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Organspende – deine Entscheidung

Mehr als 9.000 Menschen warten hierzulande auf ein passendes Spenderorgan. „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig“ ist deshalb das diesjährige Motto zum Tag der Organspende am 5. Juni 2021.

Kein „richtig“ und kein „falsch“

Soll ich meine Organe spenden – ja oder nein? Das ist eine sehr persönliche Frage, die jeder oder jede nur für sich selbst treffen kann. Wichtig ist aber, diese Entscheidung zu dokumentieren, wenn sie gefallen ist. Denn sonst stehen Angehörige häufig in der Pflicht, über diese wichtige Frage zu entscheiden.

Entscheidung schriftlich festhalten

Immer mehr Menschen haben in den vergangenen Jahren ihren Willen schriftlich bekundet. Das zeigt ein Studienbericht zum Thema, den die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aktuell herausgegeben hat. Danach haben mittlerweile rund 44 Prozent der befragten Personen ihre Entscheidung schriftlich festgehalten – entweder durch einem Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung. Das sind deutlich mehr Menschen als bei einer Erhebung aus dem Jahr 2012. Damals gaben nur rund 26 Prozent an, schriftlich etwas niedergelegt zu haben.

2022 tritt neues Gesetz in Kraft

Ab März 2022 wird das neue „Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft der Organspende“ verabschiedet. Laut BZgA-Bericht kannten bislang nur die Hälfte der Befragten diese Gesetzesänderung. Die darin enthaltene Neuregelung, dass künftig ein bundesweites Online-Register zur Verfügung steht, in dem die Entscheidungen festgehalten werden, war nur 35 Prozent bekannt. Neu ist auch, dass Patientinnen und Patienten künftig bei Besuchen in der ärztlichen Praxis ergebnisoffen zum Thema beraten werden sollen. Eine Erklärung zur Organspende soll zudem künftig in Ausweisstellen möglich sein.

Zahlen trotz Corona konstant

Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 3.581 Organe transplantiert, 14,3 Prozent davon nach einer Lebendorganspende. Tranplantiert wurden in erster Linie Nieren (1.447), Lebern (746), Lungen (342), Herzen (320) und Bauchspeicheldrüsen (79). Zum Vergleich: Auf der Warteliste standen 9.183 Patienten, 9.464 Spenderorgane wurden benötigt.

913 Menschen haben 2020 ihre Organe postmortal gespendet. Trotz der Pandemie war die Zahl derer, die nach ihren Tod ihre Organe zur Verfügung gestellt haben, im vergangenen Jahr damit nur leicht rückläufig. Laut des Jahresberichts der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) waren es 2020 genau 19 Spenderinnen beziehungsweise Spener und 54 Organe weniger als im Vorjahr.

Allerdings, so die DSO, wirke sich die Pandemie indirekt auf Deutschland aus, weil es dadurch in der Eurozone teilweise zu drastischen Einbußen gekommen sei. Dadurch habe Deutschland nicht in dem Maße über die Stiftung Eurotransplant profitiert wie bisher. Zudem habe sich die Zahl der Lebensspenden in einigen Zentren deutlich verringert. Das sei besonders zu Beginn der Corona-Ausbreitung einer Vorsichtsmaßnahme gegenüber den Lebendspendern geschuldet.



Organspende: Hast du dich schon entschieden?