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Rauchen und Corona: Raucher erkranken schwerer an Corona

Rauchen und Corona – seit Beginn der Pandemie gibt es dazu immer wieder neue, zum Teil widersprüchliche Aussagen. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) legen aktuelle Daten jedoch nahe, dass Raucher stärker unter einer COVID-19-Erkrankung leiden als Nichtraucher.

Mehr Komplikationen bei Rauchern

Auch wenn noch viele Fragen zum Thema Rauchen und Corona offen sind und täglich neue Studienergebnisse veröffentlicht werden, verdichten sich laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Hinweise, dass Raucher bei einer COVID-19-Erkrankung eher mit einem schweren Krankheitsverlauf rechnen müssen.

Raucher mit geschädigtem Bronchialsystem hätten „nach aktueller Datenlage ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf“, erklärt die Leiterin der BZgA Professor Heidrun Thaiss in einer Pressemitteilung. Es gäbe mittlerweile einige Studien, die zeigten, dass sich unter den COVID-19 Erkrankten deutlich mehr Raucher befänden als Nichtraucher. Auch das Risiko von Rauchern, an einer möglichen Lungenentzündung zu erkranken, sei höher als bei Nichtrauchern.

Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf

Das RKI (Robert Koch-Institut) macht folgende Faktoren für einen schweren Krankheitsverlauf verantwortlich:

  • Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an.
  • Grunderkrankungen wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere, Krebserkrankungen oder Faktoren wie Adipositas und Rauchen scheinen das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ebenfalls zu erhöhen.
  • Bei älteren Menschen mit vorbestehenden Grunderkrankungen ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf höher, als wenn nur ein Faktor (Alter oder Grunderkrankung) vorliegt.

Corona-Infektionsrisiko für Raucher höher

Nicht nur, dass die Krankheit bei Rauchern ernster verläuft, es gibt sogar Hinweise darauf, dass sie sich leichter mit dem Coronavirus infizieren als Nichtraucher. Dies liegt zum einen, so Heidrun Thaiss von der BZgA, an rauchertypischen Gewohnheiten. Beim Rauchen werden die Finger nahe an das Gesicht bis an die Lippen gebracht und kein Raucher desinfiziere vor dem Rauchen seine Hände. Die WHO weist in diesem Zusammenhang auch auf die Gefahr beim gemeinschaftlichen Rauchen von Wasserpfeifen und dem Teilen des Mundstückes hin, was eine Ansteckung fördere.

Ein weiterer Grund, der für eine höhere Infektionsgefahr bei Rauchern spricht, liegt in der Wirkung der Rauchinhaltsstoffe Nikotin und Teer auf die Atemwege. Durch das Rauchen werden die Abwehrkräfte des Bronchialsystems dauerhaft geschwächt. Die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nimmt ab. Die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung der Lunge sind vermindert. Das führt dazu, dass sich Viren und andere Erreger leichter einnisten können. Deshalb erkranken Raucher übrigens generell häufiger an Virusinfektionen und Lungenfunktionsstörungen.

Rauchen und Corona: Nikotin als Coronaschutz?

Zwischenzeitlich erschienen auch Studien zum Thema Rauchen und Corona, die so interpretiert wurden, dass Rauchen vor einer COVID-19-Ansteckung schützen könne. Diese Vermutung bestätigte sich allerdings nicht. Der Irrtum lässt sich mittlerweile auf methodische Schwierigkeiten zurückführen. Zum einen wird bei Notfällen, die im Krankenhaus eingeliefert werden, nicht immer gefragt, ob der Patient Raucher sei. Und zum anderen hören viele Menschen, die an COVID-19 erkranken, mit dem Rauchen auf, weil es ihnen schlecht geht. Sie kommen dann faktisch als Nichtraucher die Klinik. All das führe zu fragwürdigem Datenmaterial, das missinterpretiert wurde, so die Experten. Fest steht: Rauchen schützt ganz sicher nicht vor einer Coronaerkrankung.