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Parodontitis-Behandlung: Starte rechtzeitig!

Zahnfleischrückgang sieht nicht nur unschön aus, er sorgt auch für gesundheitliche Probleme. Deshalb widmet sich der diesjährige Tag der Zahngesundheit am 25. September der Parodontitis, nach dem Motto „Gesund beginnt im Mund: Zündstoff – Parodontitis!” .

Volkskrankheit Parodontitis

Rund 20 Prozent aller Deutschen ab 35 Jahren bräuchten eigentlich eine Parodontitis-Behandlung. Diese Krankheit – manchmal auch als Zahnfleischrückgang bezeichnet – wird durch Bakterien ausgelöst. Diese sorgen für Entzündungen an Zähnen, Zahnfleisch und dem umliegenden Gewebe, die den gesamten „Halteapparat” der Zähne ins Wanken bringen können. Folgen von Parodontitis sind beispielsweise schmerzhafte Zahntaschen oder freiliegende, empfindliche Zahnhälse. Das entzündete Gewebe kann zu einer Lockerung des Zahnes im Kieferknochen führen. Im schlimmsten Fall kommt es zu Zahnverlust. Eine entsprechende Therapie sollte deshalb rechtzeitig beginnen.

Parodontitis-Behandlung als Kassenleistung

Seit Juli 2021 ist eine Parodontitis-Behandlung Teil der gesetzlichen Vorsorge. Zuvor mussten Kassenpatient*innen die Therapie selbst bezahlen. Jetzt gilt zur Vorbeugung von Zahnschäden Folgendes:

  • Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen halbjährlich eine zahnärztliche Kontrolluntersuchung.
  • Alle zwei Jahre kann die Tiefe der Zahnfleischtaschen gemessen werden (Paradontale Screening Index, PSI).
  • Eine Parodontitis-Behandlung können Betroffene beantragen, wenn bei ihnen eine Zahnfleischtaschentiefe von vier Millimetern oder mehr vorliegt.
  • Die zahnärztliche Praxis muss den Antrag schriftlich bei der gesetzlichen Krankenkasse stellen und genehmigen lassen, bevor sie mit der Behandlung beginnen kann.

Ablauf der Therapie

Eine Parodontitis-Behandlung hängt davon ab, wie stark der Zahnfleischrückgang ist. Je nachdem kommt dann eine antiinfektiöse Therapie, eine Antibiotika-Therapie oder ein chirurgischer Eingriff infrage. So kannst du dir den Ablauf vorstellen:

Schritt 1: Befund feststellen

  • Zu Beginn klärt dein Zahnarzt bzw. deine Zahnärztin dich über die Behandlung auf. Es wird geschaut, welcher Erkrankungsgrad bei dir vorliegt. Man fragt dich, ob du Diabetes mellitus hast oder rauchst. Alle Befunde – zum Beispiel auch Röntgenbilder – werden ausgewertet.
  • Dann besprecht ihr eine sorgfältige, gründliche und tägliche Mundhygiene. Sie trägt extrem dazu bei, die Anzahl an schädlichen Bakterien an Zähnen und Zahnfleisch möglichst gering zu halten. Der Erfolg der Behandlung liegt also maßgeblich in deiner Hand.

Schritt 2: Antiinfektiöse Therapie

  • Du bekommst mit einer Zahnreinigung alle weichen und harten Beläge an Zähnen und Zahnfleisch entfernt – auch zwischen den Zähnen und in den Zahnfleischtaschen.
  • Dann wird regelmäßig kontrolliert, ob sich etwas verbessert.

Schritt 3: Chirurgischer Eingriff

  • Falls die bisherige Behandlung keine Veränderung bewirkt hat, kann ein chirurgischer Eingriff für Zahnfleischtaschen ab einer Tiefe von sechs Millimetern angedacht werden.

Schritt 4: Nachbehandlung

Auch nach einer akuten Behandlung hast du Anspruch auf eine Nachbehandlung von zwei Jahren – je nach Grad der Erkrankung bis zu drei Mal pro Jahr. Dazu zählen außer den Mundhygienekontrollen auch eine Zahnreinigung („professionelle mechanische Plaquereduktion”, PMPR), gegebenenfalls erneute Zahnfleischtaschenmessungen und -reinigungen. Die Termine solltest du unbedingt wahrnehmen, um die Parodontitis langfristig in den Griff zu bekommen.

Nicht verunsichern lassen

Bei manchen Zahnarztpraxen hat sich die neue Richtlinie für gesetzliche Versicherte noch nicht herumgesprochen. Oft machen diese eine professionelle Zahnreinigung zur Vorbedingung für eine Parodontitis-Behandlung. Das ist ausdrücklich nicht so vorgesehen. Selbst bezahlen musst du eine Parodontitis-Behandlung nur dann, wenn feststeht, dass die Zähne schon so geschädigt sind, dass sie nicht mehr zu erhalten sind.