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Gestationsdiabetes: Grund für Arterienverkalkung?

Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes haben offenbar ein erhöhtes Risiko, im späteren Leben eine Arterienverkalkung (medizinisch Arteriosklerose oder Atherosklerose) in den Herzkranzgefäßen zu bekommen. Das zeigt eine US-amerikanische Langzeitstudie.

Gestationsdiabetes als Gesundheitsrisiko

Im Laufe einer Schwangerschaft entwickeln hierzulande etwa 5 von 100 Frauen einen Gestationsdiabetes. Die „Zuckerkrankheit“ kann zu erheblichen gesundheitlichen Problemen bei den werdenden Müttern und ihren Kindern führen.

Dass Schwangerschaftsdiabetes aber auch langfristig ein Gesundheitsrisiko für die betroffenen Frauen darstellt, zeigt aktuell die amerikanische CARDIA-Langzeitstudie. Sie fand heraus, dass das Risiko für Kalkablagerungen in den Koronararterien bei Frauen mit Gestationsdiabetes doppelt so hoch ist wie bei Frauen ohne diese Stoffwechselstörung.

Jahrzehntelange Forschung

Bereits 1985 haben Forscherinnen und Forscher mit der Studie begonnen. Sie erhoben dabei zunächst die Daten von rund 1.100 gesunden jungen Frauen – ohne Diabetes – im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. In den folgenden 25 Jahren bekamen diese mindestens ein Kind.

Seit Beginn der Studie wurden bei ihnen alle fünf Jahre entsprechende Blutzuckertests durchgeführt. Das Expertenteam wollte so die Entstehung und Entwicklung von Prädiabetes beziehungsweise Typ-2-Diabetes beobachten – und welche Auswirkung dies für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat.

Ergebnisse der Studie

Zwölf Prozent aller Teilnehmerinnen haben ein Schwangerschaftsdiabetes entwickelt. Bei 25 Prozent der Frauen aus dieser Gruppe wurde im Alter von durchschnittlich 48 Jahren eine Arteriosklerose in den Kororonararterien festgestellt. Zum Vergleich: Bei den Frauen ohne Schwangerschaftsdiabetes lag der prozentuale Anteil bei 15 Prozent. 36 Prozent hatten zudem ein Prädiabetes und 28 Prozent Typ-2-Diabetes entwickelt. Bei den Teilnehmerinnen ohne Gestationsdiabetes waren es 35 Prozent mit Prädiabetes und 9 Prozent mit Typ-2-Diabetes.

Die Autorinnen und Autoren der Studie fordern deshalb, auch später ein Augenmerk auf einen vergangenen Gestationsdiabetes zu legen. Und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um einer Arterienverkalkung zuvorzukommen.

Was ist eine Arterienverkalkung?

Gesunde Arterien – also Adern, die unseren Körper mit frischem, sauerstoff- und nährstoffreichem Blut versorgen – sind normalerweise elastisch und glatt. Im Laufe des Lebens lagern sich an ihren inneren Wänden jedoch Blutfette und Kalk ab: Bei manchen Menschen mehr, bei anderen weniger. Werden die Adern dadurch immer enger, kann das zu Durchblutungsstörungen von Organen und Geweben kommen. Nicht gut, denn das kann beispielsweise bei den Herzkranzarterien zu einem Herzinfarkt führen. Oder bei anderen Arterien zu Schlaganfällen, Störungen der Nierenfunktion, bei Männern zu Erektionsstörungen. Eine Arterienverkalkung bekommt man in der Regel nicht mit, das macht sie so tückisch.

Gesunde Arterien

Gesund essen, viel bewegen. Klingt nach einer Binsenweisheit, ist aber immer noch das Beste, um die Arterien gesund zu halten. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum schaden den Arterien zusätzlich. Tipp: Das Rauchfrei-Programm der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hilft dir, auf Zigaretten zu verzichten.