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Sehstörungen können depressiv machen

Eine US-amerikanische Studie legt nahe: Sehstörungen im mittleren Lebensalter gehören zu den Risikofaktoren für Depressionen. Vor allem Frauen sind offenbar davon betroffen.

Studie zur Gesundheit von Frauen

Probleme mit den Augen machen Frauen im mittleren Altern möglicherweise so zu schaffen, dass sie depressive Symptome zeigen. Das legen US-amerikanische Untersuchungsergebnisse nahe, die kürzlich in der Fachschrift „Menopause“ veröffentlicht wurden.

Hintergrund ist die „Study of Women’s Health Across the Nation“, kurz SWAN. Die Studie begleitet seit Mitte der 90er-Jahre mehr als 3.000 Frauen. Diese waren zu Beginn der Erhebung zwischen 45 und 55 Jahre alt und damit in den sogenannten Wechseljahren.

Ziel der Langzeituntersuchung ist es, den Einfluss der hormonellen Umstellung auf die körperliche und seelische Gesundheit von Frauen zu untersuchen. Dazu gehört auch, mögliche Riskofaktoren für Depressionen zu erkennen. Denn daran erkranken Frauen in den Wechseljahren häufiger als Männer im gleichen Alter.

Zusammenhang von Sehstörungen und Depressionen

Zu Beginn der Studie wurde bei 226 Teilnehmerinnen ein Sehtest durchgeführt. Etwas mehr als die Hälfte der befragten Frauen (53,8 Prozent) hatte seinerzeit bereits eine leichte Einschränkung der Sehstärke (20/30 bis 20/60). Bei acht Prozent war die Sehstörung mittelschwer (20/70). Zur Einordnung: Bei einer Sehstärke von 20/70 können die Betroffenen Dinge, die 20 Meter weit weg sind, etwa so gut erkennen wie Sehgesunde in 70 Metern Entfernung.

Bei den Nachuntersuchungen fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schließlich heraus, dass Frauen mit Augenproblemen deutlich öfter von depressiven Stimmungen berichteten als andere – und je stärker die Einschränkung beim Sehen, desto ausgeprägter auch die negativen Gefühle.

Machen Sehstörungen also tatsächlich depressiv? Ganz so einfach ist die Sache offenbar nicht. Ein Teil der psychischen Probleme könnte auch mit Erkrankungen zusammenhängen, die zu den Sehstörungen geführt haben oder diese begünstigen. Dazu gehören zum Beispiel Diabetes mellitus, Bluthochdruck (Hypertonie) oder schmerzhafte Gelenkentzündungen (Osteoarthritis). Als diese in die Auswertung der Ergebnisse einbezogen wurden, war der Zusammenhang zwischen Sehstörung und Depression nicht mehr ganz so eindeutig – zumindest statistisch gesehen.

Lass die Augen untersuchen

Neben dem Sprechen und Hören ist Sehen der wichtigste Sinn, wenn es darum geht, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten oder sich in der Welt zurechtzufinden. Ist das Sehvermögen (plötzlich) beeinträchtigt, kann das ganz schön aufs Gemüt schlagen – und mittelfristig auch zu ernsthaften psychischen Problemen führen. Die gute Nachricht: Viele Sehstörungen lassen sich behandeln. Also bei Problemen ab zum Augenarzt oder Optiker und die Augen durchchecken lassen!

Was sind Anzeichen einer Depression?

Jeder Mensch hat Phasen, in denen er oder sie niedergeschlagen, traurig oder schlecht gelaunt ist. Das ist normal und gehört zum Leben dazu. Meist verschwinden die negativen Gefühle nach einigen Stunden oder Tagen von selbst wieder. Bei einer Depression ist das anders. Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit und Selbstzweifel machen sich breit und haben die Betroffenen fest im Griff – und das mitunter über Wochen und Monate. Hinzu kommen weitere Symptome wie Schlaflosigkeit, Appetitmangel, Konzentrationsschwierigkeiten oder Schuldgefühle. Kein Wunder, dass es depressiven Menschen kaum gelingt, ihren Alltag oder gar ihren Job zu bewältigen.

Depressionen sind also weit mehr als Stimmungsschwankungen oder eine Phase, die früher oder später vorübergeht. Depressionen sind eine ernsthafte Erkrankung. Und sie können in jedem Alter, in verschiedenen Formen und unterschiedlicher Schwere auftreten.

Ursachen von Depressionen

Experten gehen davon aus, dass bestimmte Faktoren bei der Entstehung von Depressionen eine Rolle spielen. Dazu gehören:

  • genetische Faktoren
  • biochemische Prozesse im Gehirn
  • hormonelle Veränderungen
  • belastende Ereignisse oder Erfahrungen
  • dauerhafter Stress und Überforderung

Wie lassen sich Depressionen behandeln?

Wer Anzeichen einer Depression bei sich vermutet, sollte sich in jedem Fall medizinischen Rat holen. Erste Anlaufstelle ist hier in der Regel die Hausarztpraxis.

Die Behandlung wird individuell auf die Patientinnen und Patienten und ihre Form der Depression abgestimmt. Meist besteht sie aus einer Psychotherapie in Kombination mit Medikamenten, den sogenannten Antidepressiva. Sie beeinflussen den Hirnstoffwechsel. Ihre Wirkung setzt meist erst nach zwei bis drei Wochen ein. Bei leichten Depressionen können auch Präparate auf pflanzlicher Basis, etwa apothekenpflichtige Johanniskrautextrakte, die Beschwerden lindern.

Bei der Behandlung von Depressionen hat ich zudem die kognitive Verhaltenstherapie bewährt. Sie unterstützt die Betroffenen dabei, ihren Tag ausgewogen zu strukturieren und Stress, Überforderung oder negative Gedankenschleifen zu vermeiden.