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Foto des Liebsten gegen Schmerzen

Frauen, die unter Schmerzen leiden, können ein neues, garantiert nebenwirkungsfreies Schmerzmittel ausprobieren: ein Foto des Liebsten. Denn das hat offenbar einen schmerzlindernden Effekt, so eine Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Junge Frauen getestet

Wie sich Schmerzen bei Frauen möglicherweise dämpfen lassen, zeigt eine neue Studie aus dem Fachbereich Psychologie der Universität Gießen. Ein Forscherteam um Uni-Professorin Christiane Herrmann hat dabei das Schmerzempfinden von 29 jungen Frauen untersucht. Voraussetzung für eine Teilnahme war, dass die Frauen bereits seit mindestens einem halben Jahr in einer glücklichen, festen Partnerschaft lebten.

Sie wurden mit schmerzhaften Hitzereizen am Unterarm konfrontiert, während sie sich Fotos ihres Partners sowie von bekannten und unbekannten Personen und verschiedenen Gegenständen anschauten. Die Porträts zeigten dabei die gesamte Bandbreite menschlicher Emotionen, das des Partners mit einem neutralen Gesichtsausdruck. Während die Teilnehmerinnen die Fotos betrachteten, wurden sie zum einen nach der Stärke ihrer Schmerzen befragt. Zum anderen wurde gemessen, wie stark sich ihre Gesichtsmuskulatur anspannte.

Beruhigender Einfluss

Das Ergebnis der Studie zeigte, dass das Schmerzempfinden am geringsten war, wenn die Teilnehmerinnen ein Bild ihres Partners betrachteten. Auch die Bilder, auf denen Menschen mit freundlicher Ausstrahlung zu sehen waren, hatten eine schmerzlindernde Wirkung. Bei Fotos, auf denen die Abgebildeten ärgerlich oder unfreundlich blickten, wurde das Schmerzempfinden deutlich höher bewertet, und auch die Gesichtsmuskulatur verkrampfte sich signifikant stärker. Dass die Ergebnisse der Studie auch klinische Relevanz haben, betonen die Psychologinnen. „So könnten Bilder der Partner zu einer schmerzhaften Untersuchung oder Behandlung mitgenommen werden“, schlägt Prof. Hermann vor. „Das könnte in Fällen hilfreich sein, in denen der Partner nicht mitkommen kann oder in denen seine Anwesenheit nicht hilfreich wäre, weil er selbst in der akuten Situation zu besorgt ist.“

10, 9, 8 – auch Rückwärts zählen hilft

Dass außer dem Foto des Liebsten auch andere Techniken bei der Schmerzlinderung helfen können, zeigt eine Studie der LMU München in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford. 20 Teilnehmern wurde darin ein Kälteschmerz zugefügt, während sie eine von drei Strategien zur Schmerzlinderung ausprobieren sollten:

  • von 1.000 rückwärts zählen, in 7er-Schritten,
  • sich in Gedanken etwas Schönes vorstellen,
  • sich selbst zureden, dass Kälte nicht wehtut.

Foto des Liebsten: Schmerzen gefühlt 50 Prozent weniger

Mittels Magnetresonanztherapie (MRT) wurde geschaut, welche Methode das Gehirn am meisten beeinflusste und wie hoch die Teilnehmer die Schmerzen auf einer Skala von 0 bis 100 bewerteten. Ergebnis: Beim Rückwärtszählen zeigte sich der deutlichste Effekt einer Schmerzlinderung – bei manchen Probanden wurde das Schmerzempfinden bis zur Hälfte gesenkt. Im MRT zeigte sich darüber hinaus, dass linke und rechte Inselrinde des Gehirns beim Rückwärtszählen eng zusammengearbeitet hätten. Bei der Vorstellung von etwas Schönem waren andere Regionen, der Stirnlappen, gefordert – was möglichwerweise mehr Kontrolle erfordere als die klare Anforderung beim Rückwärtszählen, so die Vermutung des Forscherteams.

Entspannung – auch ein Schmerzkiller

Bei Dauerstress kommt es zu Verspannungen. Du atmest flacher und dein Herz schlägt schneller. Das schwächt Durchblutung und Immunsystem. Ein typisches Begleitsymptom können Schmerzen sein. Unsere Tipps helfen gegen Stress und indirekt auch gegen Schmerzen.