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Gesundheitsinformationen aus dem Internet: Was hab ich?

Gesundheitsinformationen ohne Sprechstunde, Wartezeit oder lästige Nachfragen: Die Mehrheit der Deutschen recherchiert erst einmal im Internet, wenn es um Krankheiten und unbekannte Symptome geht. Doch was ist zu beachten, wenn man „Dr. Google“ konsultiert?

Viele suchen im Netz nach Gesundheitsinfomationen

Treten unbekannte Krankheitssymptome auf, konsultieren drei von zehn Deutschen zunächst einmal „Dr. Google“. Weitere zwei von zehn (18,3 Prozent) suchen in Foren oder medizinischen Portalen wie NetDoktor, Dr. Gumpert oder Apotheken Umschau nach entsprechenden Gesundheitsinformationen.

Das geht aus der repräsentativen Umfrage „Datapuls 2021“ des Münchner Kommunikationsdienstleisters Socialwave hervor, der in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Marktforschungsinstitut Consumerfieldwork 1.005 Menschen über 18 Jahre zur Digitalisierung des Gesundheitswesens befragt hat.

„Die Zahlen sind insofern bemerkenswert, weil wir danach gefragt haben, wen Deutsche als Erstes kontaktieren, wenn sie Symptome in einem ersten Schritt abklären wollen“, erklärt Felix Schönfelder, Geschäftsführer der Socialwave GmbH.

Kein neues Phänomen

Bereits 2018 hat die Bertelsmann-Stiftung Umfragen zum Thema „Wie sich Patienten im Internet zu Gesundheitsfragen informieren“ veröffentlicht. Das Ergebnis: 58 Prozent der Befragten gaben seinerzeit an, sich vor dem Arztbesuch im Internet zu informieren. 62 Prozent recherchierten anschließend im Netz, zum Beispiel um mehr über Diagnosen und Therapien zu erfahren. Das Interessante dabei: Fast jeder Dritte (66 Prozent) verschwieg dem Arzt die Onlinesuche.

Gesundheitsinformationen von Familie und Freunden

Bei der Suche nach Gesundheitsinformationen spielt neben der Onlinerecherche das unmittelbare soziale Umfeld eine Rolle. Auch das zeigt die „Dataplus 2021“-Umfrage:

  • 9,8 Prozent der Befragten verlassen sich auf die Auskunft von Freunden und Familie.
  • 3,1 Prozent geben an, in medizinischen Nachschlagewerken oder Handbüchern nachzuforschen, wenn sich der Körper nicht so verhält, wie er soll.
  • 1,8 Prozent fragen in der Apotheke nach Rat.

Ärztlicher Rat ist nach wie vor gefragt

Zwar haben Online-Angebote bei der Patientenumfrage mit insgesamt 47,3 Prozent locker die Nase vorn, doch auch die Hausärzte genießen weiterhin das Vertrauen der Befragten. So konsultieren 38,1 Prozent nach wie vor zuerst die Praxis vor Ort, wenn sie unbekannte Symptome an sich feststellen. Mehr als die Hälfte der Befragten (56,8 Prozent) wünscht sich allerdings eine bessere digitale Kommunikation mit ihrem Arzt, etwa per E-Mail oder Messenger-Dienst.

Recherche ersetzt nicht den Arztbesuch

Fachleute sind sich einig: Grunsätzlich spricht nichts dagegen, zunächst „Dr. Google“ zu bemühen. Man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass solche Recherchen mitunter unnötig Ängste schüren und zur Verunsicherung beitragen. Und machmal sind die Ergebnisse auch schlichtweg falsch. Denn nicht alles, was das Netz an Gesundheitsinformationen bietet, ist auch verlässlich.

Eine gesundheitsbezogene Onlinerecherche sollte den Arztbesuch daher nicht ersetzen, sondern ihn ergänzen. Davon profitieren Betroffene dann gleich doppelt: Denn ein gut informierter Patient stellt im Arztgespräch die richtigen Fragen, versteht Befunde und Diagnose besser, kann entsprechende Entscheidungen treffen, hält sich eher an die Therapieempfehlungen – und wird im besten Falle schneller wieder gesund.

Wie erkenne ich seriöse Gesundheitsinfomationen?

Wer im Internet nach Symptomen, Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten sucht, ist mit einer Vielzahl von Angeboten konfrontiert. Doch längst nicht alle halten, was sie versprechen. Woran erkennt man also, ob es sich um verlässliche Informationen handelt oder nicht? Hier ein paar Tipps und Kriterien für deine Onlinesuche:

  • Absender: Ein Blick ins Impressum der Seite zeigt dir, wer oder was sich dahinter verbirgt.
  • Absichten: Was ist das Ziel des Angebots? Gute Online-Seiten machen daraus keinen Hehl.
  • Aktualität: Werden die Inhalte regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht? Alles, was älter ist als drei Jahre ist, kannst du getrost vergessen.
  • Quellen: Seriöse Angebote arbeiten mit ausgewiesenen Fachleuten (etwa als Autoren oder Überprüfer) und belegen ihre Aussagen durch entsprechende Quellenangaben.
  • Neutralität: Die Informationen sollten ausgewogen sein und ohne Wertung dargestellt werden. Idealerwiese werden auch Alternativen aufgezeigt, zum Beispiel bei Untersuchungen und Behandlungen.
  • Werbung: Anzeigen für bestimmte Produkte oder Leistungen sollten als solche gekennzeichnet sein. Ist das nicht der Fall, verfolgt der Anbieter in erster Linie wirtschaftliche Interessen.