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Nichtrauchen ist für die Psyche

Viele Raucher zögern mit dem Rauchstopp, oft aus Sorge vor zusätzlichem Stress und den psychischen Folgen der Abstinenz. Zu Unrecht, wie Studien zeigen. Nichtrauchen ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die Seele.

Keine Angst vorm Nichtrauchen!

Dass Rauchen süchtig macht und für den Körper ungesund ist, weiß fast jeder. Die Inhaltsstoffe des Tabakrauchs schaden den Gefäßen, beeinträchtigen das Gehirn und erhöhen das Risiko für Krebserkrankungen. Rauchen steht sogar im Verdacht, anfälliger für Infektionen mit dem Coronavirus zu machen. Warum fällt es trotzdem oft so schwer, auf Nikotin zu verzichten?

Leben ohne die Zigarette

Viele Raucherinnen und Raucher sind überzeugt, dass ihnen Zigaretten helfen, leichter mit Nervosität, Ängsten und stressigen Situationen umzugehen – dass sie mit Zigaretten einfach „besser drauf“ sind. Manche befürchten deshalb, dass ein Nikotinverzicht nicht nur körperliche, sondern auch psychische Probleme nach sich ziehen könnte. Oft besteht sogar die Sorge, dass sich das Nichtrauchen negativ auf das soziale Umfeld und Freundschaften auswirkt.

Neues Wissen beruhigt

Britische Forscher konnten jetzt bei der Auswertung von über 100 Studien mit insgesamt fast 170.000 Teilnehmenden genau das Gegenteil beobachten. Sie untersuchten, wie Raucherinnen und Raucher emotional mit dem Nikotinverzicht zurechtkommen. Das Ergebnis: Nichtrauchen trägt schon nach kurzer Zeit dazu bei, dass sich selbst langjährige Raucherinnen und Raucher und solche mit psychischen Krankheiten wie Angstzuständen oder Depressionen deutlich wohler fühlten, wenn sie abstinent blieben:

  • 19 Prozent der Befragten gaben an, durch das Nichtrauchen weniger Stress zu haben.
  • 28 Prozent der Befragten litten seltener unter Angstzuständen.
  • Rund ein Drittel hatte weniger Depressionen.

Spürbar positive Effekte

Ein Rauchstopp hat offenbar generell positive Effekte auf die mentale Gesundheit. Befragte, die mit dem Rauchen aufgehört hatten, berichteten schon nach sechs Wochen über weniger psychische Probleme und ein besseres psychisches Wohlbefinden.

Auch um ihre sozialen Kontakte brauchen sich Ex-Raucherinnen und -raucher offenbar keine Sorgen machen. Die Studie zeigte, dass auch das Sozialleben und Freundschaften nicht unter dem Rauchstopp leiden – es zeigte sich sogar eine Verbesserung des sozialen Wohlbefindens.

Und die Entzugserscheinungen?

Was manche nicht wissen: Nikotin verändert hormonelle Prozesse im Gehirn. Fehlt es plötzlich, kann das Entzugszeichen wie Stimmungstiefs, Gereiztheit und Angst auslösen. Der erneute Griff zur Zigarette scheint diese Beschwerden zu lindern. Das fuktioniert aber nur kurzfristig – bis sich erneut Entzugserscheinungen zeigen. Dagegen helfen dann oft nur noch mehr Zigaretten. Durch den konsequenten Rauchstopp kann man diesen Teufelskreis durchbrechen. Ist dieser Schritt getan, nimmt mit dem Bedürfnis nach dem Glimmstängel auch der innere Stress ab. Und damit kann man meist auch dem äußeren Stress gelassener begegnen.

Nichtrauchen: Den eigenen Weg finden

Die Art sich von der Zigarette zu lösen, kann ganz unterschiedlich sein: Während es einigen Menschen leichtfällt, brauchen andere dazu vielleicht mehrere Anläufe.

Vielen Ex-Rauchern helfen Nikotinersatzmittel wie Pflaster oder Kaugummi über die ersten Wochen des Entzugs hinweg. Wer über lange Zeit stark geraucht hat, profitiert vielleicht durch eine professionelle Begleitung bei der Tabakentwöhnung. Erste Ansprechpartner dafür sind Hausärzte oder Hausärztinnen. Diese können auch zu einem individuell passenden Entwöhnungsprogramm beraten. Damit man möglichst bald der Zigarette „bye bye“ sagen kann.

Rauchstopp vorbereiten: 5 Tipps

Manchmal braucht man einfach ein bisschen Anlauf, um Dinge zu ändern. Das ist mit dem Nichtrauchen auch so. Versuch es mal mit diesen fünf Tipps:

  1. Der richtige Zeitpunkt: Leg dir ein konkretes Ausstiegsdatum fest und lass dich nicht davon abbringen! Nutz dafür eine möglichst stressfreie Zeit für den Ausstieg.
  2. Weg damit: Beseitig alle Rauchutensilien und verändere frühere Rauchecken positiv, zum Beispiel mit frischen Blumen.
  3. Ändere Routineabläufe: Überlege dir Alternativen für Situationen, in denen du bisher gewohnheitsmäßig zur Zigarette gegriffen hast. Das mindert das Rückfallrisiko.
  4. Chill dich: Lern einfache Entspannungsübungen, die dir helfen, Stress und Anspannung abzubauen.
  5. Denk positiv! Du willst mit dem Rauchen aufhören und du wirst es schaffen!