Kategorien
News

Rauchen aufhören: E-Zigaretten sind kein Ersatz

Du willst pünktlich zum Weltnichtrauchertag 2021 mit dem Rauchen aufhören? Gute Idee! Aber bitte nicht stattdessen zur E-Zigarette greifen. Die enthält nämlich ebenfalls toxische Stoffe, die der Gesundheit schaden.

Mit dem Rauchen aufhören – die Fakten

Der Anteil der Raucherinnen und Raucher an der Gesamtbevölkerung in Deutschland ist seit den 1980er Jahren leicht rückläufig. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit rauchen hierzulande 23,8 Prozent der Erwachsenen – Männer (27 Prozent) häufiger als Frauen (20,8 Prozent). Vor allem bei den Jugendlichen ist ein deutlicher Rückgang der Raucherquote zu beobachten. So ist der Anteil der rauchenden 12- bis 17-Jährigen von 27,5 Prozent im Jahr 2001 auf 6,6 Prozent im Jahr 2018 gesunken. Ein ähnlicher Trend zeigt sich auch bei den jungen Erwachsenen. Rauchten 2011 noch 44,5 Prozent der 18- bis 25-Jährigen, waren es 2018 nur noch 24,8 Prozent.

Denoch: An den Folgen des Rauchens sterben in Deutschland jedes Jahr rund 127.000 Menschen. Dies entspricht 13,3 Prozent aller Todesfälle. Rauchen ist damit nach wie vor das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Lungenleiden, Krebs und Diabetes sind mögliche Folgen. Zudem schädigen die Schadstoffe, die in jeder Zigarette stecken, das Immunsystem und beschleunigen den Alterungsprozess.

Nichtrauchen lohnt sich

Schon wenige Wochen ohne Zigarette und du hast weniger Husten- und Atembeschwerden. Nach einem rauchfreien Jahr sinkt das Risiko für koronare Herzerkrankungen um 50 Prozent. Die Risiken für Lungenkrebs halbieren sich nach fünf Jahren. Weitere positive Effekte: Verfärbungen an Zähnen und Händen lassen nach, das Hautbild verbessert sich und du wirst körperlich fitter. Sogar die Psyche profitiert. Und zu guter Letzt sparst du auch noch jede Menge Geld!

Rauchstopp: Leichter gesagt als getan

„Sag ja zum Rauchverzicht“: Unter dieses Motto hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den diesjährigen Welt-Nichtrauchertag am 31. Mai gestellt. Und tatsächlich hat die Mehrheit der Raucherinnen und Raucher auch schon mindestens einmal versucht, sich die Qualmerei abzugewöhnen – mitunter ohne dauerhaften Erfolg. Denn neben der Überwindung der Tabakabhängigkeit erfordert der Rauchstopp vor allem eine Verhaltensänderung.

Die Zigarette gehört für viele Raucherinnen und Raucher zur täglichen Routine. Vor allem jetzt, in Zeiten der Pandemie, greifen viele zum Glimmstängel, die eigentlich mit dem Thema schon längst durch waren. Denn Rauchen gibt dem Alltag Struktur, sorgt für kleine Pausen zwischendurch, dient dem Stressabbau, ist gut gegen Langeweile, hat eine soziale Komponente … Wer langfristig davon loskommen will, muss für diese Funktionen also einen guten Ausgleich beziehungsweise Ersatz finden.

E-Zigaretten sind keine Alternative

Einige Raucherinnen und Raucher gehen den Umweg übers Dampfen, um dem Tabak zu entsagen. Viele Fachleute halten das jedoch für keine gute Idee. Auch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) lehnt E-Zigaretten und Tabakerhitzer zur Tabakentwöhnung nach wie vor ab. „Das Aerosol von E-Zigaretten enthält toxische Inhaltsstoffe, die nachweislich schädigend auf die Lunge, das Herz-Kreislauf-System und das Immunsystem wirken“, heißt es in einer Stellungnahme der medizinischen Fachgesellschaft.

Untersuchungen zu E-Zigaretten als Mittel in der Tabakentwöhnung seien zudem „wenig über­zeu­gend, um E-Zigaretten gegenüber den langjährig erprobten und etablierten Nikotin­-Ersatzpräparaten oder anderen Medikamenten, die das Rauchverlangen reduzieren, zu bevorzugen“, so die DGP. Problematisch ist beim Gebrauch von E-Zigaretten und Verdampfern nicht zuletzt, dass die Nikotinabhängigkeit weiter besteht. Denn sie begünstigt Rückfälle. 

Programme und Mittel zum Rauchen abgewöhnen

Tabak-Entwöhnungsprogramme haben beim Rauchstopp hingegen sehr gute Erfolgsraten. Sie werden unter anderem von Krankenkassen oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) angeboten. Wer hier mitmacht, bekommt neben medizinischer und psychologischer Unterstützung vor allem praktische Tipps für den Alltag. Auch der Austausch mit anderen ist mitunter Teil der Programme.

Vielen ehemaligen Rauchern hat zudem eine ergänzende Nikotin-Ersatztherapie geholfen, um leichter vom Glimmstängel loszukommen. Nikotin-Ersatzpräparate sind in Form von Kaugummis, Lutschtabletten, Plastern oder Sprays ohne ärztliches Rezept in der Apotheke erhältlich.