Kategorien
News

Venentraining: Das beugt Besenreisern und Krampfadern vor

Du sitzt ab morgens am Schreibtisch und nach Feierabend geht es ab auf die Couch. Hast du schon mal Venentraining gemacht? Für viele, die im Homeoffice arbeiten, kommt Bewegung zurzeit viel zu kurz. Das ist unter anderem schlecht für die Venen. Wer die Veranlagung für Venenerkrankungen hat, sollte zwischendrin immer mal wieder aktiv werden. Das beugt unter anderem schweren Beinen vor. Wir zeigen, wie ein effektives Venentraining aussehen kann.

Venen wollen Bewegung

Waren es vor der Corona-Pandemie vielleicht immerhin noch 1.000 Meter, die man am Tag zu Fuß zum Arbeitsplatz zurückgelegt hat, so kann diese Strecke im Homeoffice auf wenige Meter zusammenschrumpfen. Viele Arbeitnehmer bewegen sich einfach viel zu wenig, wenn sie von zuhause arbeiten.

Dabei ist genug Bewegung wichtig, am besten ist ein regelrechtes Venentraining. „Beim langen Sitzen oder Stehen haben es die Venen schwer, das Blut entgegen der Schwerkraft Richtung Herz zu transportieren“, erklärt Dr. Michael Wagner, Präsident der Deutschen Venen-Liga e.V. Gerade in den warmen Sommermonaten sind geschwollene Beine eine mögliche Folge.

Wie das kommt? „Die Blutgefäße erweitern sich durch die Wärme und verlieren an Elastizität, die Blutzirkulation verlangsamt sich, Flüssigkeit tritt ins umliegende Gewebe“, sagt Wagner. Aber auch unangenehme oder gar gefährliche Venenerkrankungen wie Besenreiser, Krampfadern oder eine Thrombose können entstehen, wenn wir uns zu wenig bewegen. Venentraining beugt hingegen vor.

Keine geschwollenen Beine

Laut der Deutschen Venen-Liga leidet etwa jede fünfte Frau unter einer Venenerkrankung, bei den Männern ist es etwa jeder sechste. Damit es nicht so weit kommt, kann jeder und jede etwas tun.

  • Bewegt euch im Alltag, wann immer es möglich ist, beispielsweise während Telefonkonferenzen.
  • Zwischendurch immer mal wieder vom Schreibtisch aufstehen.
  • Wenn in den Pausen kein Spaziergang oder ähnliches drin ist, die Beine möglichst hochlegen. So kann das Blut aus den Beinen zurück in den Körper fließen.
  • Beim Sitzen die Beine nicht übereinanderschlagen, sondern sie möglichst ausstrecken.
  • Während des Sitzens kleine Übungen machen: Beispielsweise die Füße 10 Mal auf und ab bewegen und dabei im Kreis drehen. Am besten wiederholt ihr die Übung als Venentraining alle halbe Stunde.
  • Bequeme Kleidung tragen, zu enge Gürtel, einschnürende Hosen oder Röcke vermeiden.
  • Nach Feierabend spazieren, Rad fahren oder walken.
  • Wer mag, kann Wechselduschen nehmen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen und die Durchblutung anzuregen.

Ein äußerst wirksames Venentraining erfahrt ihr in unserem Workout für die Beine.

Was sind Besenreiser?

Besenreiser werden auch „Besenreiservarizen“ oder „Besenreiservarikosis“ genannt und sind kleine Krampfadern. Sie sehen von Weitem aus wie blaue Flecke, sind beim genauen Hinschauen aber feine, erweiterte Venen, die mit ihrer Verästelung an Besen erinnern. Daher der Name. Ursache ist eine Bindegewebsschwäche. Sie führt dazu, dass die Venenwände vor allem in den Beinen ausleiern. Wenn das Blut dadurch schlechter transportiert werden kann und versackt, entsteht ein Rückstau und es bilden sich die typischen Besenreiser. Sie sind meist harmlos, aber kosmetisch nicht schön. Besenreiser verhindern kann man nicht, wenn es beispielsweise eine genetische Veranlagung gibt. Ihre Ausbildung kann man aber eindämmen, in dem man sich u. a. viel bewegt.

Was sind Krampfadern?

Bei Krampfadern (Varizen) handelt es sich um erweiterte Venen, meist an der Oberfläche der Beine, in denen sich Blut staut. Sie erscheinen als Knoten unter der Haut. Die Gefäßwände sind überdehnt und sacken aus. Grund ist das Nachlassen der Elastizität der Gefäßwände und unvollständiges Schließen der Venenklappen. Folge können schwere, geschwollene Beine sein, wenn man zu lange sitzt oder steht, ohne sich zu bewegen. Meist entstehen Krampfadern aufgrund einer angeborenen Schwäche der Venenklappen. Die Arbeit der Venen, den Rückstrom des Blutes Richtung Herz kann man aktiv mit der sogenannten Muskelpumpe fördern. Bei Bewegung unterstützen die Muskeln rund um die Venen den Transport des Blutes. Ob Krampfadern entfernt werden müssen, kann nur der Besuch eines Facharztes für Phlebologie oder Gefäßchirurgie klären.