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Gebärmutterhalskrebs rechtzeitig erkennen und heilen

Haben Sie schon Post von Ihrer Krankenkasse erhalten? Seit Anfang des Jahres laden die Kassen ihre weiblichen Versicherten zur Vorsorgeuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs, der sogenannten Zervixkarzinom-Früherkennung, ein. Das Screening-Verfahren soll mehr Frauen auf die Gefahr aufmerksam machen und eine rechtzeitige Behandlung ermöglichen.

Gebärmutterhalskrebs – wer ist gefährdet?

Das Zervixkarzinom zählt zu den Krebsarten, die in einem frühen Stadium erkannt, gut zu behandeln sind. Gebärmutterhalskrebs ist eine bösartige Erkrankung des Gebärmutterhalses, meist im Bereich des äußeren Muttermundes.

Laut dem Krebsregister des Robert-Koch-Institutes erkranken in Deutschland jährlich 4.380 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Wenn sich eine Krebsvorstufe gebildet hat, sind Frauen durchschnittlich rund 33 Jahre alt. Ein bösartiger Tumor tritt im Schnitt mit 53 Jahren auf.

Eine Früherkennungsuntersuchung wurde in den 1970er Jahren eingeführt. Seitdem erkranken deutlich weniger Frauen an diesem Krebs.

Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs?

Bestimmte Humane Papillomviren (HPV) gelten als Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs. Die meisten Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV, allerdings merken es die wenigsten. Bei rund drei Prozent kommt es zu Krebsvorstufen am Gebärmutterhals. Daraus entwickeln sich, wenn keine Behandlung stattfindet, durchschnittlich innerhalb von 10 bis 15 Jahren bösartige Tumore.

Wer überträgt Gebärmutterhalskrebs?

Auch Männer können sich mit HPV-Viren infizieren und Krebs bekommen. Schätzungsweise sind dies 1.600 im Jahr, also deutlich weniger als Frauen. Bei Männern zeigt sich der Krebs im Mund- und Rachenbereich sowie an Anus und Penis. Und es sind meist die Männer, die die Humanen Papillomviren (HPV) beim ungeschützten Geschlechtsverkehr auf ihre Partnerin übertragen.

Wann ist eine HPV-Impfung sinnvoll?

Den größten Schutz vor einer HPV-Infektion bietet die Impfung gegen eine Reihe von humanen Papillomviren. Sie wird sowohl für Mädchen als auch für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Idealerweise findet die zweimalige Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr statt. Sie kann auch noch später vorgenommen werden, allerdings besteht dann die Möglichkeit, dass bereits eine Infektion stattgefunden hat. Die Impfung ist dann wirkungslos.

HPV-Impfungen machen die Krebsvorsorge nicht überflüssig. Es gibt weitere HPV-Typen, die nicht im Impfstoff berücksichtigt werden, aber trotzdem Krebs auslösen können.

Wie erkennt man Gebärmutterhalskrebs?

Die Untersuchung auf das Zervixkarzinom ist Teil der Krebsfrüherkennung. Der Frauenarzt nimmt bei der gynäkologischen Untersuchung einen Zellabstrich vom Gebärmutterhals. Das ist der sogenannte PAP-Test, benannt nach dem griechischen Gynäkologen George Papanicolaou. Damit lassen sich Infektionen oder Zellveränderungen im Vorstadium erkennen.

Aufgrund der Wahrscheinlichkeiten, in einer bestimmten Altersfrequenz Gebärmutterhalskrebs auszubilden, gibt es zwei Altersgruppen mit unterschiedlichem Untersuchungs-Rhythmus:

  • Frauen im Alter von 20 bis 34 Jahren erhalten einmal jährlich eine Vorsorgemaßnahme mit PAP-Abstrich vom Frauenarzt.
  • Frauen ab 35 Jahren können alle 3 Jahre eine Kombinationsuntersuchung, bestehend aus HPV-Test und einer zytologischen Untersuchung, wahrnehmen. Der HPV-Test klärt, ob sich HP-Viren im vaginalen Abstrich befinden. Die zytologische Untersuchung zielt auf mögliche Zellveränderungen (PAP-Test).
  • Die Einladung zum Gebärmutterhalskrebs-Screening, einem von den Krankenkassen organisierten Schreiben, geht alle fünf Jahre an Frauen zwischen 20 und 65 Jahren. Es soll über die Möglichkeiten der Krebsvorsorge im jeweiligen Lebensabschnitt informieren und Frauen zur Wahrnehmung der Krebsvorsorge ermuntern.

Wichtig: Auch unabhängig vom Einladungsschreiben für das Screening sollten Frauen ab dem Alter von 20 Jahren jährlich zum Frauenarzt gehen und die Krebsvorsorge wahrnehmen. Dazu zählen die Untersuchungen zur Früherkennung von Veränderungen im äußeren Genitalbereich, der Gebärmutter, der Eierstöcke und der Brüste (ab 30).