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Jugendliche: Rauchen ist out, Cannabis ist in

Jugendliche in Deutschland rauchen so wenig wie noch nie und trinken seltener Alkohol. Dafür probieren sie immer häufiger Cannabis aus. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Umfrage der Bundeszentale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Rauchen im Abwärtstrend

So viele Nichtraucher gab es bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hierzulande noch nie: Rund 85 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 45,9 Prozent der 18- bis 25-Jährigen haben laut BZgA noch nie eine Zigarette geraucht. Einen historischen Tiefstand erreicht demnach auch die Zahl derer, die regelmäßig rauchen: unter den 12- bis 17-Jährigen sind es 5,6 Prozent, unter den 18- bis 25-Jährigen rund 21 Prozent. Dabei ist der Anteil weiblicher Raucherinnen in beiden Altersgruppen geringer als der der männlichen Raucher.

E-Zigaretten, Wasserpfeife und Shishas

Bei den E-Produkten hat sich die Zahl der jugendlichen Konsumenten laut BZgA in den vergangenen Jahren nicht signifikant geändert. Etwa jeder dreizehnte 12- bis 17-Jährige gab an, in den letzten 30 Tagen eine Wasserpfeife geraucht zu haben (7,7 Prozent). Bei den E-Zigaretten lag der Anteil der jugendlichen Raucher bei 4,1 Prozent und bei den E-Shishas bei 2,3 Prozent. Auch wenn sich die Zahlen hier nicht groß verändert haben, beobachte man die Entwicklung weiter sehr genau, so die BZgA.

Cannabis im Aufwärtstrend

Mit einer gewissen Sorge betrachtet die BZgA den steigenden Cannabiskonsum bei Jugendlichen. Jeder zehnte 12- bis 17-Jährige gab demnach an, schon einmal eine illegale Droge konsumiert zu haben. Fast die Hälfte der 18- bis 25-Jährigen hat schon einmal gekifft. Heidrun Theiss, Leiterin der BZgA: „Cannabis ist mit Abstand die am meisten konsumierte illegale Substanz.“ Das sei bedenklich, da der Konsum in jungen Jahren mit besonderen Risiken für den wachsenden Organismus verbunden sei.

Alkohol und Komasaufen

Die Zahl der Jugendlichen, die regelmäßig Alkohol trinken, ist in den letzten Jahren hingegen weiter gesunken. Dass sie noch nie Alkohol getrunken haben, gaben dabei 36,9 Prozent der 12- bis 17-Jährigen an. 9,5 Prozent in dieser Altersstufe trinken mindestens einmal in der Woche Alkohol, bei den 18- bis 25-Jährigen sind es 32,9 Prozent. Zum Vergleich: 2004 lag der Anteil bei den Jüngeren noch bei 21,2 Prozent, bei den älteren bei 43,6 Prozent. Nach wie vor – und besonders unter den Jungs verbreitet – ist dagegen das Rauschtrinken oder „Komasaufen“ genannt.

Initiative der BZgA

Die Ergebnisse der BZgA sind in der Repräsentativbefragung „Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2019“ festgehalten. Seit 1973 finden diese Umfragen in regelmäßigen Abständen statt. Für die aktuelle Studie wurden 7.000 Personen im Alter von 12 bis 25 Jahren im Zeitraum April bis Juni 2019 befragt.