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Studie: Jedes dritte Kind hat Karies an bleibenden Zähnen

Viele Zwölfjährige hierzulande haben Karies – deutlich mehr als bislang angenommen. Das zeigt der Barmer-Zahnreport 2020. Eine gute Zahnpflege ist daher besonders wichtig.

Von Karies und faulen Zähnen

Karies ist bei Kindern unter 12 Jahren verbreiteter als gedacht. Zu diesem Ergebnis kommt der Barmer-Zahnreport 2020. Hierfür wurden die Abrechnungsdaten der Krankenversicherung von 2010 bis 2018 ausgewertet. Das Ergebnis: Im Jahr 2018 wurden 33 Prozent der Zwölfjährigen, also rund 240.000 Kinder, wegen Karies behandelt. Die Deutsche Mundgesundheitsstudie ging bisher davon aus, dass nur jedes fünfte Kind Schäden an den bleibenden Zähnen hat.

Ein Grund für die deutlich höhere Zahl könnte die methodische Herangehensweise des Barmer-Reports sein. Denn der bezieht sich ausschließlich auf Daten der Versicherten. Anders als die Deutsche Mundgesundheitsstudie bildet er damit nicht unbedingt einen Querschnitt der deutschen Bevölkerung ab. Unabhängig davon sind sich die Experten jedoch einig: Es besteht Handlungsbedarf, wenn es um die Zahngesundheit von Kindern geht.

Zähneputzen ist der beste Schutz gegen Karies

Am besten beugen Kinder und Erwachsene Karies durch tägliches Zähneputzen vor. Eltern fangen bei den Kindern damit schon im Babyalter an. Denn mit Kariesbakterien infizierte Zähne können die nachwachsenden Zähne schon beim Durchbruch infizieren. Deshalb ist konsequente Pflege vom ersten Milchzahn an die beste Voraussetzung für ein gesundes Lächeln ein Leben lang.

Richtig Zähneputzen bei Babys und Kleinkindern

Der erste Zahn blitzt hervor? Schon diesen können Mama oder Papa mit einer weichen Babyzahnbürste oder mit einem Fingerling und einem Hauch Kinderzahnpasta putzen. Am besten morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen.

Kleinkinder ahmen gern nach. Deshalb lassen Sie Ihr Kind selbst putzen. Bis zum Ende des dritten Lebensjahres kauen die Kinder aber nur auf der Zahnbürste herum. Gezielte Putzbewegungen können sie noch nicht ausführen. Deshalb heißt es für Eltern: regelmäßig nachputzen. Erst wenn ein Kind flüssig schreiben kann, kann es auch seine Zähne gründlich putzen. Bis dahin übernehmen Eltern den Sauberkeits-Check und putzen nach der KAI-Methode morgens und abends nach.

Was bedeutet KAI?

KAI plus heißt die von Zahnärzten empfohlene Putzmethode und steht für:

  • K = Kauflächen putzen. Dabei geht die Zahnbürste wie ein Schrubber hin und her.
  • A = Außenflächen putzen. Die Zähne auf einander stellen und kleine Kreise auf den Zähnen malen.
  • I = Innenflächen vom Zahnfleisch zur Zahnkrone in drehenden Bewegungen putzen.

Plus: Die Eltern putzen bis ins Schulalter nach.

Mit der KAI-Methode werden erst alle Zähne im Oberkiefer gründlich geputzt, danach folgt die untere Zahnreihe.

Zahnbürste und Zahnpasta

Die ideale Zahnbürste für Kinder hat einen kleinen Kopf, weiche Borsten und einen rutschfesten Griff. In den ersten drei Lebensjahren ist eine elektrische Zahnbürste für Kinder nicht empfehlenswert. Danach kann per Hand oder elektrisch geputzt werden – ganz nach Geschmack. Alle 8 Wochen sollte die Zahnbürste ausgetauscht beziehungsweise der Bürstenkopf gewechselt werden. Das gilt übrigens auch für die Bürste im Hort oder in der Kita!

Es gibt spezielle neutralschmeckende Kinderzahnpasta. Ein erbsengroßer Klecks reicht. Für Kleinkinder darf der Fluoridgehalt maximal 500 ppm betragen. Sobald das Kind die Zahnpasta ausspuckt und nicht mehr runterschluckt, kann zur Juniorzahnpasta gegriffen werden. Hier liegt der Fluoridgehalt zwischen 1.000 und 1450 ppm. Die entsprechenden Angaben stehen auf der Packung.

Regelmäßig zum Zahnarzt gehen, um Karies zu erkennen

Je früher Karies und andere Zahnschäden erkannt werden, desto größer sind die Heilungschancen. Deshalb sollten Kinder spätestens nach der Früherkennungsuntersuchung U9 zweimal jährlich zum Zahnarzt gehen.