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Einschlafprobleme mit Melatonin bekämpfen?

Einschlafprobleme? Wenn sich der Nachtschlaf partout nicht einstellen will, versprechen Melatonin-Präparate eine Besserung. Die Stiftung Warentest hat ihre Wirkung unter die Lupe genommen.

Der Griff zur Tablette

Wer sich abends häufig im Bett hin- und her wälzt und keinen Schlaf findet, kann dem Gedanken an ein Präparat zum gesunden Schlummern sicherlich einiges abgewinnen. Insbesondere Mittel mit dem Inhaltsstoff Melatonin versprechen hier, für Abhilfe zu sorgen. Deshalb hat die Stiftung Warentest sich in ihrem aktuellen Medikamenten-Test auch Melatonin-Produkten zugewandt.

Ihr Fazit: Bei den getesteten Produkten waren die Effekte auf schlafbedürftige Erwachsene eher gering. Die Studien deuten zwar auf eine leicht verkürzte Einschlafzeit von durchschnittlich zehn bis höchstens 20 Minuten hin. Allerdings wurde dies von den Schlafsuchenden eher kritisch gesehen: Wer mehr als eine Stunde unter Einschlafproblemen leidet, für den fallen zehn Minuten eher offenbar nicht wirklich positiv ins Gewicht.

Zwar empfanden einige Probandinnen und Probanden ihren Schlaf mit dem Medikament als erholsamer, wissenschaftlich belegen ließ sich das jedoch nicht.

Melatonin – was ist das?

Melatonin ist ein Hormon, das mit daran beteiligt ist, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu steuern. Es wird in der Nacht verstärkt ausgeschüttet. Das liegt an der Dunkelheit, die die Zirbeldrüse im Zwischenhirn anregt, diesen häufig als „Schlafhormon“ bezeichneten Wirkstoff zu produzieren. Die Konzentration im Blut ist deshalb nachts zwischen zwei und vier Uhr am höchsten. Schlägt man am Morgen die Augen auf und es ist hell, wird diese Produktion gestoppt – die Schläfrigkeit verschwindet nach und nach.

Nichts für Demenzerkrankte

Zudem schlossen die Forschenden aus den Daten, dass die Gabe von Melatonin an Menschen mit Demenz ineffektiv ist. Zum Hintergrund: Patientinnen und Patienten mit Demenz leiden häufig unter Schlafstörungen. Beim Vergleich hatten die Melatonin-Präparate aber keine andere Wirkung als Placebos. Darüber hinaus fehlen bislang Langzeitstudien, auch zu selteneren Nebenwirkungen.

Einschlafprobleme bei Kindern

Bisher wird die Einnahme von Melatonin für gesunde Kinder nicht empfohlen. Anders sieht das bei chronisch erkrankten Kindern aus. Bei Diagnosen wie einer schweren neurologischen Erkrankung oder Entwicklungsstörungen mit schweren Einschlafproblemen und Schlafstörungen gibt es Medikamente, die die Schlafdauer verlängern können. Diese werden aber erst dann eingesetzt, wenn alle anderen Therapien ausgereizt sind.

Mehr Informationen zu Wirkung, Neben- und Wechselwirkungen von Melatonin-Präparaten gibt es auf den Seiten der Stiftung Warentest.

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Warum Tageslicht im Büro hilft, dass wir nachts besser schlafen, wie die ideale Schlafposition aussieht und was Matratzen und Co. damit zu tun haben. Mehr Tipps und Tricks für einen gesunden Schlaf findest du außerdem in unserem Beitrag zum Thema Schlafen und Schlafstörungen.