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Studie: große psychische Belastung durch Corona-Krise

Eine Umfrage der Medizinischen Hochschule Hannover zeigt: Die psychische Belastung durch die Corona-Einschränkungen ist hierzulande groß.

Corona als Stressfaktor

Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben Auswirkungen auf unsere Psyche. Das zeigen erste Auswertungen einer Befragung, die das Zentrum für Seelische Gesundheit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) Anfang April startete.

Ähnlich wie zuvor in China sehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch hierzulande Belege für eine deutliche mentale Belastung. Viele Menschen fühlen sich gestresst, Angst, depressive Symptome, Schlafprobleme und Aggressionen nehmen zu.

Mehr häusliche Gewalt

Die Mehrheit der Befragten (60 Prozent) kommt eigenen Angaben zufolge sehr gut oder gut mit der veränderten Situation klar. 26,9 Prozent erklärten hingegen, schlecht oder sehr schlecht damit umgehen zu können. Die befragten Frauen wiesen dabei deutlich höhere Depressions- und Angstwerte auf.

45,3 Prozent der Befragten gaben an, schlechter zu schlafen. 50,9 Prozent erleben sich selbst als reizbarer, 29 Prozent als wütender und aggressiver.

Besondere Sorge bereitet den Experten, dass fünf Prozent der Teilnehmenden angaben, in den vergangenen vier Wochen häusliche Gewalt erfahren zu haben – und zwar verbaler, körperlicher oder sexueller Art. Außerdem berichteten die Teilnehmenden mehrheitlich, dass die Gewalt zuletzt zugenommen habe.

Über 3.500 Befragte

Die Auswertung bezieht sich auf die ersten beiden Wochen im April und umfasst damit den Zeitraum der schärfsten Lockdown-Maßnahmen. 3.545 Freiwillige nahmen an der Studie teil, davon 83 Prozent Frauen und 15,2 Prozent Männer. 

Hilfe für betroffene Familien

Viele Beratungsstellen haben ihr Angebot für Kinder, Jugendliche und Eltern angesichts der aktuellen Situation ausgebaut. Dazu gehört auch die „Nummer gegen Kummer“.