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Matcha – was ist dran am Hype?

Giftgrünes Pulver mit Gesundheitsversprechen: Wirkt der gemahlene Grüntee wirklich gegen Stress und Entzündungen – und worin liegen seine Vorteile gegenüber anderem grünen Tee?

Was ist Matcha?

Matcha spielt eine wichtige Rolle in der japanischen Teezeremonie. Es handelt sich dabei um zu Pulver zerstoßenen Grüntee. Hierfür werden die jungen Blätter der Teepflanze Camellia sinensis ausgewählt. Nur die edelsten und zartesten Blattteile kommen zum Einsatz. In Handarbeit entfernen die Bauern die Blattadern. Kein Wunder also, dass der Pulver-Grüntee teurer ist als normaler grüner Tee.

Spezielle Behandlung

Schon beim Kultivieren gibt es grundlegende Unterschiede. Die Bauern sammeln für Matcha nur Blätter, die im Vollschatten gewachsen sind. Um dies zu garantieren, decken sie einige Wochen vor der Ernte die Teepflanzen mit Bambusmatten ab. In den Pflanzenzellen wird Chlorophyll gebildet, das das Sonnenlicht absorbiert und für Energie sorgt. Im Dunklen sammelt sich zum einen mehr Chlorophyll in den Blättern an, zum anderen haben diese einen höheren Gelbanteil. Daher stammt die hellgrüne Farbe.

Auch bei der weiteren Verarbeitung gibt es einen Unterschied. Die Teeblätter für Matcha werden nicht wie bei der schwarzen Variante fermentiert. Nach der Ernte trocknen die Blätter ohne weitere Behandlung.

7 mögliche Gesundheitsfaktoren

Die Gesundheitsversprechen lassen sich mit wissenschaftlichen Studien nicht wirklich belegen. Die meisten Untersuchungen nehmen sich lediglich den grünen Tee vor. Ausschließlich mit Matcha selbst beschäftigen sich bislang wenige. Die meisten Inhaltsstoffe finden sich sowohl in Matcha als auch in gewöhnlichem grünen Tee. Nur wenige Unterschiede lassen sich ausmachen. Das ist drin im grünen Pulver und so könnte seine vermutliche Wirkung auf die Gesundheit sein:

  • Aminosäuren: Theanin macht den Hauptanteil unter den Aminosäuren in grünem Tee aus. Ihr Gehalt ist in beschatteten Blättern und in den Stängeln besonders hoch. Da das Teepulver aus beschatteten Blättern gewonnen wird, aber die Stängel entfernt wurden, unterscheidet sich die Inhaltsmenge im Vergleich zu Grüntee wohl nur wenig. Theanin wirkt Stress mindernd und hat eine positive Wirkung auf Gehirn und Gedächtnis. In geringen Mengen findet man γ-Aminobuttersäure (GABA). Sie soll leicht Blutdruck senkend wirken.
  • Antioxidantien: Polyphenole sind generell in grünem Tee in großer Menge zu finden. Sie zählen zu den Antioxidantien, können also gefährliche freie Radikale binden.
  • Vitamine: Die Vitamine A, B, C und E sind Bestandteile des grünen Tees. Ihre Menge ist gering und vor allem C, B1 und B5 sind hitzeempfindlich. Beim Aufbrühen verliert man folglich einen Teil der möglichen gesunden Wirkung.
  • Mineralien: Im grünen Tee gibt es die Mineralien Fluorid, Mangan, Kalium und Zink. Sie sind gut für die Blutbildung, für Nerven und für Muskeln. Ihre Menge ist generell nur gering. Der Vorteil bei Matcha ist jedoch, dass man die zerriebenen Blätter mittrinkt und nicht wegwirft wie bei aufgegossenen grünen Teeblättern.
  • Bitterstoffe: Die Schattenblätter des Matcha bilden mehr Bitterstoffe als die Blätter, die in der Sonne wachsen. Bitterstoffe regen die Bildung von Speichel und Verdauungssäften an. Sie wirken appetitanregend und verdauungsfördernd und sind hilfreich gegen Blähungen.
  • Gerbstoffe: Sie wirken lindernd bei entzündeten Schleimhäuten wie im Magen, Darm, Mund oder auch Rachenraum.
  • Koffein: Unstrittig ist eine überaus belebende Wirkung des Grünpulvers. Matcha kann deutlich mehr von dem anregenden Stoff enthalten als normaler Grüntee. Die Wirkung ist eher mit einem Espresso zu vergleichen. Matchahaltige Produkte können für Kinder zu viel Koffein liefern, also vorsichtig sein. Das gleiche gilt für Schwangere oder Stillende.

Fazit

Matcha unterliegt nicht dem Lebensmittelrecht und ist nicht als eigenständiges Lebensmittel geschützt. Es ist nicht wirklich klar, was ihn außer einem höheren Chlorophyll-Anteil sowie einer höheren Koffein-Konzentration wirklich von normalem grünen Tee unterscheidet. Die positiven Wirkungen der verschiedenen Inhaltsstoffe können sich aufgrund ihrer geringen Menge aber nur in Grenzen halten.