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Zu alt, um Tattoos schön zu finden?

Ob einem Tätowierungen gefallen, ist offenbar nicht bloß eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern auch eine Frage der Sozialisation und des Alters. Zu dem Ergebnis kommt jetzt eine Studie der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.

Tattoos als Massenphänomen

Seit den 80er Jahren erfreuen sich Tattoos auch in der westlichen Welt zunehmender Beliebtheit. Als der Boom begann, also vor gut 40 Jahren, dienten sie vor allem dazu, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder Subkultur auszudrücken. Keine zehn Jahre später waren sie dann schon eher ein modisches Bekenntnis. Besonders gern gestochen seinerzeit: Tribals, allen voran das Beckentribal, auch Arschgeweih oder Tussenlenker genannt. Es folgten asiatische Schriftzeichen, Blumen in allen Farben und Variantionen, sinnvolle und sinnlose Sprüche, Sterne und Sternchen, Kindernamen und Daten, filigrane geometrische Figuren, Schraffierungen …

Aktuell fällt auf, dass die Tattoos immer größer und abwechslungsreicher werden. Wer sich traut, trägt nicht mehr nur eine Tätowierung und das so, dass es sich im Zweifelsfall gut verstecken lässt, sondern gleich mehrere. Manchmal verschmelzen diese regelrecht auf Arm, Bein oder Oberkörper – oder ergänzen sich.

Studie zur Ästhetik von Tattoos

Tattoos sind also schon lange nicht mehr nur etwas für Ex-Knackis, Seeleute oder Freaks. Sie liegen im Trend, sind vielfach Kunst am Körper. Da könnte man annehmen, dass sie inzwischen auch von allen Mitgliedern der Gesellschaft als solche wahrgenommen und akzeptiert werden. Doch ist das wirklich so?

Dieser Frage ging eine Arbeitsgruppe der Helmut-Schmidt-Universität/Universiät der Bundeswehr Hamburg um Professor Dr. Thomas Jacobsen nach. Die Forscherinnen und Forscher wollten wissen, wie verschiedene Teile der Bevölkerung Tätowierungen ästhetisch bewerten.

Befragt wurden Menschen aus drei Gruppen: 49 Jahre oder jünger, 50 Jahre oder älter sowie Leute, die sich mit der Materie auskennen, also Tätowiererinnen und Tätowierer. Das Ergebnis: Es ist eine Frage der Sozialisation und der Generation und damit oft auch des Alters, wie jemand Tätowierungen ästhetisch beurteilt.

Schön, bunt oder einfach nur hässlich?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden gebeten, mit Adjektiven die Ästhetik von Tätowierungen zu beschreiben. Begriffe wie „schön“, „hässlich“, „bunt“ und „interessant“ waren die häufigsten Adjektive, die genannt wurden.

Die Befragten über 50 Jahren verwendeten allerdings deutlich mehr negative Adjektive, während die jüngere Gruppe und die Gruppe der Fachleute eine klare Tendenz zu positiven Adjektiven hatte. Zudem benutzten die Tätowiererinnen und Tätowierer vielfältigere und eher beschreibende Begriffe – vermutlich aufgrund ihres Fachwissens, so die Erklärung der Forschenden.

Körperschmuck polarisiert

Die Hamburger Studie ist die erste, in der die Ästhetik und die Akzeptanz von Tattoos anhand von verbalen Anhaltspunkten beleuchtet wird. Das Ergebnis deckt sich jedoch mit dem früherer Erhebungen.

So zeigte eine Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) bereits 2014, dass es eher die Jüngeren sind, die Gefallen an Tattoos finden, während sich die Älteren damit etwas schwer tun:

  • Tätowierungen gefielen seinerzeit 46 Prozent der Befragten im Alter zwischen 16 und 29 Jahren, 24 Prozent waren selbst tätowiert.
  • Von den 30- bis 44-Jährigen fanden 30 Prozent Gefallen am Körperschmuck, 20 Prozent hatten ein Tattoo.
  • Bei den Befragten im Alter zwischen 45 und 59 Jahren kamen Tattoos nur bei 18 Prozent gut an, 12 Prozent hatten sich eins oder mehrere stechen lassen.
  • Bei den über 60-Jährigen konnten gerade mal 4 Prozent etwas mit den bunten Bildern auf der Haut anfangen, 3 Prozent hatten eine Tätowierung.

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Du willst dich tätowieren lassen?

Tattoos sind für die Ewigkeit. Deshalb ist es wichtig, dass du ein gutes Studio aussuchst. 3 Tipps, damit du deine Entscheidung hinterher nicht bereust:

  1. Achte bei der Wahl des Studios unbedingt auf Sauberkeit und Hygiene. Staub auf den Ablagen, Spinnweben an der Decke oder ein schmuddeliger, unaufgeräumter Arbeitsplatz sind absolute No-Gos. Tätowierer müssen Einmalhandschuhe benutzen, außerdem müssen Instrumente und Nadeln steril sein. Sonst kann es passieren, dass du dich mit Krankheiten ansteckst, die übers Blut übertragen werden – Hepatitis C zum Beispiel. Gute Studios verwenden zudem Einzelverpackungen für die Farben. Auch Rasierer, Tupfer und Co. müssen natürlich nach jedem Kunden gewechselt werden.
  2. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Beratung. Ein guter Tätowierer erklärt dir nicht nur, wie die Tätowierung abläuft und welche Risiken bestehen, er berät dich auch ausführlich zum Motiv und macht Entwürfe. Und: Er versucht auf keinen Fall, dir etwas aufzudrängen oder dich zu etwas zu überreden.
  3. Einige Farbstoffe stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. Deswegen solltest du dich im Studio erkundigen, welche Farben verwendet werden. Informationen zu den Qualitätsanforderungen gibt es in der Tätowiermittel-Verordnung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Azo-Farbstoffe und Para-Phenylendiamin (PPD) sind inzwischen verboten.

Du bist noch unsicher? Lass dir in jedem Fall frühere Arbeiten des Tätowierers und Kundenreferenzen zeigen. Vielleicht hast du ja auch die Gelegenheit, selbst mit anderen Kunden zu sprechen und kannst sie nach ihren Erfahrungen fragen.