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Was bedeutet der Nutri-Score?

Du willst auf einen Blick erkennen, wie gesund ein Müsli ist? Oder ein Fruchtjoghurt? Der sogenannte Nutri-Score ist eine erweiterte Nährwertkennzeichnung und kann mit fünf Farben und einer Skala von A bis E eine Orientierung geben.

A, B oder E – je nach Inhalt

Jetzt ist das Logo Nutri-Score als Nährwertkennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen auch bei uns in Deutschland offiziell zu finden – allerdings wird es nur auf freiwilliger Basis aufgedruckt. Das Logo besteht aus einer fünfstufigen Kombination aus Ampelfarben und Buchstaben.

Nutri Score Logo
Quelle: stock.adobe.com | amine1976

Die neue Nährwertkennzeichnung steht auf der Vorderseite von verpackten Lebensmitteln und informiert darüber, wie gesund oder ungesund sie sind. Das grüne A steht für die beste Nährwertbilanz, ein gelbes C zeichnet Produkte mit eher mittelmäßigen Nährwerten aus und ein rotes E markiert Lebensmittel, von denen man besser nicht zu viel essen sollte.

Wie wir der Nutri-Score berechnet?

In der Nutri-Score Berechnung wird der Gehalt an gesättigten Fettsäuren, Salz und Zucker ebenso berücksichtigt wie der Energiegehalt. In die Bewertung fließen aber auch günstige Bestandteile ein. Dazu zählen Ballaststoffe und Eiweiß sowie der Gehalt an Gemüse, Obst, Nüssen und Hülsenfrüchten. Für die verschiedenen Inhaltsstoffe gibt es Plus- und Minuspunkte. Das Ergebnis wird dann mit einem einzigen Wert in der Skala dargestellt. Dabei bezieht sich die Kennzeichnung jeweils auf 100 Gramm oder 100 Milliliter eines Lebensmittels.

Was sagt der Nutri-Score aus?

Durch die neue Nährwertkennzeichnung kannst du auf den ersten Blick erkennen, wie gesund ein verarbeitetes Lebensmittel ist. Das Label macht es zudem möglich, verschiedene Produkte innerhalb einer Kategorie zu vergleichen. Zum Beispiel: Welches Müsli oder welcher Fruchtjoghurt gesünder ist als ein anderes Müsli oder ein anderer Fruchtjoghurt. Dazu musst du nicht mehr die klein gedruckten Angaben zu Zucker, Fetten und Kalorien lesen. Und: Der Nutri-Score bezieht sich immer auf die gleiche Menge – ebenfalls eine perfekte Voraussetzung für einen Vergleich. Gesundes Einkaufen wird damit leichter.

Doch Vorsicht: Die Nutri-Score-Berechnung berücksichtigt keine Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker oder Süßstoffe. Wer darauf achten möchte, muss weiterhin die Zutatenliste lesen. Und er sagt nichts darüber aus, wie nachhaltig ein Produkt ist.

Gesünder essen

In unserer Rubrik Ernährung erfährst du, worauf du generell achten musst, wenn du dich gesund und ausgewogen ernähren möchtest. Außerden geben wir Tipps zum nachhaltigen Einkauf. Jede Menge leckere Rezepte findest du dort ebenfalls.

Die gesetzliche Grundlage

Seit dem 6. November darf der Nutri-Score offiziell in Deutschland als freiwillige Nährwertkennzeichnung auf verpackten Lebensmitteln abgebildet sein. Einige Firmen hatten das Nährwertlogo schon früher verwendet. Nun haben die Hersteller Rechtssicherheit, da der Bundesrat der entsprechenden Verordnung zugestimmt hat. Deutschland folgt damit Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal, der Schweiz und Luxemburg. Dort wird das Label bereits seit längerer Zeit verwendet.

Verbraucherschützern geht das nicht weit genug

Klaus Müller vom Verbraucherzentrale Bundesverband findet die Einführung des Nutri-Scores gut: „Die Kennzeichnung mit Ampelfarben erleichtert es den Verbraucherinnen und Verbrauchern, gesünder einzukaufen.“ Allerdings geht ihm die Kennzeichnung nicht weit genug: „Deutlich besser wäre es aber, ihn einheitlich und verbindlich einzuführen, und zwar europaweit.“ Auch Oliver Huizinga von der Verbraucherrechtsorganisation foodwatch appelliert in einem Presse-Statement an Bundesernährungsministerin Julia Klöckner, sie solle die deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen, das Label europaweit verpflichtend einzuführen. „Nur so bietet er im Supermarkt eine echte Orientierung.“