit dem Virus zu infizieren als davor, Risikogruppen anzustecken. 45 Prozent machen sich zudem Sorgen um ihre (schulische) Zukunft, jeweils etwa ein Drittel sorgt sich um ausbleibende Freizeitmöglichkeiten und die wirtschaftlichen Folgen der Krise. 

Wie Corona die Welt verändert? Mit Blick auf die Zukunft gehen die meisten Befragten davon aus, dass die Pandemie kein temporäres Problem ist, sondern sie sich an ein Leben mit einem Virus gewöhnen müssen. 

Die SINUS-Jugendstudie erscheint alle vier Jahre und gibt qualitative Einsichten in die Lebenswelt von Jugendlichen. Dafür befragte das SINUS-Institut für Markt- und Sozialforschung dieses Mal 72 Jugendliche ausführlich. Es gibt ein spezielles Kapitel zur Wahrnehmung der Corona-Pandemie aus dem hier referiert wird. Es zeigt, dass Jugendliche sehen, wie Corona die Welt verändert. Dazu wurden 50 Jugendliche zwischen Ende April und Anfang Mai befragt. Die Ergebnisse sind also nicht repräsentativ, geben aber interessante Einblicke. Auftraggeber der SINUS-Jugendstudie sind unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung sowie der Deutsche Fußball-Bund.