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FFP2-Masken richtig benutzen

Bisher galt fast überall in Deutschalnd die allgemeine Vorgabe, einen Mund-und-Nasen-Schutz zu tragen. Auch Alltagsmasken aus Stoff und Tücher waren erlaubt. Jetzt ist klar: Beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen sind medizinische Masken Pflicht. Hier erfährst du, was es damit auf sich hat und worauf du beim Kauf und bei der Benutzung von FFP2-Masken achten solltest.

Adieu, Stoffmaske!

Zugegeben, für Glamour steht der medizinische Mund-Nasen-Schutz mit der sperrigen Bezeichnung FFP2 nicht gerade. Trotzdem sind die weißen „Schnabeltier-Masken“ derzeit heiß begehrt. Zuerst hat die bayerische Landesregierung ihre Landsleute zum Tragen der FFP2-Masken verpflichtet hat, jetzt langt auch Rest der Republik kräftig zu.

Denn nach der Verschärfung der Maskenpflicht sind bundesweit nur noch medizinische Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften erlaubt. Ausgedient haben hier dagegen die Alltagsmasken aus Stoff – sie bieten schlichtweg zu wenig Schutz vor dem Coronavirus.

Übrigens: Wer sich nicht an die neue Verordnung hält, die diese Woche beim Corona-Gipfel von der Kanzlerin und den Mintserpräsidenten beschlossen wurde, muss mit einem Bußgeld von 150 Euro rechnen.

Wie funktioniert eine FFP2-Maske?

Filtering-Face-Piece-Masken (FFP) sind Atemschutzmasken, die es mit und ohne Ventil gibt. Die gegen das Coronavirus empfohlenen FFP2-Masken können bis zu 94 Prozent der Partikel aus der Luft filtern. Sie werden normalerweise dort eingesetzt, wo Staubwolken oder schädliche Aerosole die Gesundheit gefährden und dienen primär dem Eigenschutz des Trägers. Ein Nachteil ist jedoch: FFP2-Masken erschweren das Atmen. Menschen, die berufsbedingt eine FFP2-Maske tragen müssen, sollten daher normalerweise nach 75 Minuten Tragezeit eine halbe Stunde Pause machen – bei leichten Arbeiten nach drei Stunden.

Woran erkenne ich eine gute FFP2-Maske?

Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) hat fünf Merkmale zusammengefasst, mit denen du eine gute FFP2-Maske erkennst:

  1. CE-Kennzeichen inklusive vierstelliger Kennnummer
  2. Hinweis auf die Schutzklasse FFP2
  3. NR- oder R-Zusatz (NR = die Maske darf nur einmal getragen werden, R = die Maske darf unter bestimmten Bedingungen wiederverwendet werden)
  4. Herstellernamen oder sein eindeutiges Logo sowie eine Produktbezeichnung
  5. Angabe der Europäischen Norm EN 149 mit Jahr und Code der Prüfung

Zusätzlich sind produktbegleitende Dokumente wie eine Gebrauchsanleitung in deutscher Sprache, ein Zertifikat und die Konformitätserklärung ein guter Hinweis darauf, dass die Maske den Standards entspricht.

Welche Masken sind noch zulässig?

Als medizinische Masken gelten auch OP-Masken sowie Masken mit der Kennzeichnung KN95 beziehungsweise N95. Sie sind zum Teil aber weniger sicher.

KN95 oder N95

Wer im Internet nach Masken sucht, stößt schnell auf Produkte mit der Bezeichnung KN95. Diese werden in China produziert und sind häufig günstiger als FFP2-Masken. Sie weisen eine vergleichbare Schutzklasse auf wie FFP2-Masken. Dennoch erfüllen nicht alle Produkte die europäischen Normen – und sind dementsprechend auch nicht so sicher. In den USA trägt der Maskentyp die Bezeichnung N95.

OP-Masken

OP-Masken sind Einmalprodukte, die normalerweise im Krankenhaus eingesetzt werden. Der Vorteil medizinischer Masken gegenüber Alltagsmasken liegt in ihrer Struktur. Sie werden aus besonderen, filternden Vliesen hergestellt und nach DIN EN 14683 zugelassen. Auch hier zeigt das CE-Zeichen auf der Verpackung, dass die gesetzlichen Qualitätsstandards erfüllt sind. Eine OP-Maske schützt die Menschen in der nahen Umgebung, aber kaum den Träger selbst.

Kann ich FFP2-Masken mehrmals verwenden? 

Im Moment liegen die Kosten für FFP2-Masken bei bis zu fünf Euro pro Stück. Da liegt es nahe, die teuren Teile öfter zu verwenden. Das ist grundsätzlich auch möglich, wenn bestimmte hygienische Maßnahmen eingehalten werden. Forschungen der Fachhochschule Münster haben zum Besipiel gezeigt, dass SARS-CoV-2 auf Masken, die eine Stunde bei 80 Grad Celsius erhitzt wurden, unschädlich wird. Bei Raumluft verschwinden die Coronaviren ungefähr nach sieben Tagen.

Tipp: Besorg dir, wenn nötig, für jeden Wochentag eine FFP2-Maske. Nach dem Gebrauch hängst du deine Maske dann für eine Woche an den Haken, bevor du sie wiederverwendest.

Von einem Gebrauch an mehreren Tagen hintereinander raten Experten dringend ab. Wichtig ist auch, dass du die Oberfläche vorn beim Auf- und Absetzen nicht berührst. Was du bei der Benutzung und der Desinfektion der Maske noch beachten solltest, hat die FH Münster in einer Broschüre zusammengefasst.

Richtig aufsetzen!

Eine Maske schützt nur so gut wie ihr Sitz! Wer beispielsweise bei den FFP2-Masken den Bügel auf der Nase nicht richtig festdrückt und sich dann seine eigene Atemluft in die Augen pustet, bietet Viren ein Einfallstor. Gleiches gilt auch bei Bartträgern, wenn die Haarpracht ein enges Anliegen der Maske verhindert. Dann empfiehlt sich der Griff zum Rasierer – der Gesundheit zuliebe. Wissenswertes zum richten Tragen der Maske findest du auf den Seiten des Robert Koch-Instituts.