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Glücksbringer haben jetzt Hochsaison

Auch wenn dieses Jahr keine großen Feiern stattfinden, Glücksbringer für Freunde und Vewandte sind trotzdem eine nette Geste. Sie lassen sich „kontaktarm“ verschenken und zeigen: „Ich habe an dich gedacht!“ Abgesehen davon können wir alle 2021 eine Extraportion Glück vertragen, oder?

Neues Jahr, neues Glück

Dank der Corona-Pandemie wird der Jahreswechsel 2020/2021 ein eher besinnliches Ereignis werden. Denn Feiern sind nur im engsten Familien- beziehungsweise Freundeskreis erlaubt.

„Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind weiterhin auf den eigenen und einen weiteren Haushalt, jedoch in jedem Falle auf maximal fünf Personen zu beschränken. Kinder bis 14 Jahre sind hiervon ausgenommen.“

So haben es Bund und Länder nach der gemeinsamen Telefonkonferenz am 13. Dezember 2020 beschlossen und verkündet. Weiter heißt es in dem Beschluss aus der Telefonkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs:

„Am Silvestertag und Neujahrstag wird bundesweit ein An- und Versammlungsverbot umgesetzt. Darüber hinaus gilt ein Feuerwerksverbot auf durch die Kommunen zu definierenden publikumsträchtigen Plätzen. Der Verkauf von Pyrotechnik vor Silvester wird in diesem Jahr generell verboten und vom Zünden von Silvesterfeuerwerk generell dringend abgeraten, auch vor dem Hintergrund der hohen Verletzungsgefahr und der bereits enormen Belastung des Gesundheitssystems.“

Wir werden Jahreswechsel also ingesamt deutlich ruhiger begehen als gewohnt. Statt großem Feuerwerk und vieler Umarmungen sind dieses Silvester andere, beschaulichere Rituale angesagt, um das alte Jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen.

Eine Möglichkeit, um Freunden und Verwandten ein bisschen positive Energie mit auf den Weg ins Jahr 2021 zu geben, sind Glückbringer. Sie erfreuen sich seit jeher an Silvester großer Beliebtheit. Aber wieso eigentlich?

Glücksbringer: Wer glaubt denn an sowas?

Glücksbringer, Talisman, Maskottchen, gute und schlechte Vorzeichen … Tatächlich glauben mehr Menschen daran, als man denkt. So fragte das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) 2.000 Bundesbürger ab 16 Jahren danach, welcher Aberglaube für sie eine Bedeutung habe und auf welchen sie selbst immer achteten?

Auf Platz eins landete das vierblättrige Kleeblatt (43 Prozent), gefolgt von der Sternschnuppe (40 Prozent) und dem Schornsteinfeger mit 35 Prozent. Auf den folgenden Plätzen landeten die schwarze Katze, die Zahl 13, das Hufeisen, der Kuckucksruf, die Spinne am Morgen, Schwalbennester, der Freitag und die stehengebliebene Uhr (neun Prozent). Weiter unten rangierten der Regen auf Brautschleier (drei Prozent) und einen Buckligen berühren mit immerhin noch bei zwei Prozent. Letzteres mutet ganz schön mittelalterlich an. Die Zahlen sind zugegebenermaßen auch schon ein bisschen älter, stammen aber aus den 21. Jahrhundert!

Der Altgermane in uns

An Festen wie Silvester kriecht aus unserem kulturellen Unterbewusstsein eine erstaunlich große Portion Heidentum (so wie es die Christen nennen) hervor. So stammt zum Beispiel die Bezeichnung „Rauhnächte“ für die Nächte zwischen Heiligabend und dem Dreikönigstag noch aus der Zeit der Germanen. Rauh, wie das rauhe, zottelige Fell der Kreaturen, die in dieser dämonischen Zeit ihr Unwesen treiben. Denn dann herrschen dem altgermanischen Glaube zufolge Sturmgott Wodan, die Sagengestalt Perchta (später auch Frau Holle genannt) sowie Hexen und Geister. Sie versuchen ihre negativen Kräfte „zwischen die Jahre“ (daher stammt übrigens auch der Begriff „zwischen den Jahren“) zu schieben.

