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Gefälschter Impfpass? Keine gute Idee!

Es gibt persönliche Gründe, warum sich Menschen nicht gegen COVID-19 impfen lassen können oder wollen. Wer sich allerdings in Zeiten der 2G-Regel als Ungeimpfte*r einen Freifahrtschein mit einem gefälschten Impfpass organisiert, riskiert hohe Strafen.

Gefälschter Impfpass – darum geht’s

Geimpft oder genesen: So lautet die 2-G-Regel, die immer mehr Einzug ins öffentliche Leben hält. Restaurants, Sportstätten, Veranstaltungen, Auslandsreisen & Co. – ohne einen Impfnachweis geht an vielen Orten nichts mehr. Wer auf all diese Aktivitäten nicht verzichten möchte, muss sich folglich impfen lassen. Was manche Menschen offensichtlich umgehen möchten. Ein gefälschter Impfpass scheint ihnen als der einfachste Weg, um ihre Freiheit wiederzubekommen. Damit gefährden sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere, die sich in einer trügerischen Sicherheit wähnen.

Hochgradig kriminell

Gefälschte Impfpässe mit gefakten Corona-Impfungen werden zur neuen Dealer-Ware, wie das Ausheben einer Fälscher-Werkstatt in Hamburg-Rahlstedt unlängst zeiget. Hunderte von gefakten Impfausweisen lagen dort offenbar zur Auslieferung bereit. Auch in Berlin, Duisburg oder Goslar flogen Impffälschungen auf. Expert*innen wie beispielsweise das niedersächsische Kriminalamt gehen darüber hinaus von einer hohen Dunkelziffer aus.

Was Menschen, die mit Fake-Impfpässen liebäugeln, offensichtlich nicht bewusst ist: Auch wenn der gelbe Impfausweis ursprünglich nur zur Übersicht von Impfungen und damit zum Gesundheitsschutz des Einzelnen gedacht war, drohen bei gefakten COVID-19-Impfungen Ermittlungen wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Fälscher*innen riskieren dadurch bis zu fünf Jahren Haft. Aber auch bei den Nutzer*innen kann ein gefälschter Impfpass bis zu zwei Jahren Haft und hohe Geldstrafen nach sich ziehen. Das Bundeskriminalamt warnt deshalb auch vor den illegalen Angeboten, die offenbar in einschlägigen Internetforen für hundert Euro plus angeboten werden.

Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine in § 73 Absatz 1a Nummer 8 bezeichnete Handlung begeht, indem er wissentlich eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 zur Täuschung im Rechtsverkehr nicht richtig dokumentiert.

Infektionsschutzgesetz, §74 Abs. 2

Zerrbild der Pandemie

Wer eine Corona-Impfung vortäuscht, bringt nicht nur sich selbst in Gefahr. Er gefährdet auch andere, die sich in seiner Umgebung in einer falschen Sicherheit wiegen: Menschen, die sich aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht impfen lassen können oder Kinder, für die der Impfstoff bisher noch nicht empfohlen wird. Und er trägt dazu bei, dass die Zahlen und Statistiken zur Pandemie verzerrt werden – auf deren Basis politische und gesellschaftliche Entscheidungen getroffen werden. Apothekerinnen und Apotheker sind besonders aufmerksam, wenn sie einen Impfpass in ein digitales Zertifikat umwandeln. Im Zweifelsfall kann das dazu führen, dass sie sicherheitshalber in der Arztpraxis nachhaken, in der die Corona-Impfung stattgefunden hat.