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Die schlimmsten Beifahrer

Alle reden von Fahrerin und Fahrer und wie gut oder schlecht diese ein Fahrzeug lenken. Was ist aber mit den Menschen, die daneben sitzen, den Beifahrern? Laut Allianzzentrum für Technik (AZT) geht jeder zehnte Verkehrstote auf Ablenkung des Fahrers zurück. In den allermeisten Fällen war das dann der Beifahrer.

Was macht einen guten Beifahrer aus?

Wenn du deinen Beifahrer wählen könntest, wen würdest du am liebsten haben? Eine repräsentative Studie der Tankstellenkette HEM zeigt, dass der perfekte Beifahrer für 34 Prozent der Befragten Lebensgefährtin oder Lebensgefährte ist. Knapp ein Drittel der Umfrageteilnehmer gab an, dass sie tatsächlich allein doch am allerliebsten fahren. Gut die Hälfte zieht jedoch auf langen Strecken Gesellschaft einer Solofahrt vor. Denn Mitfahrer können beispielsweise mit Proviant versorgen (25 Prozent), den Fahrer unterhalten (13 Prozent), die Musikwahl übernehmen (12 Prozent) und als Fahrer einspringen (15 Prozent), wenn der Fahrer zu müde wird.

Wirklich schlimme Beifahrer

Als wirklich schlimme Beifahrer bezeichnen 20 Prozent der Studienteilnehmer jedoch die eigene Mutter oder angetrunkene Freunde. Eben weil diese den Fahrer nicht einfach fahren lassen, sondern sich – bei Müttern häufig – in den Fahrstil einmischen und gerne „mitbremsen“ oder demonstrativ den Haltegriff über der Tür nutzen und schreckhaft auf plötzliche Fahrsituationen reagieren. Angetrunkene Mitfahrer haben sich unter Umständen nicht mehr zu 100 Prozent im Griff. Auch das lenkt den Fahrer über Gebühr ab, wenn er sich Sorgen über seine Sitzpolster machen muss. Also vielleich doch besser zusammen ein Taxi mit Kotztüte nehmen und das Auto stehen lassen.

40 Prozent der männlichen Beifahrer glauben, sie müssten das Navi ersetzen und permanent Fahranweisungen geben. Hier hilft die klare Ansage: „Entweder du oder das Gerät. Einer muss sich raushalten, sonst kann ich mich nicht konzentrieren.“

„Bitte nicht mit dem Fahrer sprechen“

Diese Anweisung hing in früheren Jahren oft als Aufkleber auf der Trennwand zwischen Reisbussen und Insassen. Zu Recht, betrachtet man die Unfallzahlen. Denn: Die meisten Unfälle gehen auf Ablenkung durch den Beifahrer zurück. Dann erst folgen mit einem Abstand Radio, Bordcomputer, Navi und anderen Geräte einschließlich Smartphones. Autofahrer unterschätzen den möglichen Einfluss ihrer Beifahrer aufs Fahrgeschehen. 92 Prozent der 2.500 Befragten einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Kantar TNS mit Teilnehmern über 18 Jahren hielten den Gebrauch von Mobiltelefonen im Straßenverkehr für gefährlich. Fast jeder Dritte glaubt sogar, es stelle die größte Gefahrenquelle dar.

Technische Geräte sind eine Ablenkung, aber keiner sitzt so unmittelbar wie ein Beifahrer auf dem Nachbarsitz und lässt sich auch nicht per Knopfdruck abschalten. Solltest du also mal wieder genervt sein vom Nebenmann oder Frau, dann zitiere ruhig ein wenig die Statistik, die du weiter unten findest. Keine Lösung ist es übrigens, Kopfhörer im Auto zu benutzen. Das schottet dich zwar vom Beifahrer aber auch vom Rest des Straßenverkehrs ab.

Die häufigsten Ablenkungsfaktoren

Die häufigsten Ablenkungsfaktoren sind nach Angaben des Verkehrssicherheitsrates:

  • 84 Prozent: Interaktion mit anderen Personen im Auto.
  • 74 Prozent: Benutzung von Fahrzeugtechnik außer Navi (z. B. Radio, Bordcomputer, MP3-Player, Kamera)
  • 63 Prozent: Benutzung Navigationssystem.
  • 49 Prozent: Telefonieren (Handy mit Freisprechanlage)
  • 46 Prozent: Mobiltelefon oder Tablet nutzen mit Verstoß gegen §23 Abs. 1a StVO.

1 Sekunde Ablenkung

  • 1 Sekunde Ablenkung bei 50 km/h fahren: 14 Meter Blindfahrt.
  • 1 Sekunde Ablenkung bei 100 km/h fahren: 28 Meter Blindfahrt.
  • 1 Sekunde Ablenkung bei 50 km/h fahren: 14 Meter Blindfahrt.

Quelle: Runter vom Gas, Verkehrssicherheitskampagne des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und des Deutschen Vekehrssicherheitsrates