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Ernährungsbericht zeigt Trends im Lebensmittelverbrauch

Mehr Gemüse und weniger Schweinefleisch. Mehr Mineralwasser und weniger Alkohol. Der neue Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung stellt einige positive Trends fest.

14. DGE-Ernährungsbericht: So isst Deutschland

Wir essen mehr Gemüse, aber weniger Obst. Außerdem trinken wir mehr Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees und weniger Alkohol. Der Fleischverbrauch liegt hingegen unverändert bei durchschnittlich 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Zu diesen Ergebnissen kommt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihrem aktuellen 14. Ernährungsbericht, der jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Gemüse weiterhin beliebt

Der Verbrauch von Gemüse steigt seit einigen Jahren an. 104 Kilogramm pro Kopf und Jahr werden hierzulande gegessen. Trendsetter sind Tomaten, Möhren, Roten Rüben und Zwiebelgemüse – hier hat der Verbrauch zugenommen. Auch Hülsenfrüchte steigen in der Gunst der Verbraucher, sowohl frische als auch getrocknete. Darauf weist Professor Dr. Kurt Gedrich von der Technischen Universität München hin. Er hat die Daten der Agrarstatistik für die DGE ausgewertet.

Ernährungsbericht: Grafik zum Gemüseverbrauch 2007-2018
Quelle: 14. DGE-Ernährungsbericht

Weniger Obst und Getreide

Beim Obst stellt er allerdings einen rückläufigen Verbrauch fest. Besonders betroffen sind Äpfel, gefolgt von Birnen, Tafeltrauben und Orangen. Dennoch gibt es auch Obstarten die mehr gegessen wurden. Dazu zählen Beeren und Bananen.

Ebenfalls rückläufig ist der Verbrauch von Getreideerzeugnissen, insbesondere von Roggenmehl, Brot und Brötchen sowie von frischen Kartoffeln.

Fleischverbrauch bleibt konstant

Beim Fleischverbrauch gibt es kaum Veränderungen – er liegt seit einigen Jahren bei etwa 60 kg pro Kopf und Jahr. Leichte Verschiebungen gab es jedoch bei den Fleischarten: So sank der Verbrauch von Schweinefleisch, während die DGE bei Rind- und Kalbfleisch sowie bei Geflügel einen leichten Anstieg feststellte.

Fisch essen die Deutschen in den letzten zehn Jahren relativ stabil durchschnittlich etwa 14 bis 15 kg pro Kopf und Jahr. Zugenommen hat der Verbrauch von Käse. Bei Milch, Joghurt, Buttermilch und Frischkäse sind hingegen sinkende Verbrauchsmengen erkennbar, den stärksten Rückgang gab es bei der Milch.

Mehr kalorienfreie Getränke

Mineralwasser liegt im Trend. Der Verbrauch stieg weiter und lag 2018 bei 154 Liter pro Kopf und Jahr. Auch Kräuter- und Früchtetees werden häufiger getrunken. Rückläufig sind dagegen Fruchtsäfte, Fruchtnektare und Gemüsesäfte, während der Konsum von Erfrischungsgetränken wie zum Beispiel Limonaden nur noch schwach anstieg.

Die Deutschen tranken auch weniger Bier und damit insgesamt weniger alkoholische Getränke. Allerdings, so die DGE, bewege sich der Alkoholkonsum immer noch auf einem sehr hohen Niveau und gehe nur sehr langsam zurück.

Zum Ernährungsbericht

Alle vier Jahre erarbeitet die DGE im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ihren Ernährungsbericht. Darin werden Trendanalysen zum Lebensmittelverbrauch und die Ernährungssituation der Deutschen sowie spezieller Bevölkerungsgruppen beschrieben. Grundlage sind neben Agrarstatistiken langfristige Forschungsprojekte und wissenschaftliche Metaanalysen verschiedener deutscher Universitäten und Forschungsinstitutionen.

Wie gesund sind die aktuellen Ernährungstrends?

Die DGE begrüßt den positiven Trend beim Gemüseverbrauch. Leider sei der Verbrauch von Obst und Getreideerzeugnissen rückläufig, was aus Public-Health-Gesichtspunkten negativ zu bewerten sei, so die DGE. Die Wissenschaftler sprechen sich für eine pflanzenbetonte und vollwertige Ernährung aus. Der steigende Verbrauch von Rind-, Kalb- und Geflügelfleisch und Käse geht jedoch in die entgegengesetzte Richtung.

Die DGE empfiehlt tierische Lebensmittel in kleinen Mengen und als wertvolle Ergänzung. Sie weist aber darauf hin, dass tierische Lebensmittel oft fettreich sind und viele gesättigte Fettsäuren liefern. „Es wäre sehr zu begrüßen, wenn der Verbrauch an Gemüse, Obst, Kartoffeln und Getreide konstant ein höheres Niveau erreicht als der Verbrauch von tierischen Lebensmitteln“, sagt der Chefredakteur des Ernährungsberichts Prof. Dr. Helmut Heseker von der Universität Paderborn. „Eine pflanzenbetonte Ernährung ist nicht nur gesundheitsfördernd, sondern auch klimafreundlich.“

Übergewicht und Adipositas

Der Ernährungsbericht betrachtet seit mehr als 50 Jahren die langfristige Ernährungssituation der Deutschen, seit 2008 stellt er auch die systematische Entwicklung von Übergewicht und Adipositas dar.

Ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 liegt Übergewicht vor, Adipositas ab einem BMI von 30 und mehr. Ausgehend von diesen Werten stellt die DGE einen deutlichen Anstieg von Übergewicht und Adipositas in allen Altersgruppen fest. Männer sind davon häufiger betroffen als Frauen:

  • 59 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen sind übergewichtig.
  • Mit zunehmendem Alter steigt das Gewicht.
  • Normalgewichtige Männer sind in der Altersgruppe ab 30 bis 35 Jahren in der Minderheit.
  • Bei Frauen ist das ab dem 60. Lebensjahr so.

Besonders die Verbreitung von Adipositas hat zugenommen: 17 Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen sind adipös. Auch liegen Zahlen für Kinder und Jugendliche vor: Danach sind derzeit – wie auch schon vor einigen Jahren – etwa 15 Prozent übergewichtig oder adipös.

Besser essen

In unserer Rubrik Ernährung bekommst du Tipps für eine ausgewogene Ernährung sowie zum gesunden Abnehmen.