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Grüne Bohnen bitte nicht roh essen!

Im Gegensatz zu anderen Gemüsearten dürfen grüne Bohnen nicht roh verzehrt werden. Darauf weißt das Bundesinstitut für Risikobewertung erneut hin, nachdem sich Anfragen dazu im vergangenen Jahr gehäuft haben. Was dahinter steckt und was im Notfall zu tun ist.

Mehr grüne Bohnen, mehr Probleme

Im Jahr 2020 meldeten sich auffallend viele Menschen bei den Giftinfomationszentren, weil sie nach dem Verzehr von rohen grünen Bohnen gesundheitliche Beschwerden hatten. Das teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kürzlich in einer Presseinfomation mit.

Die Fachleute vermuten, dass unser Ess- und Kochverhalten der Grund für die gehäuften Anfragen ist. Denn zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass die Menschen in Deutschland in Zeiten von Corona mehr Gemüse verzehrt und öfter selbst gekocht haben.

Hinzu kommt, dass in der modernen Küche häufig nur schonend gegart wird. Durch das sanfte Dünsten oder Dämpfen bleibt das Gemüse schön knackig und es gehen nicht so viele Vitamine verloren. Das ist bei einigen Gemüsearten jedoch ein Problem. Dazu zählen auch grüne Bohnen wie Busch- oder Feuerbohnen. Sie müssen unbedingt ausreichend erhitzt und durchgegart werden werden. Sonst sind sie giftig.

Warum sind grüne Bohnen giftig?

Ungekochte grüne Bohnen enthalten eine giftige Eiweißverbindung, das sogenannte Phasin. Es steckt vor allem in den Samen und Hülsen der grünen Gartenbohnen und gehört zur Gruppe der Lektine. Das Protein kann für den Menschen schon in winzigen Dosen gesundheitsschädlich sein und wird erst durch hohe Temperaturen zerstört.

Wie lange muss ich grüne Bohnen kochen?

Fachleute raten, die Bohnen mindestens zehn Minuten richtig zu kochen. Dann ist die Eiweißverbindung weitgehend aufgelöst.

Gegarte grüne Bohnen stellen keine Gefahr dar. Doch, Vorsicht: Auch im Kochwasser der grünen Bohnen können sich ordentliche Mengen an Phasin befinden. Das Wasser sollte daher nicht verwendet und immer weggeschüttet werden.

Was passiert, wenn ich grüne Bohnen roh esse?

Wer grüne Bohnen roh isst, muss mit Nebenwirkungen rechnen. Denn Phasin bewirkt, dass die roten Blutkörperchen zusammenkleben. Dadurch wird der Sauerstofftransport im Körper behindert. Nach dem Verzehr von grünen Bohnen treten häufig Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf. Auch Kopfschmerzen können die Folge sein. In schweren Fällen kann es auch zu blutigen Durchfällen, Fällen oder Kreislaufproblemen kommen.

Die Symptome treten in der Regel zwei bis drei Stunden nachdem Verzehr auf. Besonders gefährdet sind übrigens Kinder – und zwar aufgrund ihres geringen Körpergewichts. Bereits fünf bis sechs rohe Bohnen können bei ihnen genügen, um Beschwerden. hervorzurufen. Auch tödliche Vergiftungen seien nicht auszuschließen, wenn Kinder große Mengen an rohen Gartenbohnen zu sich nehmen, warnt die Verbarucherzentrale Bayern.

Was kann ich tun, wenn ich grüne Bohnen roh gegessen habe?

Wer versehntlich rohe Bohnen gegessen hat oder bereits Symptome hat, sollte umgehend ein Giftinformationszentrum anrufen.

Grundsätzlich empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, besonders Kinder über die Gefahr aufzuklären. Zudem sollten Eltern und Betreuungspersonen sicherstellen, dass Kinder keinen unbeaufsichtigten Zugang zu den Bohnenpflanzen haben – zum Beispiel wenn diese im eigenen Garten wachsen. Vorsicht sei auch bei Samentütchen zur Aussaat geboten, so die Expertinnen und Expertn: Die teilweise bunt marmorierten Bohnensamen können auf Kinder einen besonderen Reiz ausüben.

Giftinformationen

Eine Übersicht der Giftnotrufzentralen und Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz bietet unter anderem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf seiner Internetseite.

Hilfreich ist auch die kostenlose App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“, die das Ministerium zusammen mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) entwickelt hat. Sie enthält neben Info zu Risiken auch Tipps für den Notfall. Außerdem kann kann man aus der App heraus das jeweils zuständige Giftinformationszentrum anrufen.