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Kuhkuscheln: das perfekte Anti-Stress-Programm

Viele gestresste Großstädter nehmen sich eine Auszeit und machen Urlaub auf dem Bauernhof. Neuerdings immer öfter mit im Angebot: Kuhkuscheln. Denn der enge Kontakt mit den Tieren ist Entspannung pur.

Kuhkuscheln statt Kühe erschrecken

Kuhkuscheln: Ist das etwa der nächste virale Trend nach der gefährlichen „Kulikitaka“-Challenge? Nein, Kuhkuscheln gibt’s erstens schon länger – und zweitens schadet es weder Mensch noch Tier. Im Gegenteil!

Hunde, Pferde und Delfine sind anerkannte Therapietiere, doch auch Kühe haben eine besondere Wirkung. Mit ihren großen Augen, ihrer behäbigen Art und dem stets kauenden Maul strahlen sie eine große Ruhe aus. Schon wenige Minuten in ihrer Gegenwart genügen, um zu entschleunigen. Außerdem liegt die Körpertemperatur von Kühen rund zwei Grad über der des Menschen, was das Anfassen besonders angenehm macht.

In den Niederlanden ist Kuhkuscheln („Koe-Knuffelen“) schon länger bekannt. Vielerorts dürfen Kinder und Erwachsene dort für ein paar Stunden mit Kühen auf Tuchfühlung gehen. Auch hierzulande sowie in Österreich und der Schweiz setzen Bauern immer öfter auf Kühe als natürliches Wellness-Programm und laden zum Kuhkuscheln auf ihre Höfe ein.

Kuhkuscheln als Therapie

Doch Kuhkuscheln eignet sich nicht nur für gestresste Großstädter oder Familien, die entspannen wollen. Experten wissen: Auch Menschen, die unter Burn-out-Symptomen leiden oder psychosoziale Probleme haben, können vom Kontakt mit den Tieren profitieren.

Es ist erwiesen, dass die tierischen Therapeuten Blutdruck und Stresspegel senken – allerdings fehlen bislang einheitliche Qualitätsstandards. Deshalb zahlt die Krankenkasse die Kuscheltherapie bislang nicht. Auch eine Ausbildung zum Kuhtherapeuten kann man nirgendwo absolvieren.

Mit der Kuh auf Du und Du

Ob im Allgäu, im Sauerland oder an der Nordsee: Die Angebote zum Kuhkuscheln sind vielfältig. Sie reichen vom Spaziergang mit Kühen über Streichel- und Kuschelstunden im Stall bis hin zum Übernachten auf der Kuhweide. Einige Bauernhöfe haben umfassende therapeutische Konzepte erstellt, die auf den engen Kontakt zu den Tieren setzen, andere wiederum vermitteln ihren Gästen zusätzlich Wissen über Haltung und Pflege der Vierbeiner.

Eines haben jedoch alle Angebote gemeinsam: Die Annäherung an die gutmütigen Wiederkäuer erfolgt sehr behutsam. Außerdem sind Therapiekühe im engen Kontakt zu Menschen aufgewachsen und genießen die Streicheleinheit beinahe so wie ihre Besucher. Deshalb bitte nicht auf die nächstbeste Weide stürmen und eine Kuh in den Arm nehmen. Wenn die Kuh das nicht gewohnt ist, kann das lebensgefährlich werden.

„Kulikitaka“: gefährliche TikTok-Challenge

Kühe erschrecken, indem man zum Song „Kulikitaka“ von Toni Rosario tanzt und auf sie zurennt: Die „Kulikitaka“-Challenge sorgte kürzlich nicht nur für Klicks in den Sozialen Medien, sondern auch für Schlagzeilen in der Presse. Landwirte und Tierschützer hierzulande warnen vor dem viralen Trend. Die Tiere würden großem Stress ausgesetzt und könnten sich verletzen, wenn sie panisch fliehen. Abgesehen davon kann die Challenge für Menschen tödlich enden. Kühe sind zwar ausgesprochen friedliche Wesen, reagieren aber durchaus aggressiv, wenn sie sich bedroht fühlen.

TikTok hat zwischenzeitlich übrigens auf die Kritik reagiert und alle Videos mit dem Hashtag gelöscht.