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Vorsicht bei Übergewicht in der Schwangerschaft

Viele Schwangere sind zu dick. Das bestätigen aktuelle Studien. Fachleuten bereitet die Entwicklung Sorgen. Denn starkes Übergewicht in der Schwangerschaft kann fatale Folgen für Mutter und Kind haben.

Immer mehr Schwangere sind übergewichtig

Der aktuelle Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zeigt: Die Zahl der Schwangeren, die bei der Erstuntersuchung bereits übergewichtig ist, hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Brachten 2007 noch 34 Prozent der Frauen zu viele Kilos auf die Waage, waren es zehn Jahre später bereits 40 Prozent.

  • 23,5 Prozent der Schwangeren hatten einen Body-Mass-Index (BMI) zwischen 25 und 29,9 und galten damit als übergewichtig.
  • 15,8 Prozent wiesen einen BMI von 30 und mehr auf und galten damit als adipös (deutliches, krankmachendes Übergewicht).

Und noch etwas zeigen die Daten: Ältere Schwangere sind häufiger übergewichtig als jüngere.

Risikofaktor Übergewicht in der Schwangerschaft

Medizinerinnen und Mediziner beobachten diese Entwicklung mit großer Sorge, ebenso wie Ernährungswissenschaftlerinnen und Ernährungswissenschaftler. Denn starkes Übergewicht in der Schwangerschaft hat Auswirkungen auf die Gesundheit von Mutter und Kind.

So ist Übergewicht in der Schwangerschaft für die werdende Mutter unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) und Hypertonie (Bluthochdruck) verbunden. Auch Präeklampsie, vielen besser bekannt unter dem Begriff Schwangerschaftsvergiftung, kommt bei adipösen Frauen häufiger vor. Das Gleiche gilt für Früh- und Fehlgeburten sowie für Komplikationen unter der Geburt.

Beim Kind begünstige die Adipositas der Mutter ein erhöhtes Geburtsgewicht sowie späteres Übergewicht, so der Leiter der DGE-Studie, Professor Dr. Helmut Heseker von der Universität Paderborn. Auch das Risiko, dass Kinder im späteren Leben unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2 und dem Metabolischen Syndrom leiden, sei größer.

Schwangerschaft: Wie viel darf ich zunehmen?

Die empfohlene Gewichtszunahme in der Schwangerschaft beträgt bei normalgewichtigen Frauen zwischen 10 bis 16 Kilogramm. Bei unter- oder übergewichtigen Schwangeren weichen die Empfehlungen etwas nach oben und unten ab. Als Richtwert gilt hier der BMI, den die Frau vor der Schwangerschaft hatte.

  • Unter 18,5 = Untergewicht: 12,5 bis 18 Kilogramm
  • 18,5 bis 24,9 = Normalgewicht: 11,5 bis 16 Kilogramm
  • 25 bis 29,9 = Übergewicht: 7 bis 11,5 Kilogramm
  • über 30 = starkes Übergewicht: 5 bis 9 Kilogramm

Deinen BMI berechnen: Körpergewicht (in Kilogramm) geteilt durch Körpergröße (in Metern) zum Quadrat.

Essen für zwei?

Besser nicht! Schwangere sollten keinesfalls für zwei futtern, sondern einfach nur abwechslungsreich und gesund. Um Übergewicht in der Schwangerschaft zu vermeiden, gelten für werdende Mütter grundsätzlich die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für alle anderen auch:

  • viel frisches Obst und Gemüse
  • viel trinken
  • regelmäßig Vollkorn- und Milchprodukte
  • hin und wieder etwas Fisch und Fleisch
  • wenig Süßes

Alkohol, Produkte aus Rohmilch sowie rohes Fleisch, rohe Wurstwaren, roher Fisch und rohe Eier sollten in der Schwangerschaft hingegen tabu sein. Denn sie können der Gesundheit des Ungeborenen schaden.

Tatsächlich überschätzen viele Schwangere ihren Energiebedarf. Laut DGE erhöht sich dieser ab dem vierten Monat täglich um täglich 250 Kilokalorien (kcal). Ab dem siebten Monat sind es dann etwa 500 Kilokalorien pro Tag. Wichtig! Diese Angaben beziehen sich auf normalgewichtige Frauen, die in der Schwangerschaft weiterhin körperlich aktiv sind.


Ach, du dickes Deutschland

Nicht nur Übergewicht in der Schwangerschaft ist hierzulande ein Problem. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen (54 Prozent) hat mit überflüssigen Pfunden zu kämpfen. Männer sind mit 61 Prozent häufiger betroffen als Frauen (47 Prozent). Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Damit liegt Deutschland über dem EU-Durchschnitt von 53 Prozent. Am stärksten betroffen sind Kroatien und Malta, wo bereits 65 Prozent der Erwachsenen als übergewichtig gelten. Die geringsten Quoten verzeichneten Italien (46 Prozent) und Frankreich (48 Prozent).

Übergewicht, insbesondere starkes Übergewicht, gilt als Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen, darunter Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Rücken- und Gelenkbeschwerden. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) erhöht es auch das Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf.

Da hilft nur eins: Abnehmen! Zum Beispiel mit einem bewährten Ernährungsprogramm wie „Abnehmen mit Genuss“.