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Kurkuma – ein Wundergewürz?

Arthrose, Diabetes, Alzheimer und Krebs: Kurkuma werden wahre Wunderwirkungen gegen all diese Erkrankungen nachgesagt. Was ist tatsächlich dran? Oder ist die gelbe Knolle doch nur ein Gewürz und sonst nichts?

Die Kurkuma-Wurzel sieht von außen aus wie Ingwer. Schneidet man sie auf, dann kommt intensiv gelbes Gewebe zutage. Die gelbe Farbe geht auf Curcumin zurück. Die traditionelle asiatische Medizin verwendet Kurkuma wie auch das Grünteepulver Matcha um die Verdauung zu unterstützen. Leichte Probleme wie Blähungen und Völlegefühl lassen sich damit abmildern.

Studienlage für Kurkuma sehr dünn

Der Wirkstoff, der aus der Pflanze gewonnen wird, nennt sich Curcumin. Tatsächlich gibt es laut Verbraucherzentrale NRW e.V. keine aussagekräftigen Studien, die eine gesundheitsfördernde Wirkung von Curcumin beim Mensch belegen. Erfolge hat man bei Zellkultur- und Tierversuchen. Aber: es wurde extrem hoch dosiert. Und zwar in Mengen, die beim Menschen über Nahrungsergänzungsmittel nicht erreicht werden können.

Hinzu kommt, so die Verbraucherzentrale NRW e.V., dass man heute wisse, dass Curcumin eine chemische Verbindung ist, die in Studien, bei denen mit großen Mengen experimentiert wird, häufig falsch positive Ergebnisse liefern. Deshalb seien viele Ergebnisse aus Zellkulturstudien mit Vorsicht zu genießen.

Was sind Nahrungsergän-zungsmittel?

In Nahrungsergänzungsmittel sind genau die Vitamine und Mineralstoffe zu finden, die auch in Lebensmitteln vorkommen. Sie sind aber konzentrierter und werden in hoher Dosierung als Tabletten, Kapseln, Pulver, Saft oder Brausetabletten verkauft. Als Quelle dienen sowohl Pflanzen als auch Tiere oder die synthetische Herstellung.

Nahrungsergänzungsmittel sind im Gegensatz zu Arzneimitteln außerhalb von Apotheken frei verkäuflich. Sie dürfen aber nicht wie Medikamente wirken und auch nicht so beworben werden. Mittel, die tatsächlich den Blutdruck senken oder gegen Schmerzen wirken, müssen sich um eine Zulassung als Arzneimittel bewerben und dürfen sich nicht Nahrungsergänzungsmittel nennen.

Kurkuma-Werbung gegen Krankheiten verboten

Sogenannte Nahrungsergänzungsmittel mit Kurkuma werden zu den Lebensmitteln gerechnet. Sie dürfen nicht mit krankheitsbezogenen Aussagen beworben werden. Stattdessen fassen die Verbraucherschützer wie folgt zusammen:

  • Curcumin vermag nicht die Gelenkfunktion zu verbessern. Werbeaussagen wie „Indiens heilige Pflanze bei Arthrose, Krebs, Diabetes und Alzheimer“ oder „Bewegen ohne Schmerzen“ sind nicht zulässig.
  • Nicht eigenmächtig Medikamente absetzen und stattdessen auf Kurkuma hoffen.
  • Wenn du Curcumin als Arzneimittel unbedingt ausprobieren möchtest, dann frage erst deinen Arzt nach der Dosierung und welche Nebenwirkungen auftreten können.
  • Nahrungsergänzungsmittel mit Kurkuma sollten nicht von Schwangeren und Stillenden eingenommen werden.