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Online-Angebot gegen Einsamkeit

Viele Menschen leiden während der Corona-Pandemie unter Einsamkeit. Und das ist nicht gesund. Bereits im Januar hat das Projekt „(Gem)einsam durch Corona“ der Fachhochschule Bielefeld deshalb eine Internetseite zum Thema an den Start gebracht – mit zahlreichen Tipps und Ideen gegen Einsamkeitsgefühle.

Einsamkeit ohne Ende?

Seit gestern steht fest: Die Corona-Maßnahmen werden bis zum 7. März verlängert. Das bedeutet: Der Lockdown geht in die nächste Runde. Geschäfte, Gastronomie, Kultur- und Sporteinrichtungen bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Auch im privaten Umfeld müssen wir unsere Kontake nach wie vor beschränken – in der Hoffnung, die Infektionszehlen so dauerhaft zu senken.

Für viele Menschen ist das eine echte Herausforderung. Denn sie leiden durch die Corona-Pandemie verstärkt unter Einsamkeit. Dazu gehören vor allem ältere Menschen, die allein wohnen, oder Menschen, die in Einrichtungen leben und aktuell keinen Besuch bekommen. Aber auch Studierende, Schülerinnen und Schüler, Menschen im Homeoffice und viele andere, die ihren Gewohnheiten wegen der Corona-Maßnahmen nicht nachgehen können und soziale Kontakte schmerzlich vermissen, sind betroffen.

Das Projekt

Doch Einsamkeit schmerzt nicht nur, sie macht auch krank. Um gesund zu bleiben, sei es notwendig, tragfähige soziale Bindungen aufzubauen, sagt Dr. Sebastian Bamberg, Professor für Psychologie am Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Bielefeld – und vergleicht die Folgen der sozialen Isolation mit dem Konsum von 15 Zigaretten täglich.

Die These, dass Einsamkeit gesundheitsschädlicher sei als Rauchen, Fettleibigkeit und Bewegungsmangel, stand auch im Mittelpunkt des Projekts „(Gem)einsam durch Corona“, das er zusammen mit Professor Dr. Udo Seelmeyer geleitet hat. Ziel der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler war es, die Kompetenzen aus verschiedenen Fachbereichen zu bündeln, um angesicht der aktuellen Situation Lösungsmöglichkeiten zusammenzutragen. Auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Einsamkeit war Teil des Projekts.

Die Internetseite

Ein Ergebnis der Arbeit des Teams ist die Internetseite www.einsam-durch-corona.de.

Hier finden Interessierte nicht nur grundsätzliche Informationen zum Thema, sondern auch eine Vielzahl an praktischen Tipps, wie sich Einsamkeit vermeiden und reduzieren lässt. Die Vorschläge sind in der Regel leicht umzusetzen. Sie richten sich an die Betroffenen selbst, aber auch an Personen, die einsame Menschen betreuen, etwa in Alten- und Pflegeeinrichtungen oder in Kliniken.

Zu den konkreten Vorschlägen zählen neben der digitalen Kommnikation und – ganz klassisch – Briefkontakten auch Ideen, wie man persönliche Kontakte unter Corona-Bedingungen möglich machen kann. Oder wie sportliche, musikalische oder kreative Angebote trotz Hygienemaßnahmen und Kontaktbeschränkungen zum Gemeinschaftserlebnis werden können.


Fühlst du dich einsam?