Kategorien
News

Die Arbeitswelt nach Corona

Wenn Corona einmal überwunden sein sollte, dann wird dies auch Spuren in der Arbeitswelt hinterlassen haben. So das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage. Der Arbeitsplatz der Zukunft fordert mehr Flexibilität sowohl von Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern. Als ideal wird eine hälftige Aufteilung von Homeoffice und Büroarbeitszeit gesehen. Digitale Fertigkeiten werden zum absoluten Muss.

Corona verändert Einstellung rund um den Job

Die erste Welle der Corona-Pandemie ist vorüber. Deutschland hat einen Großversuch in puncto Homeoffice hinter sich gebracht, der noch nicht ganz abgeschlossen ist. Bereits jetzt zeigt sich, dass sich die Einstellungen und Erwartungen von Arbeitnehmern und Führungskräften durch die Corona-Pandemie verändert hat. Das belegt auch eine Untersuchung der Adecco Group mit 8.000 Büroangestellten und Führungskräften aus verschiedenen Ländern im Alter von 18 bis 60 Jahren. Wichtigste Schlussfolgerung: „Die Arbeitswelt wird nie wieder zu dem Normalzustand zurückkehren, den wir vor dem Ausbruch der Pandemie kannten,“ so Alain Dehaze, Chief Executive Officer der Adecco Group.

Neue Fähigkeiten und Fertigkeiten gebraucht

Die Befragung macht deutlich: Der durch die Pandemie plötzliche und dramatische Wandel in der Arbeitswelt hat Trends wie flexibles Arbeiten, Führungsqualitäten mit hohem emotionalen Quotient (EQ) und digitale Fortbildungen stark beschleunigt. Sie sind aktuell für den Erfolg von Unternehmen von grundlegender Bedeutung. Arbeitgeber müssen traditionelle Arbeitsplatzpraktiken überdenken. Alain Dehaze ist überzeugt, dass sich die Einstellung der Arbeitnehmer verändert habe und die Kluft zwischen den Erwartungen der Belegschaft und den eingefahrenen Arbeitsmarktprozessen deutlich werde. „Im Zuge unseres Eintritts in eine neue Ära der Arbeit, ist es nun an der Zeit, bessere Normen aufzustellen, die eine ganzheitlich gesunde, produktive und integrative Belegschaft für die Zukunft ermöglichen.“

Das fordern die Befragten für die Zukunft der Arbeitswelt

  • Drei Viertel (74 Prozent) der Befragten möchten mehr Flexibilität nach Corona mit einer hälftigen Aufteilung von Remote- und Büro-Arbeitszeit. Der Wunsch erstreckt sich durch alle Geographien, Generationen und Elternsituationen.
  • Die befragten Führungskräfte sehen flexiblere Arbeitsmodelle ebenso positiv. 77 Prozent glauben, dass Unternehmen von einer größeren Flexibilität profitieren werden.
  • Schluss mit stundenbasierten Verträgen und der 40-Stunden-Woche: Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Arbeitnehmer befürworten ein „ergebnisorientiertes Arbeitsmodell“. Verträge sollten auf geleisteten Arbeitsergebnissen und nicht Arbeitsstunden basieren.
  • Digitales Know-how ist King: 61 Prozent der Befragten konnten ihr digitales Wissen während des Lockdowns verbessern. Zwei Drittel (69 Prozent) sind an einer weiteren Verbesserung ihrer digitalen Fertigkeiten nach der Pandemie interessiert.
  • Führungskräfte müssen sich neu erfinden. Die Befragten fordern, dass diese ihre emotionale Intelligenz verbessern, um Mitarbeiter während der Pandemie ganzheitlich zu unterstützen.

Gestiegenes Vertrauen und gleichzeitig hohe Erwartungen

Durch die Corona-Pandemie stehen Arbeitgeber neuen Herausforderungen in der Mitarbeiterführung gegenüber. Und die scheint gar nicht schlecht zu laufen. 88 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Arbeitgeber ihre Erwartungen bei der Anpassung der Arbeitssituation während der Pandemie erfüllt oder übertroffen habe. Das klingt gut, bringt aber auch gleichzeitig hohe Erwartungen. Die meisten Arbeitnehmer halten ihren Arbeitgeber jetzt auch dafür verantwortlich, eine bessere Arbeitswelt nach Corona zu gewährleisten und die Normen neu auszurichten.