Kategorien
News

2021 gibt’s für Eltern mehr Kinderkrankentage

Kitas, Schulen und Horte sind vielerorts geschlossen. Für berufstätige Eltern bedeutet das eine Zerreißprobe zwischen Kinderbetreuung und beruflichen Anforderungen. 2021 bekommen gesetzlich versicherte Eltern deshalb zehn Kinderkrankentage zusätzlich.

Kind zu Hause – und jetzt?

Bereits im vergangenen Jahr hat der Gesetzgeber zusätzliche Kinderkrankentage pro Elternteil eingeführt. Diese waren allerdings eher der Tatsache geschuldet, dass kleine Schniefnasen in Schulen und Kindertagesstätten nicht gern gesehen waren. Zu groß die Gefahr, dass sich hinter Erkältungssymptomen COVID-19 verbergen könnte. Darauf hat der Gesetzgeber reagiert – und für Eltern die Kinderkrankentage aufgestockt.

Jetzt hat der zweite Lockdown mit der Schließung von Schulen, Kitas und Horten in vielen Familien das Problem verschärft, dass sich berufstätige Eltern zwischen Kinderbetreuung und Berufstätigkeit aufreiben – und das nicht nur im Fall eines kranken Kindes. Die Bundesregierung hat deshalb beschlossen, das Anrecht auf Kinderkrankengeld 2021 um zehn zusätzliche Tage zu erweitern.         

Noch kein Gesetz

Das Vorhaben der großen Koalition ist noch nicht endgültig verabschiedet. Aktuell stehen die Lesungen im Bundestag dazu an. Experten rechnen damit, dass die Anpassung Ende Januar in Kraft tritt und rückwirkend bis 5. Januar 2021 gilt.

Kinderkrankentage – wer bekommt sie?

Gesetzlich versicherte Eltern! Ihnen stehen 2021 insgesamt 40 Tage zur Verfügung, in denen sie wegen der Krankheit ihres Kindes zuhause bleiben beziehungsweise ihr Homeoffice schließen können – jeweils 20 Tage pro Elternteil. Alleinerziehende können die 40 Tage komplett für sich beanspruchen. Allerdings gibt es bei mehr als zwei Kindern eine Obergrenze. Diese liegt bei 90 Tage pro Elternpaar oder Alleinerziehenden.

Kind krank oder ohne Betreuung? Das ist wichtig für den Anspruch auf die Kinderkrankentage:

  • Im Krankheitsfall: Der Arzt hat in einem Attest bescheinigt, dass das Kind zu Hause betreut werden muss.
  • Im Betreuungsfall: Die Bildungseinrichtung (Schule, Kita) hat eine Bescheinigung ausgestellt, dass ihr Regelbetrieb eingestellt oder eingeschränkt wurde und das Kind deshalb nicht betreut werden kann.
  • Es gibt keine andere im Haushalt lebende Person, die das kranke Kind betreuen kann.
  • Das Kind ist noch nicht 12 Jahre alt.

Privatversicherte Eltern wie Beamte, Selbstständige und Freiberufler haben generell keinen Anspruch auf Kinderkrankentage. Das gilt auch, wenn das Kind über den anderen Elternteil gesetzlich versichert ist. Es gibt aber entsprechende Angebote der Privatversicherung, sodass sich ein Blick auf die Tarife lohnt.

Kinderkrankengeld – wer zahlt es?

Während der Kinderkrankentage erhalten Eltern statt ihres Gehaltes von der Krankenkasse Kinderkrankengeld. Das kann bis zu 70 Prozent des Bruttogehaltes beziehungsweise 90 Prozent des ausgefallenen Nettoverdienstes sein (bis zur Beitragsbemessungsgrenze). Die Höchstgrenze liegt bei 109,38 pro Tag.

  • Im Fall eines Betreuungsproblems reicht ab sofort eine Bescheinigung der Schule beziehungsweise Kita. Eltern können diese dann bei der Krankenkasse einreichen und rückwirkend bis zum 5. Januar geltend machen.
  • Wenn das Kind krank ist, benötigt die Krankenkasse ein ärztliches Attest über die voraussichtliche Dauer, in der das Kind krank ist und betreut werden muss. Auf dieser „Ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes“ müssen die Eltern dann Name und Anschrift, Geburtsdatum, Versichertennummer und Bankverbindung eintragen. Zudem muss man ankreuzen, dass man laut Arbeitsvertrag keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung hat und ob man alleinerziehend ist. Unterschrieben wird die Bescheinigung an die Krankenkasse geschickt.

Wichtig: Auch wenn der Arbeitgeber in dieser Zeit kein Gehalt zahlt, muss er schon am ersten Tag des Fernbleibens informiert werden – ebenfalls durch ein Attest vom Kinderarzt.