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Post-Holiday-Blues?

Bist du zurzeit auch so down? Für den emotionalen Tiefpunkt nach Weihnachten, Silvester und dem Jahresanfang gibt es sogar einen Fachbegriff: Post-Holiday-Blues. Aber was ist da dran und wie kommt man wieder auf positivere Gedanken?

Traurigster Montag des Jahres

Der britische Psychologe Cliff Arnall hat bereits 2005 berechnet, dass der absolute Gemütstiefpunkt genau am dritten Montag des Jahres liegt. 2022 wäre dies der 17. Januar, also heute!

Aber was ist wirklich dran am vermeintlich traurigsten Tag des Jahres? Auf den ersten Blick scheint die Zeit nach Weihnachten, Silvester und dem Jahresanfang für viele Menschen tatsächlich eine emotionale Herausforderung zu sein. Weihnachten mit der ganzen Familie war anstrengend und die guten Vorsätze von Silvester sind bereits über Board gegangen. Hinzu kommt, dass ein Montag generell „unlustiger“ ist, was die Gemütslage angeht, als ein Freitag – für viele der Beginn des Wochenendes.

Post-Holiday-Blues nur ein Werbegag?

Klaus-Dirk Kampz, Geschäftsführer der My Way Klinik für Psycho­therapie und Psychia­trie in Eckenhagen, relativiert jedoch die exakte Berechnung für den Höhepunkt des Post-Holiday-Blues: „In seiner Formel bezieht sich Psychologe Cliff Arnall auf verschiedene Faktoren, wie das Wetter, das Geld, die Jahreszeit und die eigene Motivation. Derartige Dinge lassen sich allerdings nur schwer messen und einer konkreten Zahl zuordnen.“

Zweifel am wissenschaftlichen Hintergrund ist allein schon deshalb angebracht, da die Formel erstmals in einer Presseinformation eines Reiseunternehmens veröffentlicht wurde. Das spricht eher für einen Werbe-Coup, der Menschen Gründe liefern soll, in der kalten, trüben Jahreszeit, Urlaub in wärmeren Gefilden zu buchen. Doch ganz unberechtigt ist der Vorschlag, in den sonnigen Süden zu reisen, um dem Post-Holiday-Blues zu entgehen, nicht. Denn lange Wintermonate setzen tatsächlich vielen Menschen zu.

Schuld ist vor allem das müde machende Schlafhormon Melatonin, das der Körper in den dunklen Monaten in großen Mengen produziert. Gleichzeitig ist der Spiegel des Glückshormons Serotonin sehr viel niedriger als während der hellen Jahreszeiten. „Infolgedessen fühlen sich Menschen erschöpft, antriebslos und auch trauriger als sonst. Ob der Blue Monday aber tatsächlich der unglücklichste Tag des ganzen Jahres ist, bezweifle ich stark“, so Klinikchef Klaus-Dirk Kampz.

Blue Monday muss nicht für alle blue sein

Halten wir also fest: Allein das Datum 17. Januar ist kein Grund, schlecht drauf zu sein. Dieser Tag ist vielleicht eher mit Freitag, dem 13. zu vergleichen, an dem uns ja das Pech angeblich verfolgen soll. Und ob der Montag an sich bereits das Attribut „blue“ verdient, hängt auch von den individuellen Lebensumständen ab. Es gibt ja schließlich auch Berufe, da ist der Montag arbeitsfrei und somit gar keinen Grund, Trübsal wegen der Arbeit zu blasen.

Und selbst wenn der Montag arbeitsmäßig der Beginn der Woche ist, kann man sich nach Feierabend einem Freitzeittermin legen, auf den man sich freuen kann. Vor allem am Montag, den 17. Januar, wäre das eine gute Idee! Noch besser: Im gesamten Zeitraum eines möglichen Post-Holiday-Blues der Traurigkeit keinen Raum anbieten. Das heißt, sich nicht verkriechen, sondern rausgehen und häufig was etwas Nettes mit Familie und Freunden unternehmen – sofern Omikron das zulässt.

Das hilft gegen den Post-Holiday-Blues

Die guten Vorsätze haben sich längst erledigt? Das Jahr mit seinen Herausforderungen türmt sich wie ein unüberwindbarer Berg vor dir auf? Dann finde jetzt deine eigene Strategie, um negativen Gefühlen keinen Platz zu bieten. Hier vier Tipps gegen den Post-Holiday-Blues:

  1. Ein gutes Mittel gegen Traurigkeit ist immer noch Bewegung. Sie hilft in den meisten Fällen. Am allerbesten: Ausdauersport draußen an der frischen Luft und unter freiem Himmel.
  2. Tageslichtlampen: Ihre künstlichen UV-Strahlen sorgen dafür, dass der Körper wieder mehr Serotonin produziert.
  3. Gut mit Vitamin D versorgt? Auch für unsere Psyche ist ein gesunder Vitamin-D-Spiegel wichtig.
  4. Nicht im Bett verkriechen. Denn: Weniger schlafen hilft sogar gegen Depression. Wer also zu viel Zeit im Bett verbringt, wird immer trauriger.

Und falls doch deutlich mehr hinter dem Blues stecken sollte: Schau doch mal ins Online-Forum der Deutschen Depressionshilfe. Hier erhälst du wichtige Informationen zum Thema und kannst dich mit anderen austauschen