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Studie: Verbraucher wollen nachhaltig essen

Nachhaltig essen? Eine Studie des Europäischen Verbraucherverbandes zeigt: Die meisten Europäer sind grundsätzlich bereit, ihre Ernährungsgewohnheiten der Umwelt zuliebe zu ändern. Bei der Umsetzung hapert es noch.

Verbraucher in elf europäischen Ländern befragt

Im vergangenen November hat der Europäische Verbraucherverband (Bureau Européen des Unions de Consommateurs, BEUC) mit Sitz in Brüssel in elf europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, eine Verbraucherstudie durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 11.000 Menschen – nun liegen die Resultate vor.

Das wichtigste Ergebnis: Zwei Drittel der Verbraucher sind grundsätzlich bereit für eine nachhaltige Ernährung. Was fehlt, sind Informationen, eine ausreichende Kennzeichnung und Verfügbarkeit von nachhaltigen Lebensmitteln.

Weniger verschwenden und saisonal einkaufen

Konkret würden die Befragten an folgenden Punkten ihre Ernährungsgewohnheiten zum Schutz von Klima und Umwelt ändern:

  • 66 Prozent möchten weniger Lebensmittel verschwenden,
  • 60 Prozent mehr saisonales Gemüse und Obst kaufen und
  • 45 Prozent mehr pflanzliche Lebensmittel essen.

Bessere Kennzeichnung gefordert

Warum ist es für viele Verbraucher trotzdem schwierig, nachhaltig zu essen? Die größten Hürden sind laut Studie der Preis sowie fehlendes Wissen über eine nachhaltige Ernährung. Außerdem ist es für viele Verbraucher ein Problem, nachhaltige Produkte zu bekommen und zu erkennen. Hier wünschen sich mehr als die Hälfte der Befragten mehr Informationen über Nachhaltigkeit auf dem Etikett und eine bessere Verfügbarkeit.

Auch die Regierungen sind gefordert. Nur 16 Prozent der Verbraucher sind der Meinung, dass ihre Regierung genügend in Sachen Nachhaltigkeit unternimmt. Rund 39 Prozent würden strengere Regeln für Landwirte und Lebensmittelproduzenten unterstützen.

Fleischkonsum einschränken

Etwas mehr als 40 Prozent der befragten Menschen essen aus Umweltgründen bereits weniger oder gar kein rotes Fleisch mehr. Zu rotem Fleisch zählen Rind- und Schweinefleisch. Rund 30 Prozent der Befragten sind nicht bereit, weniger Fleisch zu essen. Nur etwa 20 Prozent sind bereit, sich bei Milchprodukten einzuschränken. Als Fleischalternativen kommen für die Verbraucher Linsen, Bohnen und andere Hülsenfrüchte sowie pflanzliche Burger in Frage. Nur wenige haben Appetit auf Insekten und Fleisch aus dem Labor.

Nachhaltig essen schützt das Klima

Vielen Menschen ist bewusst, dass ihre Ernährung Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima hat. Allerdings wird das Ausmaß oft unterschätzt. Die Lebensmittelproduktion ist nach Informationen des BEUC für 11 Prozent der Treibhausgasemissionen in der Europäischen Union verantwortlich. Damit sind Lebensmittel hauptsächlich für die Umweltbelastungen verantwortlich, die durch private Haushalte entstehen.

Wie geht nachhaltig essen?

Wer mit seiner Ernährung Klima und Umwelt schützen möchte, kann auf folgende Punkte achten:

  • Weniger Fleisch essen. Wenn Fleisch, dann am besten Bio-Fleisch kaufen.
  • Weniger Fisch essen und beim Einkauf auf Bio-Siegel und Zertifikate, wie das MSC-Siegel oder ASC-Siegel, achten.
  • Häufiger vegetarisch und mehr Gemüse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Obst und Nüsse essen.
  • Regional einkaufen.
  • Gemüse und Obst der Saison kaufen.
  • Keine Lebensmittel verschwenden.
  • Häufiger selbst kochen. Weniger Fertiggerichte kaufen.

Dem Klima und der Umwelt zuliebe: Bist du bereit, deine Ernährungsgewohnheiten zu ändern?