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Prozessionsspinner ganzjährig gefährlich

Die heranwachsenden Falter des Eichenprozessionsspinners durchlaufen von April bis Juni ein Raupenstadium mit Brennhaaren, die Allergien auslösen können. Nach der Verpuppung fallen die Haare ab und sind durch Aufwirbeln auch weiterhin gefährlich.

Die Klimaveränderung schmeckt dem Falter

Durch steigende Temperaturen breitete sich der nachtaktive Prozessionsspinner in den vergangenen Jahren in vielen Bundesländern aus und schädigt dort den Eichenbestand. Vor allem betroffen: Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Außerhalb Deutschlands treiben Eichenprozessionspinner ihr Unwesen, insbesondere in Mittel-, Süd- und Südosteuropa, aber auch in Westeuropa.

Der entpuppte wärmeliebende, graubraune Schmetterling sieht eigentlich völlig harmlos aus. Die Brennhaare seiner blattfressenden Raupen stellen jedoch eine ernste gesundheitliche Bedrohung dar. Bei Hautkontakt oder Einatmen kann es zu schweren Allergien kommen, vor allem bei Zweitkontakt. Haut, Schleimhäute, Augenbindehäute und Luftwege können betroffen sein. Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie etwa Asthma sind besonders gefährdet.

Prozessionsspinner hat giftige Nesselhaare

Die Raupenhaare sitzen nicht nur auf den Tieren, sondern finden sich auch überall dort, wo diese entlanggekrochen sind. Denn sie brechen leicht ab. Bei trockenem warmen Wetter können sie mit dem Wind über weite Strecken getragen werden.

Mit feinen Widerhaken setzen sich dei Brennhaare in den Schleimhäuten von Menschen und Tieren fest. Das enthaltene Nesselgift Thaumatopeitin ist fast unverwüstlich und kann in abgefallenen Brennhaaren noch nach Jahren zu Hautreaktionen, Augenreizungen, Husten, Halsschmerzen und Fieber führen. Bei wiederholtem Kontakt verstärken sich die Symptome.

Kontakt vermeiden: Tipps für unterwegs

  • Am besten versuht man, vom Eichenprozessionsspinner befallene Orte und Regionen zu meiden – vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Raupenhaare finden sich im gesamten Lebensraum der Tiere, Häutungsreste und Hüllen in ihren Nestern. Und viele Brennhaare wirbeln auch viele Meter durch die Luft.
  • Fährt man durch Regionen, in denen Prozessionsspinner besonders aktiv sind, sollte der Pollenfilter im Auto gut funktionieren.
  • Auch dran denken, dass Hunde und Katzen sich Raupenhaare im Fell einfangen können und diese mit nach Hause bringen.

Wenn es doch passiert und du oder dein Kind mit Brennhaaren in Kontakt kommt: umgehend duschen und Haare waschen. Kleidung außerhalb der Wohnung ausziehen und bei mindestens 60 Grad Celsius waschen. Sollten Brennhaare in die Augen gelangt sein, diese mit Wasser ausspülen. Halten die Beschwerden an, am besten eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.