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Immer mehr junge Menschen von Diabetes Typ 2 betroffen

In Deutschland leben rund sieben Millionen Menschen mit Diabetes mellitus. Im Jahr 2040 könnten sogar bis zu 12 Millionen Menschen von Typ-2-Diabetes betroffen sein. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus Anlass des Weltdiabetestages am 14. November hin.

Weltdiabetestag: Risiko erkennen und gegensteuern

Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland leben mit der Diagnose „Zucker“– 90 Prozent von ihnen sind an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt. Früher war oft von „Altersdiabetes“ oder „Alterszucker“ die Rede. Tatsächlich sind inzwischen aber immer mehr junge Menschen betroffen. Der Anteil der 18- bis 39-Jährigen mit Diabetes Typ 2 in Deutschland ist zuletzt auf 12 Prozent, der der 40- bis 49-Jährigen auf über 17 Prozent gestiegen. Ein möglicher Grund: Jüngere Patienten haben mehr Risikofaktoren als ältere Menschen, weil sie ungesünder leben.

Was ist Diabetes?

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung. Hauptmerkmal der Krankheit sind erhöhte Blutzuckerwerte – entweder, weil der Körper kein Insulin produziert (Diabetes Typ 1) oder die Zellen nicht mehr empfindlich genug auf das Stoffwechselhormon reagieren (Diabetes Typ 2). Das Problem: Ein zu hoher Blutzuckerspiegel greift auf Dauer Gefäße und Organe an und kann so Nerven, Nieren, Augen und Gliedmaßen schädigen. Die Erkrankung entsteht meist unbemerkt und kann über Jahre völlig symptomlos bleiben.

Diabetes Typ 2 kann man vorbeugen

Die gute Nachricht am Weltdiabetestag: Ein gesunder Lebensstil kann die Ausbildung einer Zucker-Erkrankung verhindern. Auch Menschen, die bereits Diabetes Typ 2 haben, können mit der richtigen Ernährung und ausreichend Bewegung ihre Blutzuckerwerte senken und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Eine Reihe von Faktoren beeinflusst, ob wir im Laufe unseres Lebens an Zucker erkranken. Neben einer gewissen genetischen Disposition, also dem häufigen Vorkommen der Erkrankung in der Familie, ist es vor allem der individuelle Lebensstil, der hier eine entscheidende Rolle spielt. Diese Faktoren, auf die wir einen Einfluss haben, begünstigen das Auftreten eines Typ-2-Zuckers:

  • Übergewicht
  • erhöhter Blutdruck und erhöhte Blutfette (zum Beispiel Cholesterin)
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • Ballaststoffarme und fettreiche Ernährung

Besonders betroffen: Frauen

Frauen sind übrigens eher gefährdet als Männer, wenn es darum geht, Diabetes zu entwickeln. Denn Frauen neigen eher zu Übergewicht. Und obwohl Männer öfter mit Bauchfett zu kämpfen haben, ist eine bauchbetonte Fettverteilung bei Frauen ein besonderer Risikofaktor. Zudem werden Zucker-Vorstufen bei ihnen seltener und später erkannt. Haben Frauen in der Schwangerschaft eine sogenannte Schwangerschafts-Diabetes, steigt ihr Risiko, später eine tatsächliche Diabetes-Typ-2- Erkrankung auszubilden ebenfalls. Und: Frauen mit Zucker haben im Vergleich zu betroffenen Männern ein höheres Sterblichkeitsrisiko.

Erkenne dein Typ-2-Diabetes-Risiko!

Die Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Professor Heidrun Thaiss, sieht in Diabetes Typ 2 eine schleichende Erkrankung, der man gut entgegenwirken kann: „Typ-2-Diabetes trifft viele Menschen oft wie aus dem Nichts. Neben Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung als Risikofaktoren kann Typ-2-Diabetes auch eine genetische Komponente haben“.

Anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November ermutigt die BZgA dazu, das eigene Risiko mithilfe eines Online-Tests auf diabinfo zu ermitteln und im Verdachtsfall ärztlichen Rat einzuholen. Der Test gibt Auskunft über das persönliche Risiko, innerhalb der nächsten fünf Jahre an Typ-2-Zucker zu erkranken. Er ist nur für erwachsene Personen geeignet.