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Kaffeekirschen zählen jetzt als Novel Food

Ob in Tee oder Limonade – ab jetzt darf das Aroma von Kaffeekirschen unseren Lebensmitteln das gewisse Etwas geben. Und das ist vor allem Koffein.

Was sind Kaffeekirschen?

Kaffeekirschen sind die kleinen, roten Früchte der Kaffeepflanze. Von außen betrachtet sind sie glatt, rund und rot – ein bisschen wie unsere heimischen Kirschen. Statt eines Steinkerns wachsen in ihrem Inneren jedoch Kaffeebohnen heran. In einer Frucht sind es mindestens zwei Stück. Das Fruchtfleisch kann man essen, die rote Außenhaut ist jedoch aufgrund ihrer Bitterstoffe ungenießbar. Auch bei den Früchten gibt es unterschiedliche Sorten. Normalerweise sind sie richtig rot, wenn sie reif sind. Manche Sorten behalten aber auch ihre gelbe Farbe.

Wie schmecken Kaffeekirschen?

Das kommt auf ihren Reifegrad an. Zeitgerecht geerntet schmeckt das Fruchtfleisch – die so genannte Pulpe – mild-fruchtig und leicht süßlich. Allerdings spielte das beim Kaffeeanbau bislang kaum eine Rolle, weil die Kaffeebohnen Objekt der Begierde waren. Das kann sich mit der Akzeptanz der Pulpe als ein auf dem deutschen Markt neu zugelassenes Novel-Food-Produkt jetzt ändern: Denkbar sind dann Tees oder Limonade mit entsprechendem Flavor.

Weil Kaffeekirschen genauso viel Koffein enthalten wie ihre Bohnen, müssen künftige Produkte mit dem Hinweis „Hoher Koffeingehalt: Nicht empfohlen für Kinder, Schwangere und Stillende“ gekennzeichnet werden – vorausgesetzt der Koffeingehalt übersteigt 150 Milligramm pro Liter.

Tee oder Kaffee?

In Teilen Afrikas und Südamerikas werden Schale und Fruchtfleisch schon Jahrhunderte lang genossen: „Cascara“ wird der Aufguss aus diesen Bestandteilen genannt. Zuweilen wurde das Getränk auch als „Kaffee für Arme“ bezeichnet. Mal wird es beispielsweise mit Honig und Ingwer, mal mit Milch, Zimt und Zucker getrunken.

Gesundheitlich unbedenklich

Vor drei Jahren kamen die ersten Kaffeekirschen-Produkte auf den deutschsprachigen Markt. Gestoppt wurden sie zunächst von der Lebensmittelüberwachung. Denn neue Lebensmittel aus anderen Teilen der Welt müssen erstmal auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit hin überprüft werden. Und diese Prüfung hat das neue Lebensmittel unlängst bestanden: Die Produkte sind mit „Pulpe der Kaffeekirsche“, „Cascara“, „Aufguss aus der Pulpe der Kaffeekirsche“ oder „getrockneter Aufguss aus der Pulpe der Kaffeekirsche“ gekennzeichnet.

Novel … what?

Als Novel Food gelten Lebensmittel, die erst nach Mai 1997 in der europäischen Union bekannt und zunehmend für den menschlichen Verzehr nachgefragt wurden. Welche Lebensmittel eine Chance zur Anerkennung haben, regelt die Novel Food-Verordnung in Artikel 3. Bislang zugelassen wurden unter anderem Chiasamen und Chiaöl, Nonisaft oder Pflaumenkernöl. Wissenswertes erfährst du im YouTube-Video des Lebensmittelverband Deutschlands e. V.