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Noriblätter häufig mit Schadstoffen belastet

Ohne Noriblätter keine Sushirolle. Die dunklen Algenblätter umhüllen Klebereis, Gemüse und Fisch. Nun warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), dass Meeresalgen häufig mit Schadstoffen belastet sind.

Wie gesund sind Noriblätter?

Algenblätter gehören zu den klassischen Zutaten der asiatischen Küche. Auch hierzulande werden sie immer beliebter. Bei Sushi wird die Rotalge Nori verwendet und die Braunalge Wakame macht sich gut in Suppen und Salaten.

Stellt sich die Frage, wie gesund sind Noriblätter und Co. eigentlich. Denn einige Meeresalgen neigen dazu, Schadstoffe – darunter auch Schwermetalle – aus dem Meerwasser aufzunehmen und anzureichern. Außerdem können Algenblätter sehr große Mengen an Jod enthalten, welches sie ebenfalls aus dem Meerwasser aufnehmen.

Schwermetalle und sehr viel Jod in Meeresalgen

Bereits 2013 haben die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer deshalb getrocknete Algenblätter untersucht. 2018 wurde die Untersuchung wiederholt und kürzlich die Ergebnisse veröffentlicht.

  • Potenziell giftige chemische Elemente: Tatsächlich wiesen die untersuchten Algen hohe Gehalte an Cadmium, Blei, Aluminium und Arsen auf. Diese Stoffe gelten laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit als potenziell gesundheitsschädlich.
  • Sehr hoher Jodgehalt: Etwa 75 Prozent der untersuchten Algenproben enthielten mehr als 20 Milligramm Jod pro Kilogramm. Auf Lebensmitteln, die diesen Wert überschreiten, muss die empfohlene Höchstverzehrsmenge sowie ein Warnhinweis zu finden sein. Diese Kennzeichnung fehlte bei acht Prozent der Proben. Das Problem: Zu viel Jod kann auf Dauer zu einer Fehlfunktion der Schilddrüse führen.
  • Große Mengen an Spurenelementen: Die Spurenelemente Zink, Kupfer, Selen und Mangan wurden zwar ebenfalls in relativ hohen Mengen nachgewiesen. Hier gehen die Experten unter Berücksichtigung der maximal tolerierbaren Tageszufuhrwerte jedoch nicht von einem gesundheitlichen Risiko aus.

Höchstgehalt für Schwermetalle in Meeresalgen

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit setzt sich dafür ein, dass die EU zum Schutz der Verbraucher Höchstmengen für Schwermetalle und Arsen in Meeresalgen festlegt. Werden die gesetzlichen Höchstgehalte überschritten, dürfen die betreffenden Lebensmittel nicht verkauft werden. Die Daten der deutschen Untersuchung können hier eine wichtige Entscheidungshilfe für die weiteren Beratungen darstellen.

Was tun? Tipps für Verbraucher

Bis es soweit ist, bleibt den Verbraucherinnen und Verbrauchern hierzulande wohl nichts anderes übrig, als bei Noriblättern und Co. etwas zurückhaltend zu sein beziehungsweise genau hinzuschauen. Konkret bedeutet das:

  1. Sushi und andere Gerichte mit Meeresalgen nicht zu oft essen.
  2. Nur Algenprodukte kaufen, auf denen der Jodgehalt und die maximale Verzehrsmenge angegeben sind.
  3. Trockenalgen enthalten Schadstoffe und Jod in besonders konzentrierter Form. Deshalb sparsam verwenden. Wakame quillt etwa um das Zehnfache auf.
  4. Suppenalgen vor dem Kochen drei bis vier Stunden einweichen. Dann mehrmals spülen und das Wasser wegkippen.