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Hitze im Auto – gefährlich für Kind und Tier

Schon wenige Minuten bei mäßigen Außentemperaturen in der prallen Sonne lassen die Hitze im Auto ansteigen. Das kann schnell zu einer Falle für Kinder und Tiere werden.

Alle Jahre wieder …

… warnen Polizei und Fachleute Eltern und Hundebesitzer davor, Kinder oder Haustiere bei Hitze im Auto zu lassen, während sie „nur eben mal kurz“ einkaufen gehen. Denn selbst wenn die Fenster einen Spalt breit offen sind, um die Innenraumluft zirkulieren zu lassen, steigen die Temperaturen im Auto schon bei geringen Außentemperaturen schnell an.

Jede Minute zählt

Laut Informationen des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte reagieren Kleinkinder besonders sensibel auf Hitze. Das liege daran, dass sich ihr Körper bis zu fünfmal schneller erwärme als der eines Erwachsenen. Darüber hinaus haben sie im Verhältnis zu Erwachsenen eine kleinere Hautoberfläche, über die Wärme abgegeben werden kann.

Hunde und Katzen hingegen schwitzen überhaupt nicht, sondern geben Wärme ausschließlich über die Zunge ab. Dieser körpereigene Kühlungsmechanismus funktioniert aber immer weniger, je höher Temperatur und die Luftfeuchtigkeit steigt.

So schnell entwickelt sich Hitze im Auto

Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie schnell sich das Auto aufheizt, hier einige Beispiele:

  • Bei 20 Grad Celsius (°C) Außentemperatur liegt die Innenraumtemperatur nach 10 Minuten bei 27 °C und nach 60 Minuten bei 46 °C.
  • Bei 24° C Außentemperatur liegt die Innenraumtemperatur nach 10 Minuten bei 31 °C und nach 60 Minuten bei 48 °C.
  • Bei 30 °C Außentemperatur liegt die Innenraumtemperatur nach 10 Minuten bei 37 °C und nach 60 Minunten bei 56 °C.

Hilfe leisten – aber wie?

Wenn du siehst, dass ein Kind oder ein Tier bei Hitze im Auto festsitzt und weit und breit keine Eltern oder Bezugspersonen zu sehen sind, solltest du folgendes machen:

  • Ist das Kind ansprechbar? Reagiert das Tier? Wenn die Situation in Ordnung zu sein scheint, bleibe vor Ort und versuche, die Eltern beziehungsweise Besitzer ausfindig zu machen – zum Beispiel, indem du andere bittest, bei der Suche zu helfen. Benachrichtige auch die Polizei oder die Feuerwehr.
  • Falls Gefahr im Verzug ist und Kind oder Tier nicht normal reagieren, hilft manchmal nur, eine Scheibe einzuschlagen, um ins Auto zu gelangen. Bei Menschen ist das völlig in Ordnung, da machst du dich eher strafbar, wenn du keine Nothilfe leistest. Etwas anders sieht das bei Tieren aus: Eine Scheibe einzuschlagen ist rechtlich eine Sachbeschädigung, aber im Notfall auch bei Tieren gestattet, sagen das Strafgesetzbuch (§34 StGB) und das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 228 BGB) – allerdings musst du das gegebenenfalls vor Gericht beweisen. Deshalb ist es immer gut, wenn du das unter telefonischer Anleitung der Polizei oder Feuerwehr machst, wenn diese nicht selbst schnell genug vor Ort sind.
  • Übrigens: Wer sein Kind oder sein Haustier bei Hitze im Auto sitzen lässt, kann rechtlich belangt werden – auch mit einer Freiheitsstrafe.