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Pollenallergie trifft vor allem junge Großstädter

Teenager leiden öfter unter einer Pollenallergie als Erwachsene. Überdurchschnittlich von Heuschnupfen betroffen sind auch Großstädter. Das geht aus Daten der Krankenkasse KKH hervor.

Teenager leiden häufiger unter Pollenallergie

Jeder zehnte Jugendliche leidet mittlerweile unter Heuschnupfen beziehungsweise einer Pollenallergie (medizinisch: Allergische Rhinitis). Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Anhand der ärztlichen Diagnosen, die 2018 erstellt wurden, hat die Krankenkasse ermittelt, dass rund 143.000 ihrer Versicherten allergisch auf Pollen reagieren.

Geht man von der Anzahl der gegen Pollenallergie verschriebenen Medikamente aus, tummeln sich laut KKH besonders viele Heuschnupfengeplagte in den hessischen (8,5 Prozent) und nordrhein-westfälischen (8,4 Prozent) Ballungszentren. Die wenigsten Pollenallergiker leben demnach in Thüringen (6,8 Prozent).

Mit ein Grund dafür ist laut Experten die Luftverschmutzung in dicht besiedelten Regionen. Dort herrsche eine höhere Konzentration von Kohlenstoffdioxid, die das Pflanzenwachstum anrege – und damit auch für mehr Pollen in der Luft sorge. Zudem scheinen sich auch Schadstoffe an den Pollen abzulagern, die stärkere allergische Reaktionen hervorrufen.

Rechnet man die Daten der KKH hoch, wären rund sechs Millionen Menschen in Deutschland von einer Pollenallergie betroffen. Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts dürfte diese Zahl sogar deutlich höher liegen: Die Wissenschaftler gehen nach einer Auswertung von ärztlichen Interviews mit rund 8.000 Personen von etwa 12 Millionen Betroffenen aus.

Liegt Heuschnupfen in den Genen?

Ob man eine Pollenallergie entwickelt oder nicht, liegt tatsächlich an den Genen – zumindest zu etwa 50 Prozent. Vererbt wird jedoch nicht eine bestimmte Allergieform, sondern nur die Veranlagung. Von einem erhöhten Allergie-Risiko spricht man, wenn bei Familienmitgliedern 1. Grades – also bei Mutter, Vater oder Geschwistern – Allergien, Asthma oder Neurodermitis vorkommen. Ob man im Laufe des Lebens dann tatsächlich eine Allergie entwickelt, hängt auch von Umweltfaktoren ab, zum Beispiel der Allergenbelastung, Infekten, Passivrauchen oder anderen Reizen.

Meistens macht sich Heuschnupfen übrigens zwischen dem 8. und 16. Lebensjahr zum ersten Mal bemerkbar – aber auch bei den über 50-Jährigen steigt die Zahl der Heuschnupfengeplagten an.

Pollenallergie – was tun?

Damit die Pollenbelastung in den eigenen Räumen möglichst gering bleibt, kannst du folgendes tun:

  • Öfter saugen, um Pollen aus Teppichen und Sofa zu entfernen. Dabei helfen auch Staubsauger mit Filter-Systemen speziell für Allergiker.
  • Pollengeplagte sollten jeden Abend vor dem Zubettgehen die Haare waschen oder zumindest ausbürsten.
  • Die Straßenkleidung lieber außerhalb des Schlafzimmers ausziehen, damit die Pollenbelastung während des Schlafens so gering wie möglich ist.
  • Pollenschutzgitter vor den Fenstern können die Pollenkonzentration im Wohnraum deutlich verringern.
  • Rauchen vermeiden, da die Allergene durch die ständige Reizung der Atemwege noch viel besser an den Schleimhäuten angreifen können.
  • Gilt auch fürs Passivrauchen.

Informationen für Pollenallergiker inklusive Pollenflugkalender gibt es beim Deutschen Polleninformationsdienst.

Pollenallergie nach Regen besser?  

Augen- und Nasejucken, tränende Augen und triefende Nase, Husten und das Gefühl, schwer Luft zu bekommen: Nach einem Regenschauer lassen diese Symptome bei vielen Pollenallergikern nach. Manchmal löst Starkregen aber auch das Gegenteil aus. Die Pollen werden durch die hohe Luftfeuchtigkeit und das Regenwasser zum Platzen gebracht, zerfallen in kleinere Teile und werden damit leichter eingeatmet. So können sie tiefer in die Lunge gelangen und vermehrt Asthmaanfälle auslösen. Haben sich die aufgewirbelten Pollen auf dem Boden abgesetzt, ist der Spuk nach einer halben Stunde meistens wieder vorbei und die Luft gereinigt.

Übrigens: In ländlichen Gebieten erfolgt die größte Pollenausschüttung in den frühen Morgenstunden zwischen vier und sechs Uhr. Betroffene sollten dann die Fenster lieber geschlossen halten. Die beste Zeit zum Lüften ist abends zwischen 19 und 24 Uhr. In der Stadt ist die Pollenkonzentration in der Luft morgens zwischen sechs und acht Uhr am geringsten. Dann am besten lüften.