Da braucht(e) es natürlich eine Menge Glück und kleine Helfer, um die negativen Mächte im alten Jahr festzuhalten und ihnen nicht den Übergang ins neue zu ermöglichen.

Glücksbringer: Das Glück hat eine Gestalt

Marzipanschweine, mit Goldfolie überzogene Schokoladentaler, Schornsteinfeger aus plüschigen Pfeifenputzern, Glücksklee-Pflanzen in kleinen Töpfen, Glückskäfer und Hufeisen aus allen erdenklichen Materialien: Das Arsenal der Glücksbringer ist vielfältig. Aber warum verbindet man diese mit Glück?

Wir haben mal für ein paar beliebte Glücksbringer nachgeschaut, warum sie diesen Ruf haben und woher die positiven Eigenschaften kommen, die ihnen angedichtet werden:

Warum bringen Schweine Glück?

Laut der nordischen Mythologie war das Wildschwein ein heiliges Tier. Dem griechischen Gott Demeter wurden Schweine geopfert. In vielen Kulturen gilt das Schwein als Zeichen für Wohlstand und Fruchtbarkeit. Wer „Schwein hat“, hat eben auch Glück.

Was hat der Schornsteinfeger mit Glück zu tun?

Trotz seines schmutzigen Jobs gilt er traditionell als Glücksbringer. kein Wunder, hält es doch den Kamin sauber und sorgt dafür, dass kein Hausbrand droht und die Hausbewohner nicht im Kalten sitzen müssen. Schornsteinfeger wurden früher wohl zu Jahresbeginn für ihre Dienste bezahlt. Vielleicht ist das ein Grund dafür, sie mit Neujahr in Verbindung zu bringen.

Warum muss das Hufeisen nach oben offen aufgehängt werden?

Hängt man es nach oben offen auf, kann das Glück ins Hufeisen hineinfallen. Das Eisen schützt die Hufe und sorgt dafür, dass Pferde auch auf harten Böden einsatzbereit sind. In allen Ländern, in denen Pferde als wertvoll gelten, ist das Hufeisen ein Glücksbringer.

Was wird dem Fliegenpilz nachgesagt?

Dieser Pilz heißt zum einen so, weil er giftig für Fliegen ist. In Milch eingelegt, vermag er lästige Insekten zu betäuben. Eine andere Erklärung geht auf seine halluzinogene Eigenschaft zurück. Beim Menschen wirkt er wie eine Droge und ruft eine Art Glücksrausch hervor. Da ist der Weg zum Glücksbringer nicht mehr weit …

Was hat es mit dem Glücksklee auf sich?

Auf ein vierblättriges Kleeblatt zu stoßen, gilt als Glückstreffer. Das dreiblättrige ist hingegen alltäglich. Mittlerweile gibt es vierblättrige Zuchtformen des Klees, die auch im Handel sind. Strenggenommen ist das erzwungenes Glück, das ins Pech umschlagen könnte. Trotzdem freuen sich die Kleetöpfe großer Beliebtheit. Vielleicht kompensieren die hineingesteckten Schornsteinfeger und Fliegenpilze das Pech, so dass schlussendlich wieder Glück aus der Gesamt-Komposition hervorgeht.

Woher hat der Glückspfennig seinen Namen?

Geweihte Kupfer-Pfennige oder Groschen – heute Cents, 10er und 20er Münzen – sollen bösen Zauber vertreiben und in der Hosentasche getragen vor Betrug im Gasthaus oder beim Viehhandel schützen. Zumindest beginnt jeder Reichtum mit dem ersten Cent. So auch bei Dagobert Duck aus der Disneywelt.