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Klimawandel und Gesundheit: Neues Informationsportal ist online

Die Folgen des Klimawandels spüren wir am eigenen Körper: Enorme Hitze schlägt nicht nur auf Gemüt und Leistungsfähigkeit, sie kann auch gefährlich für die Gesundheit werden. Ein neues Portal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt Tipps.

Klimawandel: Es wird wärmer!

Schaut man sich die Statistiken weltweiter Wetterdienste an, kommen wohl auch die hartnäckigsten Klimawandel-Leugner nicht um diese Fakten herum: Seit Aufzeichung der Wetterdaten haben wir zuletzt die wärmsten Jahre ever erlebt. 2020 war sogar DAS wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1881. Das hat Folgen für Menschen, Tiere, Pflanzen … Zeit, sich auf Veränderungen einzustellen.

Klimawandel und Gesundheit gehören eng zusammen

Immungeschwächte Personen, Allergikerinnen und Allergiker, Wetterfühlige, ältere Menschen und Kinder haben häufiger mit starken Wetterschwankungen und zunehmenden Hitzeperioden zu kämpfen. Auch Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen und Personen, die viel im Freien arbeiten oder körperlich stark gefordert sind, leiden mehr unter den klimabedingten Veränderungen.

Um das Wissen über Anpassungs- und Schutzmöglichkeiten zu erweitern, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung jetzt im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ein neues Informationsportal ins Leben gerufen. Auf der Website finden Betroffene und Fachpersonen geprüfte, unabhängige Informationen, wie sie Hitzebelastungen vorbeugen und Lebenswelten klimatauglicher gestalten können.



Hitzebedingte Beschwerden

„36 Grad und es wird immer heißer …“ – Wenn der Sommer hierzulande eine solch extreme Hitze mitbringt, geht der Kreislauf bei vielen sprichwörtlich in die Knie. Insbesondere, wenn auch die Nächte tropisch sind und der Körper sich nicht mehr abkühlen kann. Das kann sich wie folgt äußern:

  • Schwindel bis hin zu Ohnmachtsanfällen
  • Kopfschmerzen
  • Wasser-Einlagerungen an Knöcheln und Gelenken oder „schwere Beine“
  • Muskelkrämpfe, zum Beispiel in der Wade
  • Hitzeausschläge und „Schwitzpickel“
  • bei unvorsichtigen Aufenthalten in der Sonne: Sonnenbrände oder ein Hitzeschlag. Letzterer zeigt sich beispielsweise durch starke Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen, Fieber und absackenden Blutdruck.
  • vermehrt Atemprobleme bei Asthmatikern
  • Schlafstörungen

Studien zeigen zudem, dass das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle bei extremer Hitze steigt.

Das hilft bei extremer Hitze

Bei Hitze muss der Körper schuften, weil: Unser Organismus ist darauf programmiert, eine für uns perfekte Körpertemperatur von etwa 37 Grad Celsius stabil zu halten. Bei hohen Temperaturen heißt das vor allem „schwitzen“. Denn der Schweiß kühlt uns über unser größtes Organ, die Haut. Allerdings verlieren wir durch das Schwitzen auch viele wichtige Nährstoffe und Salze, die der Körper braucht.

Trinken, trinken, trinken

Deshalb ist es auch so wichtig, bei Hitze viel zu trinken – idealerweise Wasser oder ungesüßte Tees. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Energy-Drinks sind dagegen wenig geeignet – sie belasten das Herz-Kreislaufsystem zusätzlich.

Leichter essen

Gesund, ausgewogen und leicht lautet die Devise beim Essen. Konkret bedeutet das: viel frisches Obst und Gemüse oder Salate, wenig Fettes und Süßes. Normalerweise sinkt im Sommer ohnehin bei vielen die Lust auf deftige Mahlzeiten. Und das ist auch gut so, denn schwere Kost zu verdauen belastet den Organismus zusätzlich.

Füße hochlegen

Ausruhen und öfter mal die Füße tatsächlich hochlagern wirkt gegen schwere Beine und Wassereinlagerungen im Körper. Insbesondere in der Schwangerschaft ist das zu empfehlen.

Räume kühl halten

Jetzt lachen vermutlich alle, die ihre Wohnung unter der Dachschräge haben: Gerade da sammelt sich oft die Hitze. Tipp: Morgens und nachts für Durchzug sorgen, dann schon früh Rollläden oder Vorhänge schließen. Hilft zumindest ein bisschen. Feuchte Handtücher oder Wäsche in den Zimmern trocknen kann auch für eine kühlere Atmosphäre sorgen. 

Luftig anziehen

Lockere, luftige Kleidung schützt die Haut vor direkter Sonneneinstrahlung – und Hitzestau am Körper. Sonnenhüte oder Schirmmützen tragen dazu bei, Sonnenbrände oder einen Sonnenstich zu bekommen. Wichtig: Auch an die Netzhaut denken und eine ordentliche Sonnenbrille tragen.