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Studie: Weniger Sport wegen Corona

Mehr als 30 Prozent der Deutschen haben ihre Sportaktivitäten während des Corona-Lockdown eingestellt. Das geht aus einer aktuellen Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen hervor. Keine gute Idee, so die Wissenschaftler. Denn weniger Sport sorgt für schlechte Laune.
 

Ein Drittel der Deutschen hat weniger Sport gemacht

Über 39 Millionen Deutsche treiben regelmäßig in Vereinen und in Fitnessstudios Sport. So die aktuellen Zahlen des Deutschen Olympischen Sportbunds und des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen. Die Corona-Pandemie und die damit verbundene Schließung von Turnhallen, Sportplätzen, Schwimmbädern und Fitnessstudios hat sich allerdings massiv auf das Sportverhalten der Deutschen ausgewirkt, wie eine aktuelle Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen jetzt zeigt.

Für die Gießener Studie wurden 1.001 Personen über 14 Jahre zu ihrem Sportverhalten während des Corona-Lockdowns befragt. Die Ergebnisse:

  • 36 Prozent der Befragten gehören zu den „Inaktiven“. Sie haben weder vor noch während der Pandemie Sport getrieben.
  • 31 Prozent sind „Sport-Aussteiger“. Sie haben ihr Sportprogramm entweder stark reduziert oder ganz eingestellt.
  • 33 Prozent gehören zur Gruppe der „Weiter-Aktiven“. Sie haben ihr Sportpensum trotz Einschränkungen weiter aufrecht gehalten. Sechs Prozent von ihnen haben ihre Aktivität sogar intensiviert.

Kinderbetreuung und Homeoffice als Sportkiller

Zur Gruppe der Sport-Aussteiger gehören vor allem Personen über 30 Jahren. „Jüngere Menschen unter 30 Jahren haben ihre Sportaktivitäten deutlich seltener reduziert als ältere“, so der Sportsoziologe Professor Michael Mutz von der Justus-Liebig-Universität Gießen. Als Grund dafür gaben die Jüngeren häufig an, mehr freie Zeit für Sport während des Lockdowns zu haben.

Personen über 30 Jahren berichteten hingegen von weniger Freizeit aufgrund von Kinderbetreuung und Arbeiten im Homeoffice. Auch die Tatsache, dass Teamsport wegfiel und Sportanlagen geschlossen waren, hat die Aussteiger eher demotiviert, weiter Sport zu treiben. Neun Prozent der Aussteiger hatten Angst, das Haus zu verlassen und haben deshalb ihr Sportprogramm eingestellt. Dazu gehörten vor allem ältere Sportlerinnen und Sportler.

Spaziergang, Joggen und Radfahren beliebt

Rund ein Viertel der Deutschen war während der Pandemie vor allem im Freien aktiv: 18 Prozent eher mit leichter Aktivität wie etwa Spazieren gehen, neun Prozent mit Ausdauersportarten wie Joggen und Radfahren. Außerdem hat jede und jeder Sechste versucht, individuell zu Hause zu trainieren. Zu den beliebtesten Workouts hier gehörten Gymnastik, Yoga, Stretching, Pilates, Kraft- und Cardiotraining mit Ergometern und Laufbändern, oder Krafttraining mit Hanteln und ähnlichen Geräten.

Weniger Sport sorgt für schlechte Stimmung

Die eingeschränkte Bewegungsmöglichkeit hat sich auch auf die Stimmungen der Studienteilnehmer ausgewirkt. Personen, die vor der Corona-Pandemie sportlich sehr aktiv waren und dann pausiert haben, berichteten besonders oft von schlechter Laune und negativen Emotionen. „Sport ist ein guter Puffer gegenüber Gefühlen wie Ärger und Einsamkeit und sollte deshalb während der Pandemie soweit wie möglich und im Einklang mit den geltenden Regeln beibehalten werden“, empfiehlt der Gießener Sportsoziologe.


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