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Kind krank? 2020 gibt’s für Eltern fünf Kinderkrankentage mehr

Fieber, Schnupfen, Husten: Wenn das Kind krank wird, kommen berufstätige Mütter und Väter schnell ins Schleudern. Deshalb stehen ihnen rechtlich normalerweise zehn Kinderkrankentage zu, um die kleinen Patienten zu betreuen. 2020 gibt es wegen Corona fünf Tage mehr.

Kind krank und zu Hause

Früher – also vor Corona – war eine Schiefnase kein Grund, um der Kita oder Schule fernzubleiben. Wie sollte das auch gehen? Schließlich haben Kinder bis zu zwölf Infekte im Jahr. Wenn Eltern da wegen jedem Hustenreiz ihres Nachwuchses zu Hause geblieben wären – der Arbeitgeber hätte sich bedankt. Heute aber zwingen schon kleine Erkältungssymptome Familien in die eigenen vier Wände. Zu groß ist die Angst, dass sich dahinter COVID-19 verbergen könnte. Auf diese Situation hat die Regierung reagiert – und Eltern die Kinderkrankentage aufgestockt.

Noch kein Gesetz

Das Vorhaben der großen Koalition ist noch nicht endgültig verabschiedet. Aktuell stehen die Lesungen im Bundestag dazu an. Experten rechnen damit, dass die Anpassung Mitte Oktober 2020 in Kraft tritt. Neben den Änderungen bei den Kinderkrankentagen soll übrigens auch die Akuthilfe für pflegende Angehörige bis zum Jahresende verlängert werden.

Kinderkrankentage – wer bekommt sie?

Gesetzlich versicherte Eltern! Ihnen stehen 2020 insgesamt 30 Tage zur Verfügung, in denen sie wegen der Krankheit ihres Kindes zu Hause bleiben können – jeweils 15 Tage pro Elternteil. Alleinerziehende können die 30 Tage komplett für sich beanspruchen. Allerdings gibt es bei mehreren Kindern eine Obergrenze. Diese lag bisher bei 25 Tagen pro Elternteil, bei Alleinerziehenden bei 50 Tagen.

Kind krank? Das ist wichtig für den Anspruch auf die Kinderkrankentage:

  • Der Arzt hat in einem Attest bescheinigt, dass das Kind zu Hause betreut werden muss.
  • Es gibt keine andere im Haushalt lebende Person, die das kranke Kind betreuen kann.
  • Das Kind ist noch nicht 12 Jahre alt.

Privatversicherte Eltern haben generell keinen Anspruch auf Kinderkrankentage, wenn ihr Kind krank ist. Das gilt auch, wenn das Kind über den anderen Elternteil gesetzlich versichert ist. Es gibt aber entsprechende Angebote der Privatversicherung, sodass sich ein Blick auf die Tarife lohnt.

Kinderkrankengeld – wer zahlt es?

Während der Kinderkrankentage erhalten Eltern statt ihres Gehaltes von der Krankenkasse Kinderkrankengeld. Das kann bis zu 70 Prozent des Bruttogehaltes beziehungsweise 90 Prozent des ausgefallenen Nettoverdienstes sein (bis zur Beitragsbemessungsgrenze).

Die Krankenkasse benötigt dafür ein ärztliches Attest über die voraussichtliche Dauer, in der das Kind krank ist und betreut werden muss. Auf dieser „Ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes“ müssen die Eltern dann Name und Anschrift, Geburtsdatum, Versichertennummer und Bankverbindung eintragen. Zudem muss man ankreuzen, dass man laut Arbeitsvertrag keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung hat und ob man alleinerziehend ist. Unterschrieben wird die Bescheinigung an die Krankenkasse geschickt.

Wichtig: Auch wenn der Arbeitgeber in dieser Zeit kein Gehalt zahlt, muss er schon am ersten Tag des Fernbleibens informiert werden – ebenfalls durch ein Attest vom Kinderarzt.