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Diabetes bei Kindern erkennen

Viel trinken und ständig zur Toilette müssen: Das können Anzeichen von Diabetes bei Kindern und Jugendlichen sein. Eltern sollten ihr Kind dann unbedingt ärztlich untersuchen lassen. Denn häufig wird die chronische Stoffwechselerkrankung zu spät erkannt.

Was ist Diabetes?

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung. Hauptmerkmal ist ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerwert – entweder, weil der Körper kein Insulin produziert (Typ-1-Diabetes) oder weil die Zellen nicht mehr empfindlich genug auf das Stoffwechselhormon reagieren (Typ-2-Diabetes). Das Problem: Ein zu hoher Blutzuckerspiegel greift auf Dauer die Gefäße an und kann Nerven, Herz, Nieren, Augen und Gliedmaßen schädigen.
 
Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland leben mit der Diagnose Diabetes, weitere zwei Millionen sind wahrscheinlich erkrankt, ohne es zu wissen. Etwa 90 Prozent der Betroffenen hierzulande haben Diabetes mellitus Typ 2. Früher war hier oft von „Altersdiabetes“ oder „Alterszucker“ die Rede, weil ein ungesunder Lebensstil auf Dauer das Risiko erhöht, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

Typ-1-Diabetes bei Kindern

Auch immer mehr Kinder und Jugendliche erkranken an Diabetes – allerdings an Diabetes Typ 1. Dabei handelt es sich also um die Form von Diabetes, die nicht die Folge von ungesunder Ernährung oder zu wenig Bewegung ist. Laut Deutscher Diabetes Gesellschaft (DDG) steigt die Erkrankungsrate hierzulande jedes Jahr um drei bis vier Prozent. Betroffen sind vor allem kleinere Kinder.

Warum ihr Körper plötzlich aufhört, das lebenswichtige Insulin in ausreichender Menge zu produzieren, darüber können die Fachleute bislang nur spekulieren. Manchmal ist ein Infekt der Auslöser für Diabetes bei Kindern, manchmal lassen sich jedoch auch keine bestimmten Ursachen finden. Fakt ist jedoch: Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter. 

In Deutschland leben schätzungsweise 30.000 bis 32.000 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 0 und bis 19 Jahren mit Diabetes.

Deutsche Diabetes Gesellschaft

Für die Betroffenen bedeutet die Diagnose, dass sie das zuckerregulierende Hormon Insulin mehrmals am Tag selbst zuführen müssen. Das funktioniert entweder durch Spritzen, Pens oder über eine Pumpe, die am Körper angebracht ist. Entscheidend dabei ist, dass die Dosis immer an die jeweilige Situation angepasst wird. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle wie etwa Mahlzeiten, körperliche Aktivität, akute Erkrankungen oder auch Stress.

Symptome für Diabetes bei Kindern

Fachleute warnen, dass Diabetes bei Kindern häufig zu spät erkannt werde. Der Grund: Die typischen Symptome sind sehr unspezifisch. Das bedeutet, sie können auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auftreten oder sind unter bestimmten Umständen sogar normal.

Wird Diabetes bei Kindern tatsächlich zu spät erkannt, kann es im schlimmsten Fall zu einer gefährlichen Stoffwechselentgleisung kommen, auch diabetische Ketoazidose genannt. Sie kann lebensbedrohlich sein. Doch ein unerkannter Diabetes Typ 1 birgt noch andere Gefahren. So können als Spätfolgen kognitive Defizite in der Kindesentwicklung drohen. Nicht zuletzt wegen der langen Lebensdauer, die die jungen Patientinnen und Patienten noch vor sich hätten, ist eine gute Behandlung von Anfang ebenfalls wichtig.

Bei diesen Symptomen sollten Eltern sich unbedingt ärztlichen Rat holen:

  1. ständiger Durst
  2. häufiges Wasserlassen
  3. Gewichtsverlust
  4. andauernde Müdigkeit

Eine Blutzuckerbestimmung und eine Urinuntersuchung können dann Klarheit bringen.


Gesünder leben

Ein gesunder Lebensstil kann Diabetes Typ 2 vorbeugen. Auch Menschen mit Diabetes können mit der richtigen Ernährung und ausreichend Bewegung ihre Blutzuckerwerte senken und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.