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Ältere machen weniger Sport

Spazieren gehen statt Sport treiben: Ein Drittel aller 49- bis 60-Jährigen hat seinen Sport in der Coronapandemie an den Nagel gehängt. Das ist schlecht für die Gesundheit.

Senioren, Sport und Corona

Sport, also richtiges, schweißtreibendes Training, ist wichtig für die körperliche und geistige Fitness. Doch leider sind die Sportprogramme für viele ältere Menschen hierzulande seit Ausbruch der Coronapandemie zum Erliegen gekommen. Statt eines regelmäßigen und fordernden Fitnesstrainings steht jetzt eher gemütliches Spazierengehen auf dem wöchentlichen Bewegungsplan. Das zumindest legen die Ergebnisse des Deutschen Alterssurveys nahe.

Seit Jahrzehnten werden darin Menschen im Alter zwischen 49 und 90 Jahren nach ihren Gewohnheiten befragt. Im vergangenen Sommer haben rund 4.700 Menschen an dieser schriftlich-postalischen Umfrage zu Sport und Corona teilgenommen. Heraus kam, dass zwar knapp 65 Prozent der Altersgruppe zwischen 49 und 90 Jahren auch in Pandemiezeiten ihr bisheriges Sportpensum beibehalten hat. In der Altersgruppe der 49 bis 60-Jährigen gaben aber mehr als 30 Prozent der Befragten an, weniger Sport zu treiben.

Spazierengehen? Ja, aber … 

Durchschnittlich scheint die Tendenz zum Spaziergang in der Pandemie eher zugenommen zu haben. So gaben fast 75 Prozent der Befragten an, dass sie genauso viel wie vor der Pandemie spazieren gingen. 15 Prozent taten dies sogar noch häufiger als vor Corona. Allerdings sagten zehn Prozent der Befragten auch, dass sie weniger spazieren gingen. Und: Von denen, die weniger Sport trieben, gab nur ein Viertel an, dafür mehr spazieren zu gehen. Fast genauso viele hingegen hatten zusätzlich zum Sportprogramm auch die Spaziergänge mehr oder weniger eingestellt.

Daraus lässt sich folgern, dass der Bewegungsmangel insgesamt größer geworden ist – und dass zusätzliche Spaziergänge das ausgefallene Sportprogramm nicht auffangen können. Die Weltgesundheitsorganisation hat unlängst erneut vor den Folgen von Sport- und Bewegungsmangel gewarnt und ihre Empfehlungen zu Sport und Corona aktualisiert.

Mehr Sport in der Pandemie

Egal ob alt oder jung – in der Coronapandemie sind Sport und Bewegung wichtiger denn je! In allen Altersstufen. Denn wer körperlich inaktiv ist, hat ein hohes gesundheitliches Risiko, sagt die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Dazu zählen unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Typ-II-Diabetes. Und: Wer sportlich und körperlich fit ist, hat auch bei einer Covid-19-Infektion eine größere Chance, einen milderen Krankheitsverlauf durchzumachen. Übergewicht und Inaktivität zählen dagegen zu den großen Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von Covid-19, so die DGSP.