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Besser in der Schwangerschaft Folsäure und Jod zusätzlich einnehmen

In der Schwangerschaft Folsäure und Jod in ausreichender Menge zu sich zu nehmen – darauf sollten Frauen achten. Sowohl Folsäuremangel als auch Jodmangel schaden dem Ungeborenen. Das wissen offenbar zu wenig werdende Mütter, zeigt die aktuelle Still-Studie SuSe II.

Wichtig: in der Schwangerschaft Folsäure und Jod ergänzen

Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch, die sich ausgewogen ernähren, bekommen in der Regel alle Nährstoffe, die sie brauchen. Ausgenommen davon sind Folsäure und Jod. Beides sind wichtige Bausteine für eine gesunde Entwicklung des ungeborenen Babys. Deshalb raten Gesundheitsexpertinnen und -experten Schwangeren dringend, rechtzeitig entsprechende Jodtabletten gegen Jodmangel und Nahrungsergänzungsmittel gegen Folsäuremangel einzunehmen. Dieser Empfehlung folgen jedoch immer noch zu wenige Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Still-Studie SuSe II der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Weniger als die Hälfte nimmt in der Schwangerschaft Folsäure und Jodtabletten ein

In der Studie wurden 966 Frauen unter anderem gefragt, ob sie bereits bei bestehendem Kinderwunsch zusätzlich Folsäure zu sich genommen hätten. Im Ergebnis waren es weniger als die Hälfte der Frauen (45,4 Prozent). Ähnlich war auch die Antwort auf die Frage nach der Einnahme von Jodtabletten während der Schwangerschaft – auch hier hielt sich nur die Hälfte Studienteilnehmerinnen an die medizinische und ernährungswissenschaftliche Empfehlung, Jodtabletten zusätzlich zuzuführen. Für die Fachleute ist dies ein problematisches Ergebnis: Ein Folsäuremangel wie auch ein Jodmangel können besonders in der Frühphase der Schwangerschaft zu schweren gesundheitlichen Problemen beim Kind führen.

Was bewirkt Folsäure in der Schwangerschaft ?

Folsäure gehört zu der Gruppe der B-Vitamine. Sie spielt eine wesentliche Rolle bei der Teilung und Vermehrung von Zellen. Deshalb ist sie für alle Wachstums- und Entwicklungsprozesse im Körper mitverantwortlich – und unentbehrlich. Ein Folsäuremangel wirkt sich auch auf die Blutbildung aus und kann in der Schwangerschaft zu schweren Fehlbildungen beim Embryo wie dem offenen Rücken und zu Fehl- und Frühgeburten führen.

Wieviel Folsäure wird in der Schwangerschaft empfohlen?

Folsäure kann wie alle Vitamine vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Sie wird über die Nahrung aufgenommen. Aber auch eine ausgewogene Ernährung kann den zusätzlichen Bedarf an Folsäure in der Schwangerschaft nicht decken. Wer also den Wunsch nach einem Baby verspürt, sollte schon rechtzeitig mit der täglichen Einnahme von 400 Mikrogramm Folsäure beginnen – mindestens vier Wochen vor der Schwangerschaft und dann etwa bis zur 14. Schwangerschaftswoche. Wer erst kurz vor oder mit Beginn der Schwangerschaft Folsäure beginngt einzunehmen, sollte die doppelte Menge (800 Mikrogramm) täglich einnehmen.

Was bewirkt Jodmangel in der Schwangerschaft?

Jod ist ein sogenanntes Spurenelement, das ebenfalls durch die Nahrung aufgenommen wird. Deutschland galt längere Zeit als Jodmangelgebiet. Zwischenzeitlich hatte sich die Situation etwas gebessert. Dennoch: Auch wenn viele Lebensmittel mittlerweile mit Jod angereichert sind („Jodsalz“), schaffen es viele nicht, täglich genug Jod zu sich zu nehmen. Jodmangel während der Schwangerschaft kann zu Fehl- und Frühgeburten führen. Bei Babys besteht die Gefahr, dass sie mit einem Kropf zur Welt kommen. Auch die Entwicklung ihres Skelett- und Nervensystems kann dauerhaft beeinträchtigt sein.

Wieviel Jod wird in der Schwangerschaft empfohlen?

Schwangere Frauen sollten zusätzlich zu einer jodreichen Ernährung täglich 100 bis 150 Mikrogramm Jod einnehmen.

Warum wird in der Schwangerschaft Folsäure öfter eingenommen als Jod?

Die Studienleiterin Prof. Dr. Kersting vom Forschungsdepartment Kinderernährung (FKE) hat folgende Vermutung: „Da wir die Mütter in unseren Fragebögen nicht spezifisch nach ihrer Begründung für die Einnahme der Nährstoffe gefragt haben, sind uns die tatsächlichen Gründe für die häufigere Verwendung von Folsäure gegenüber Jod nicht bekannt.
Aus unseren Daten können wir aber entnehmen, dass die supplementierenden Frauen bei Folsäure häufiger ein Monopräparat eingesetzt hatten als die Frauen, die Jod supplementierten. Das lässt vermuten, dass die Frauen gezielt auf die Folsäure achteten, und dass die Empfehlung zur Supplementation von Folsäure besser bekannt sind als von Jod.“

In welchen Lebensmitteln stecken Jod und Folsäure?

Jod ist vor allem in Seefisch, Milch- und Milchprodukten und jodiertem Speisesalz enthalten. In unserem Ernährungsspecial gibt es eine große Übersicht zu allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Dort findet sich auch eine Übersicht der Nahrungsmittel, in denen besonders viel Folsäure und Jod steckt.

Was brauchen Schwangere noch?

Das Spurenelement Eisen. Bei einem Eisenmangel besteht die Gefahr einer Frühgeburt oder eines geringen Geburtsgewichts des Babys. Außerdem fühlen sich Schwangere oft schlapp, müde, leiden öfter unter Infekten oder Kopfschmerzen. Deshalb wird die Eisenversorgung auch immer ärztlich kontrolliert, besonders bei Vegetarierinnen. Gut verwertbares Eisen steckt vor allem in Fleisch. Pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Gemüse und Vollkornprodukte können zur Eisenversorgung beitragen. Tipp: Eisen wird in Kombination mit Vitamin C besser vom Körper aufgenommen. Deshalb zum Beispiel ein Glas Orangesaft zum Essen trinkt oder Vitamin-C-reiches Gemüse mit Vollkornprodukten kombinieren. Ein Eisenpräparat solltest du allerdings nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.